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Prometheus
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Prometheus (altgriechisch Î ÏÎżÎŒÎ·ÎžÎ”ÏÏ PromÄtheĂșs, deutsch âder Vorausdenkendeâ, âder Vorbedenkerâ; Betonung lateinisch und deutsch PromĂ©theus, [] ) ist eine Gestalt der griechischen Mythologie. Die Prometheussage gehört zu den bekanntesten literarischen Stoffen.
Prometheus gehört dem Göttergeschlecht der Titanen an. Wie alle Wesen ist er der Herrschaft des Göttervaters Zeus unterworfen. Bei einem Tieropfer greift er zu einer List, um Zeus zu tĂ€uschen; er ĂŒberlĂ€sst ihm nur die wertlosen Teile des Opfertiers und behĂ€lt das genieĂbare Fleisch fĂŒr die Menschen, da sie seine SchĂŒtzlinge sind. Zur Strafe dafĂŒr verweigert der erzĂŒrnte Zeus den Sterblichen den Besitz des Feuers. Darauf entwendet Prometheus den Göttern das Feuer und bringt es den Menschen. Deswegen wird er auf Befehl des Göttervaters gefesselt und in der Einöde des Kaukasusgebirges festgeschmiedet. Dort sucht ihn regelmĂ€Ăig ein Adler auf und frisst von seiner Leber, die sich danach stets erneuert. Erst nach langer Zeit erlöst der Held Herakles den Titanen von dieser Qual, indem er den Adler mit einem Pfeil erlegt. SchlieĂlich wird Prometheus von Zeus begnadigt und erlangt seine Freiheit zurĂŒck.
Als Feuerbringer und Lehrmeister ist Prometheus der Urheber der menschlichen Zivilisation. Einer Variante des Mythos zufolge hat er als Demiurg die ersten Menschen aus Lehm gestaltet und mit Eigenschaften ausgestattet. Dabei kam es allerdings zu Fehlern, deren Folgen UnzulĂ€nglichkeiten sind, unter denen die Menschheit seither leidet. FĂŒr diese MĂ€ngel wird in der mythischen Ăberlieferung auch ein am Schöpfungswerk beteiligter Bruder des Prometheus, der unkluge âNachherbedenkerâ Epimetheus, verantwortlich gemacht. GroĂes Unheil verursacht Epimetheus, indem er sich gegen den Rat seines voraussichtigen Bruders auf die von Zeus entsandte VerfĂŒhrerin Pandora einlĂ€sst.
In der Ă€ltesten antiken Ăberlieferung bei Hesiod ist Prometheus ein listiger und hochmĂŒtiger BetrĂŒger, der zu Recht fĂŒr seinen Frevel bestraft wird. Ein sehr vorteilhaftes Bild des Titanen zeichnet hingegen die dem Dichter Aischylos zugeschriebene Tragödie Der gefesselte Prometheus. Der Dramatiker verherrlicht Prometheus als WohltĂ€ter der Menschheit und Gegenspieler des tyrannischen Zeus.
Schon in der Antike war das Schicksal des Prometheus ein eindrĂŒckliches literarisches Sujet und ein beliebtes Motiv der bildenden Kunst. Seit der Renaissance haben zahlreiche Dichter, Schriftsteller, Maler, Bildhauer und Komponisten den Stoff bearbeitet. Auch zu philosophischer Reflexion hat der Mythos vielfach AnstoĂ gegeben. Aus religionskritischer Sicht ist Prometheus das Urbild des mutigen Rebellen, der die Befreiung von Unwissenheit und religiös fundierter UnterdrĂŒckung einleitet. In der Moderne steht er als Symbolfigur fĂŒr den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt und die zunehmende Herrschaft des Menschen ĂŒber die Natur. Daher wird er je nach geschichtsphilosophischem Standort unterschiedlich beurteilt: FĂŒr Fortschrittsoptimisten stellt er eine Allegorie der sich emanzipierenden Menschheit dar; Zivilisationskritiker hingegen halten den âprometheischenâ Impuls fĂŒr zwiespĂ€ltig oder fragwĂŒrdig und problematisieren den Drang des Menschen zu möglichst schrankenloser, gottĂ€hnlicher Macht.
Contents
âą Antike
âą Kult
âą Ikonographie
âą FrĂŒhe Neuzeit
âą Philosophie
âą Belletristik
âą Bildende Kunst
âą Musik
âą Moderne
âą Mythenforschung
âą Philosophie
âą Psychologie
âą Belletristik
âą Bildende Kunst
âą Musik
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Antike
In der Götterwelt Homers kommt Prometheus nicht vor. Die Ă€lteste ĂŒberlieferte Version des Mythos findet sich in den Werken des Epikers Hesiod, die im spĂ€ten 8. Jahrhundert v. Chr. entstanden sind. Auf Hesiods Angaben fuĂt die freie literarische Gestaltung des Stoffs in der athenischen BĂŒhnendichtung des 5. Jahrhunderts v. Chr. Diese frĂŒhesten schriftlich fixierten Fassungen der Sage wurden fĂŒr die Folgezeit wegweisend.
Die Ă€lteste ĂŒberlieferte Gestalt des Mythos bei Hesiod
Hesiod behandelte den Mythos ausfĂŒhrlich in seiner Theogoniecite-ref-1[1] und in dem Gedicht Werke und Tage.cite-ref-2[2] Dabei hielt er sich aber nicht durchgĂ€ngig an den chronologischen Ablauf und deutete manches nur an. Er konzentrierte sich auf die wirkungsvolle Ausmalung einzelner Szenen, denn die GrundzĂŒge der mythischen Handlung waren seinem Publikum bereits vertraut.cite-ref-3[3]
Nach Hesiods Darstellung ist Prometheus einer der vier Söhne des Titanen Iapetos und der Okeanide Klymene. Seine Mutter ist eine der dreitausend Töchter des GewĂ€ssergottes Okeanos, den Hesiod ebenfalls zu den Titanen zĂ€hlt, und der Tethys, der Schwester und Gattin des Okeanos. Die BrĂŒder des Prometheus sind der trotzige Atlas, der gewalttĂ€tige und ruhmbegierige Menoitios sowie Epimetheus, der âNachherbedenkendeâ, dessen sprechender Name seine Torheit anzeigt: Epimetheus handelt, bevor er nachdenkt. Damit ist er das Gegenteil des umsichtigen âVorherbedenkersâ Prometheus, den Hesiod als gewandten, listigen Planer charakterisiert. Als Meister der schlauen Ăberlegung und Voraussicht kontrastiert Prometheus mit seinem unvernĂŒnftigen Bruder.cite-ref-4[4]
Der Göttervater Zeus beherrscht die ganze Welt, seit er zusammen mit seinen BrĂŒdern Poseidon und Hades in einem gigantischen Kampf, der âTitanomachieâ, eine Gruppe von Titanen besiegt hat.cite-ref-5[5] Von den Menschen fordert er die regelmĂ€Ăige Opferung von Nutztieren. Prometheus als BeschĂŒtzer der Menschheit möchte ihr die Belastung durch die Opferpflicht ersparen.cite-ref-6[6]
Auf einer Versammlung in der Stadt Mekone (Sikyon) schlieĂt Zeus mit den Sterblichen eine Vereinbarung ĂŒber die Opferpflicht. Von jedem geschlachteten Tier soll ein Teil den Göttern dargebracht werden. Stellvertretend fĂŒr die Menschheit vollzieht Prometheus in Mekone das erste Opfer als maĂgebliches Muster fĂŒr die Zukunft. Um seinen SchĂŒtzlingen zu helfen, greift er zu einer List. Er schlachtet ein Rind und verteilt es auf zwei Haufen, einen gröĂeren aus den Knochen, die er kunstvoll aufschichtet, und einen kleineren aus dem Fleisch. Den kleinen Haufen bedeckt er mit der Haut, den groĂen ĂŒberzieht er mit einer Fettschicht. Dann bittet er Zeus arglistig, den Haufen zu wĂ€hlen, der ihm besser gefalle. Der Göttervater merkt, dass er ĂŒberlistet werden soll, gibt aber vor, sich tĂ€uschen zu lassen. Nach seinem Willen soll die Hinterlist erst ausgefĂŒhrt werden und dann die gebĂŒhrende Strafe finden. Daher wĂ€hlt er den groĂen Haufen und entfernt die Bedeckung. Beim Anblick der Knochen ergrimmt er. Nun gilt fĂŒr alle kĂŒnftigen Zeiten als vereinbart, dass nur die ungenieĂbaren Teile der Opfertiere den Göttern dargebracht werden mĂŒssen und das Fleisch dem menschlichen Verzehr dienen soll. Aus Zorn ĂŒber das TĂ€uschungsmanöver versagt der Göttervater den Menschen den Gebrauch des Feuers. Damit ist ihnen die Verwendung von Brennholz unmöglich gemacht und der Weg zu einem zivilisierten Leben versperrt, und sie können sich ihres Anteils am Rind nicht erfreuen.cite-ref-7[7]
Nun greift Prometheus wiederum ein. Um den Menschen dennoch das Feuer zu verschaffen, stiehlt er im Himmel etwas Glut, verbirgt sie im hohlen, trockenen StĂ€ngel des Riesenfenchels und bringt sie zur Erde. Darauf leuchtet dort ein weithin sichtbares Feuer auf. Damit wird Zeus vor vollendete Tatsachen gestellt, das Geschehene lĂ€sst sich nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig machen. Beim Anblick der Flammen wird der Göttervater von heftigem Zorn erfasst.cite-ref-8[8]
Der ĂŒberlistete Himmelsherrscher beschlieĂt, sich sowohl an der Menschheit als auch an dem trotzigen Titanen zu rĂ€chen. Von seinem eigenen Racheplan ergötzt bricht er in GelĂ€chter aus. ZunĂ€chst befiehlt er dem technisch und kĂŒnstlerisch hochbegabten Schmiedegott Hephaistos, aus Erde die Gestalt einer ĂŒberaus schönen Jungfrau zu schaffen und ihr Leben zu verleihen. AnschlieĂend wird das neue Geschöpf reich geschmĂŒckt, jede der olympischen Gottheiten stattet es mit einer besonderen Gabe oder Fertigkeit aus. Die Jungfrau erhĂ€lt alles, was zu vollendeter Schönheit und Anmut gehört, aber auch Verschlagenheit und einen betrĂŒgerischen Charakter. Sie wird Pandora â âdie ĂŒber alle Gaben VerfĂŒgendeâ â genannt. Im Auftrag des Zeus fĂŒhrt der Götterbote Hermes Pandora dem törichten Epimetheus zu, der sie aufnimmt, obwohl Prometheus ihn gewarnt hat, niemals ein Geschenk von Zeus anzunehmen. Die Unheilbringerin öffnet die sprichwörtliche âBĂŒchse der Pandoraâ, ein verschlossenes GefĂ€Ă, das alle Ăbel, von denen die Menschen bisher verschont waren, sowie áŒÎ»ÏÎŻÏ elpĂs, deutsch âdie Erwartungâ oder âdie Voraussichtâcite-ref-9[9] enthĂ€lt. Es handelt sich um einen Krug oder ein Fass mit Deckel. Sowie Pandora den Deckel hebt, schweben die Ăbel hinaus. Nur elpĂs bleibt im GefÀà zurĂŒck, das wieder verschlossen wird. Seither wird die Menschheit von unzĂ€hligen Plagen â insbesondere Krankheiten â heimgesucht. Zu den neuen Ăbeln zĂ€hlt auch, dass die MĂ€nner viel Kummer von schlechten Frauen erleiden mĂŒssen, die mit ihrer Selbstsucht und Faulheit ihren Gatten zur Last fallen.cite-ref-10[10]
Eine noch hĂ€rtere Strafe trifft Prometheus. Zeus lĂ€sst ihn an einem Pfosten oder einer SĂ€ule anketten und sendet ihm einen Adler, der jeden Tag seine Leber frisst, die sich nachts wiederum erneuert, da der Titan unsterblich ist. SpĂ€ter setzt jedoch der Held Herakles, ein Sohn des Zeus, der Folter ein Ende, indem er den Adler tötet. Dabei handelt er mit Billigung seines göttlichen Vaters, denn Zeus gönnt seinem berĂŒhmten Sohn den zusĂ€tzlichen Ruhm dieser Tat, und das ist ihm wichtiger als sein Groll gegen den widerspenstigen Titanen. Allerdings wird Prometheus bei Hesiod nicht von den Fesseln befreit; die Strafe der Ankettung bleibt bestehen, sie ist offenbar ewig.cite-ref-11[11]
Laut Fragmenten eines heute groĂenteils verlorenen, traditionell Hesiod zugeschriebenen Frauenkatalogs ist Deukalion, der Held der griechischen Sintflutsage, ein Sohn des Prometheus.cite-ref-12[12]
Den Hintergrund von Hesiods VerstĂ€ndnis des Mythos bildet die Sonderstellung des Menschen im Kosmos. Aus der Sicht des Dichters ist die Menschheit aus einer engen Bindung an die Götterwelt und aus einem paradiesischen Urzustand herausgetreten und in eine Daseinsform gelangt, die von den MĂŒhseligkeiten der Arbeit bestimmt ist. Die List des Prometheus steht fĂŒr die Entfernung von den Göttern. Das Ergebnis ist eine VerselbstĂ€ndigung des Menschen, die Entstehung einer eigenen menschlichen Lebenswelt, die freilich in eine ĂŒbergreifende kosmische Gesetzlichkeit eingeordnet bleibt.cite-ref-13[13]
Umgestaltung in den Dramen des 5. Jahrhunderts v. Chr.
Aischylos, einer der erfolgreichsten Dramatiker der kulturellen BlĂŒtezeit Athens, brachte den Sagenstoff mehrmals auf die BĂŒhne. Zuerst schrieb er ein Satyrspiel, ein heiteres StĂŒck ĂŒber den Feuerraub mit dem Titel Prometheus der FeueranzĂŒnder, das heute verloren ist. Es bildete den Abschluss einer Tetralogie, einer aus drei Tragödien und dem Satyrspiel bestehenden Vierergruppe von Dramen, mit der Aischylos 472 v. Chr. im alljĂ€hrlichen Dichterwettkampf siegte. SpĂ€ter entstand Der befreite Prometheus, ein ernstes StĂŒck ĂŒber die Befreiungstat des Herakles. Von diesem BĂŒhnenwerk des Aischylos sind nur Fragmente erhalten geblieben, die immerhin eine Teilrekonstruktion des Handlungsablaufs ermöglichen. AuĂerdem ist der Werktitel Prometheus der FeuertrĂ€ger ĂŒberliefert; in der Forschung ist umstritten, ob er sich auf das Satyrspiel bezieht oder auf ein weiteres, unbekanntes Drama des Aischylos.cite-ref-14[14] VollstĂ€ndig erhalten ist die Tragödie Der gefesselte Prometheus (PromÄtheĂșs desmáčtÄs), in der die Bestrafung des Titanen dargestellt wird. Sie wird traditionell Aischylos zugeschrieben, doch in der Altertumswissenschaft wird die Frage ihrer Echtheit seit langem kontrovers diskutiert und ist weiterhin ungeklĂ€rt. Einer Hypothese zufolge hat Aischylosâ Sohn Euphorion das Drama verfasst, vielleicht auf der Basis eines von seinem Vater hinterlassenen Entwurfs, und es als dessen Werk ausgegeben.cite-ref-15[15]
Der befreite Prometheus
In diesem heute verlorenen Schauspiel des Aischylos wird nach dem rekonstruierten Ablauf der angekettete Prometheus von der Erdgöttin Gaia besucht. Sie will ihm zur Begnadigung verhelfen. Vergeblich wĂŒnscht sich der GequĂ€lte den Tod, als Gott ist er unsterblich. Erst nachdem er lange unter der Peinigung durch den Adler gelitten hat,cite-ref-16[16] erscheint Herakles und erlegt den Raubvogel, doch wagt er es nicht, ohne Erlaubnis des Göttervaters die Fesseln des Gefangenen zu lösen. Die Befreiung wird durch eine weitere Entwicklung ermöglicht: Prometheus hat erfahren, dass Zeus eine Gefahr droht. Der Göttervater beabsichtigt die Nymphe Thetis zu heiraten, da er von ihrer Schönheit ergriffen ist. Eine Weissagung, die Prometheus zu Ohren gekommen ist, besagt jedoch, Thetis werde einen Sohn gebĂ€ren, der seinen Vater ĂŒbertreffe. Ein solcher Sohn könnte den Weltherrscher Zeus stĂŒrzen, so wie dieser einst seinen Vater Kronos entmachtet hat. Prometheus warnt Zeus, worauf dieser auf die geplante VermĂ€hlung verzichtet und den StrĂ€fling aus Dankbarkeit begnadigt. Es kommt zur Versöhnung, der Titan wird von seinen Fesseln befreit und in seinen frĂŒheren Stand zurĂŒckversetzt.cite-ref-17[17]
Der gefesselte Prometheus
Die Handlung spielt sich in einer öden Gegend des Skythenlandes ab. Dorthin wird Prometheus als Gefangener gebracht. Hephaistos ist beauftragt, ihn an einen Felsen zu schmieden. Er Ă€uĂert sein MitgefĂŒhl fĂŒr den StrĂ€fling, kann sich aber dem Befehl des Zeus nicht widersetzen. Seine Gehilfen sind Kratos und Bia, deren sprechende Namen âMachtâ und âGewaltâ bedeuten. Bei der brutalen Fesselung, die drastisch beschrieben wird, treibt der unbarmherzige Kratos den zögernden Hephaistos an.cite-ref-18[18]
Der allein zurĂŒckgelassene Prometheus bricht in bittere Klagen ĂŒber sein Schicksal aus, das er wegen seiner Menschenliebe erleiden mĂŒsse. Bald treffen die Okeaniden ein, die geflĂŒgelten Töchter des Okeanos, die den grausam GequĂ€lten bemitleiden und die Hartherzigkeit des Zeus beklagen. Ihnen schildert Prometheus die Vorgeschichte. Sie begann mit dem Konflikt zwischen Zeus und den Titanen, die sich seinem Machtanspruch nicht beugen wollten. Die Titanen vertrauten auf ihre gewaltige Kampfkraft und missachteten den Rat des Prometheus, der ihre Niederlage voraussah und ein listiges Vorgehen empfahl. Um nicht mit ihnen zu unterliegen, wechselte Prometheus die Seite. Er schloss sich Zeus an, beriet ihn klug und trug wesentlich zur Sicherung seiner Herrschaft bei. Doch sobald der Sieger unangefochten im alleinigen Besitz der Macht war, erwies er sich als undankbar und wandte sich gegen die SchĂŒtzlinge seines Helfers: Er plante die Vernichtung der Menschheit. Prometheus konnte jedoch die Verwirklichung dieses Vorhabens verhindern und brachte ĂŒberdies den Sterblichen das Feuer. DafĂŒr muss er nun die grausame Rache des Machthabers erleiden. Doch Prometheus weiĂ von einem kĂŒnftig drohenden Anschlag, der den Untergang des Tyrannen herbeifĂŒhren wird, wenn dieser nicht rechtzeitig gewarnt wird. Verraten will er sein Geheimnis nur als Gegenleistung fĂŒr seine Freilassung, und ĂŒberdies fordert er EntschĂ€digung fĂŒr das erlittene Unrecht. Nun erscheint der hilfsbereite Okeanos, der mit Prometheus befreundet ist. Er rĂ€t zu Nachgiebigkeit und bietet sich als Vermittler an, stöĂt damit aber bei Prometheus auf Ablehnung. Darauf macht er sich auf den Heimweg.cite-ref-19[19]
Erneut setzt die Klage der Okeaniden ein. Der gefesselte Titan schildert ihnen das AusmaĂ seiner Wohltaten fĂŒr die Menschheit, die erst dank seiner Belehrung die Grundlagen der Zivilisation erhalten habe. Er habe den Menschen alle Kenntnisse und Fertigkeiten beigebracht, darunter das Rechnen und Schreiben, die ZĂ€hmung der Nutztiere, die Seefahrt, den Bergbau und die Heilkunst. Nun vertraut er auf die âNotwendigkeitâ, auf die Macht der Schicksalsgöttinnen, der Moiren, der sogar Zeus unterworfen ist. Sie wird nach seinen Worten eine Wende herbeifĂŒhren, wenn die Zeit dafĂŒr gekommen ist.cite-ref-20[20]
In der nĂ€chsten Szene erscheint Io, eine Königstochter, die von Zeus begehrt wurde und daher schwer unter der Eifersucht von dessen Gattin Hera zu leiden hat. Sie ist auf der Flucht. AusfĂŒhrlich schildert sie ihr trauriges Geschick. Mit Prometheus hat sie gemeinsam, dass sie ebenfalls ein unschuldiges Opfer göttlicher WillkĂŒr und Grausamkeit ist. Prometheus sagt ihr voraus, welche Irrfahrten und Nöte ihr noch bevorstehen, macht ihr aber auch Hoffnung auf eine kĂŒnftige Schicksalswende. Er spricht von seinem Geheimnis, dem drohenden Umsturz, den niemand auĂer ihm verhindern kann. Dieses Wissen verleiht ihm, dem Ă€uĂerlich Hilflosen, eine verborgene Ăberlegenheit ĂŒber den Herrscher der Welt.cite-ref-21[21]
Die letzte Szene beginnt mit dem Auftritt des Götterboten Hermes. Zeus hat erfahren, dass sein Gefangener ein wichtiges Geheimnis hĂŒtet, und will ihn zwingen, es zu verraten. Vergeblich versucht der Bote, den trotzigen Titanen zum Nachgeben zu bewegen. Prometheus besteht darauf, dass er zuvor freigelassen werden muss, und versichert, dass kein Schlag und keine Folter ihn beugen kann. Darauf droht ihm Hermes eine Steigerung der Qualen an: Prometheus soll, wenn er weiterhin schweigt, erst lange unter einem Felsen lebendig begraben sein; dann soll er hervorgeholt und von dem Adler gequĂ€lt werden, der ihm jeden Tag gierig einen Fetzen aus dem Leib reiĂen wird. Doch selbst diese Drohung kann den Gefangenen nicht umstimmen, und der Chor der Okeaniden erklĂ€rt sich mit ihm solidarisch. Da schwankt die Erde, Blitz und Donner kĂŒndigen den Beginn der neuen göttlichen Strafe an. Bevor Prometheus versinkt, ruft er Aither, den Himmel, zum Zeugen dafĂŒr an, dass er ungerecht leidet. Mit diesem Ausruf endet die Tragödie.cite-ref-22[22]
Interpretation
Die beiden Dramen unterscheiden sich stark in ihrer Konzeption und hinsichtlich der beabsichtigten Wirkung. Im Befreiten Prometheus brachte Aischylos seinen Glauben an einen gnĂ€digen Weltenlenker und sein Ideal der Eintracht zum Ausdruck. Er wollte dem Publikum die versöhnungsbereite Haltung des StrĂ€flings, der den Urheber seiner Leiden warnt, vor Augen fĂŒhren und die Belohnung dieser Ergebenheit durch die GroĂmut des begnadigenden Gottes verherrlichen. Eine völlig andere Perspektive bestimmt die Handlung des Gefesselten Prometheus. Diese Tragödie ist im Gegensatz zum versöhnlichen Befreiungsdrama des Aischylos von gnadenloser HĂ€rte geprĂ€gt. Hier erscheint Zeus als grausamer, rachsĂŒchtiger und törichter Despot, und Prometheus ist sein unbeugsamer Widersacher. Dieser Prometheus ist eine edle Idealgestalt: Vorausschauend erteilt er klugen Rat, im Kampf fĂŒr Gerechtigkeit bleibt er auch unter schwerster Belastung standhaft; uneigennĂŒtzig opfert er sich fĂŒr die Menschheit, die ihm alles zu verdanken hat. Offensichtlich gilt ihm die ganze Sympathie des Dichters. Die Herrschaft des Zeus wird mehrmals ausdrĂŒcklich als Tyrannis bezeichnet, sogar der Scherge Kratos benennt sie unverhohlen so. Der Göttervater wird als finsterer Usurpator dargestellt; er ist ein erst neuerdings gewaltsam an die Macht gekommener Despot, der weder ĂŒber LegitimitĂ€t noch ĂŒber Herrschertugend verfĂŒgt. Als typischer Tyrann ist er brutal, misstrauisch und ungerecht und kennt keine wahre Freundschaft.cite-ref-23[23]
Der Umgang mit dem Sagenstoff ist in beiden Werken frei und von den Erfordernissen der dramatischen Wirkung bestimmt, die mythische Ăberlieferung wird durch zusĂ€tzliche Akteure und Motive erweitert. Das neu eingefĂŒhrte Motiv der Zeus drohenden Gefahr, vor der Prometheus ihn warnen kann, spielt in beiden StĂŒcken eine wichtige Rolle, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Die Handlung des Befreiungsdramas bedarf dieser ErgĂ€nzung, weil hier eine von Hesiods Version stark abweichende Fassung des Mythos geboten wird: Prometheus wird nicht nur von der Folter erlöst, sondern vollstĂ€ndig begnadigt. Um diesen Sinneswandel des Zeus plausibel zu machen, fĂŒgte der Dichter die rettende Warnung ein: Der Titan weist den Göttervater auf die Gefahr hin, ohne eine Gegenleistung zu fordern, und stimmt ihn damit dankbar und gnĂ€dig. Völlig anders verhĂ€lt sich der Protagonist im Gefesselten Prometheus: Dort hĂ€lt Prometheus sein Wissen geheim und sieht darin ein Druckmittel gegen Zeus, wĂ€hrend dieser ihn seinerseits mit furchtbaren Drohungen einzuschĂŒchtern versucht. Das geheime Wissen macht aus dem Ă€uĂerlich wehrlosen Gefangenen einen ebenbĂŒrtigen Gegenspieler des Weltherrschers; jeder der beiden hat das Schicksal des anderen in der Hand. In der unterschiedlichen Handhabung dieses Motivs zeigt sich der Gegensatz zwischen den beiden Tragödien.cite-ref-24[24]
Neben sprachlichen, stilistischen und verstechnischen Argumenten stĂŒtzt vor allem die massive, fundamentale Gotteskritik im Gefesselten Prometheus die Hypothese, dass dieses Werk nicht von Aischylos stammt, sondern von einem unbekannten Autor des spĂ€ten 5. Jahrhunderts v. Chr., der das Konzept des berĂŒhmten Tragikers aufgriff und in seinem Sinn umwandelte. In dem StĂŒck ist alles darauf angelegt, dem Publikum Empörung ĂŒber die WillkĂŒr und Grausamkeit des Himmelsherrschers einzuflöĂen und den Widerstand gegen ihn zu rechtfertigen. Das widerspricht der Grundhaltung des frommen Aischylos, der das Walten der Götter fĂŒr legitim und gerecht hielt. FĂŒr die AuthentizitĂ€t der Tragödie spricht jedoch, dass die traditionelle Zuschreibung einhellig ĂŒberliefert ist und in der Antike niemals bezweifelt wurde.cite-ref-25[25]
Mit dem von Prometheus vereitelten Vorhaben des Zeus, die Menschheit zu vernichten, ist offenbar die âDeukalionische Flutâ, eine Sintflut, gemeint. Demnach kannte der Autor des Gefesselten Prometheus eine Version der Deukalionsage, der zufolge Prometheus seinem Sohn Deukalion durch kluge Beratung das Ăberleben der Flut ermöglichte.cite-ref-26[26]
Komödie
Von der Beliebtheit des Prometheus in der Bevölkerung Athens zeugt sein Auftreten als Figur in der attischen Komödie. Seine Schlauheit brachte ihm wohl in breiteren Schichten Sympathie ein. In der 414 v. Chr. aufgefĂŒhrten Komödie Die Vögel des Aristophanes prĂ€sentiert er sich als Menschenfreund, der bekanntlich alle Götter hasst. Er rĂ€t den Menschen, wie sie mit Zeus verhandeln sollen, der gerade von anderen Göttern bedrĂ€ngt wird und in Schwierigkeiten steckt. Hier ist die traditionelle Rolle des Titanen als trotziger Held ins Gegenteil verkehrt: Ăngstlich und nervös versteckt sich Prometheus unter einem Sonnenschirm vor den Blicken des möglicherweise vom Himmel herabschauenden Zeus.cite-ref-27[27]
Platons Verwertung des Stoffs
Der Philosoph Platon lieĂ in seinem Dialog Protagoras den Sophisten Protagoras einen Mythos von der Entstehung der Menschheit erzĂ€hlen. Nach dieser Geschichte waren Prometheus und Epimetheus im Auftrag der Götter maĂgeblich an der Erschaffung der irdischen Lebewesen beteiligt. Sie sollten die verschiedenartigen Geschöpfe mit allem zur Lebenserhaltung Benötigten ausstatten. Epimetheus ĂŒbernahm die Aufgabe, den einzelnen Arten die jeweils zum Schutz und zur Nahrungsbeschaffung erforderlichen Mittel und Eigenschaften zuzuteilen. Manchen Tierarten verlieh er Schnelligkeit, anderen StĂ€rke und Wehrhaftigkeit, manchen die FĂ€higkeit, durch Fliegen zu entkommen oder sich gut zu verstecken; den Beutetieren gab er groĂe Fruchtbarkeit, damit sie nicht ausgerottet wĂŒrden. Mit dichter Behaarung sorgte er fĂŒr ungĂŒnstige Witterung vor. So brauchte er die vorhandenen Mittel restlos auf. Als schlieĂlich Prometheus die Arbeit seines Bruders ĂŒberprĂŒfte, musste er feststellen, dass Epimetheus den Menschen vergessen hatte. Dieser war nackt und wehrlos geblieben. So sah sich Prometheus gezwungen, den Göttern das Feuer und technisches Wissen zu stehlen, um den Menschen das Ăberleben zu ermöglichen. UnzugĂ€nglich war ihm aber das Wissen ĂŒber das soziale Zusammenleben und die Organisation einer staatlichen Gemeinschaft, das in der Burg des Zeus verwahrt wurde und den Menschen daher bis auf weiteres versagt blieb.cite-ref-28[28]
Bei Platon ist Prometheus kein Rebell, sondern ein Beauftragter der Götter. Den Diebstahl begeht er notgedrungen; der Schuldige ist eigentlich nicht er selbst, sondern sein Bruder, der versagt hat. Damit wird der Konflikt zwischen Zeus und dem Titanen weitgehend ausgeblendet. Diese Darstellung entspricht Platons FrömmigkeitsverstĂ€ndnis; den Göttern darf kein unethisches Verhalten unterstellt werden. Vermutlich verwertete Platon fĂŒr die AusfĂŒhrungen seiner Dialogfigur Material des historischen Protagoras, doch ist unklar, inwieweit er in der mythischen ErzĂ€hlung authentisches Gedankengut des Sophisten wiedergab.cite-ref-29[29]
SpÀtere griechische Literatur
Im 3. Jahrhundert v. Chr. verfasste der Dichter Apollonios von Rhodos das Epos Argonautika, in dem er seine Version der Argonautensage erzĂ€hlte. Diesem Mythos zufolge fuhren die Argonauten, eine Schar von Helden, auf dem Schiff Argo von Thessalien nach Kolchis an der OstkĂŒste des Schwarzen Meeres, um dort das Goldene Vlies zu erbeuten. Als sie sich ihrem Ziel nĂ€herten, erblickten sie â so Apollonios â das Kaukasus-Gebirge, wo Prometheus an den Felsen gekettet war. Da sahen sie den Adler ĂŒber ihr Schiff hinwegfliegen, und bald darauf hörten sie die Schmerzensschreie des Titanen, dessen Leber herausgerissen wurde.cite-ref-30[30] In Kolchis erlangten sie die Hilfe der zauberkundigen Königstochter Medea. Diese verschaffte ihnen das Zaubermittel âPrometheionâ, ein Kraut, das zeitweilig gewaltige Kraft verleiht und unverwundbar macht, wenn man sich damit einreibt. Es wuchs dort, wo der Adler in den Schluchten des Kaukasus das Blut des Prometheus herabtrĂ€ufeln lieĂ.cite-ref-31[31]
Der Geschichtsschreiber Diodor, der im 1. Jahrhundert v. Chr. tĂ€tig war, deutete die Sage euhemeristisch als Mythifizierung historischer VorgĂ€nge. Nach seiner Interpretation war Prometheus kein Gott, sondern ein Mensch, der in Ăgypten als Statthalter einen Bezirk verwaltete. Als der Nil, den die Ăgypter wegen seiner reiĂenden Gewalt âAdlerâ nannten, nach einem Dammbruch das Gebiet des Statthalters ĂŒberschwemmte, wollte sich dieser aus Gram das Leben nehmen, doch der tĂŒchtige Herakles reparierte den beschĂ€digten Damm und brachte damit Prometheus von dem Suizid ab. Aus diesem Vorgang machten Dichter spĂ€ter den Mythos vom fressenden Adler und von der Befreiung des Titanen.cite-ref-32[32] Auf solche Weise erklĂ€rte Diodor auch den mythischen Feuerdiebstahl: Der historische Prometheus sei der Entdecker der âFeuerhölzerâ, der damaligen Form des Feuerzeugs, gewesen.cite-ref-33[33] Nach einer abweichenden Version der ĂberschwemmungserzĂ€hlung war Prometheus ein König der Skythen, dem es nicht gelang, die Ăberschwemmung eines Flusses zu verhindern, worauf er von seinen Untertanen gefangen gesetzt wurde; Herakles löste das Problem durch Umleitung des Flusses und befreite den König.cite-ref-34[34]
In der frĂŒhen römischen Kaiserzeit verfasste ein unbekannter Autor das Handbuch der griechischen Mythologie, das unter der Bezeichnung Bibliotheke des Apollodor bekannt ist. Darin findet sich eine Reihe von Angaben zu Prometheus. Als seine Mutter wird hier die Okeanide Asia genannt.cite-ref-35[35] Prometheus erscheint in dieser Ăberlieferung als Vater des Helden Deukalion, den er zur Zeit der âDeukalionischen Flutâ berĂ€t. Auf den Rat seines Vaters baut Deukalion das Schiff, mit dem er die Sintflut ĂŒbersteht.cite-ref-36[36]
Der Satiriker Lukian von Samosata schrieb im 2. Jahrhundert den Dialog Prometheus, in dem er den mythischen Stoff humoristisch umgestaltete. Hermes und Hephaistos sind beauftragt, den Titanen im Kaukasus anzufesseln. Nachdem sie einen geeigneten schneefreien Felsen gefunden und ihr Werk vollbracht haben, mĂŒssen sie noch auf das Eintreffen des Adlers warten. Die Wartezeit verbringen die drei Götter mit einem witzigen GesprĂ€ch, in dem der gefesselte Prometheus die Hauptrolle ĂŒbernimmt. Sie fingieren eine rhetorische Auseinandersetzung vor Gericht. Hermes, der selbst ein listiger Dieb und Gott der Diebe ist, klagt den StrĂ€fling wegen des Opferbetrugs und des Feuerdiebstahls an und beschuldigt ihn, eigenmĂ€chtig die Menschen erschaffen zu haben. Die Erschaffung des Menschen erscheint hier als ganz eigenstĂ€ndige Leistung des Titanen. Prometheus hĂ€lt eine lange Verteidigungsrede, in der er die Anklagepunkte so brillant widerlegt, dass Hermes nichts zu entgegnen weiĂ. Insbesondere rechtfertigt er seine Erzeugung der Menschheit. Die Existenz der Sterblichen sei fĂŒr die Götter durchaus vorteilhaft. Erst durch die Kleinheit der Menschen werde die GröĂe der Götter ins rechte Licht gerĂŒckt, und die BeschĂ€ftigung mit den Sterblichen vertreibe den Unsterblichen die Langeweile. Dieses Werk Lukians hat den Charakter einer von geistreicher Ironie durchdrungenen rhetorischen Ăbung.cite-ref-37[37] Ein anderer Teil der Prometheussage, die Begnadigung, ist das Thema des ersten Dialogs von Lukians GöttergesprĂ€chen, einer Sammlung von Unterhaltungen, in denen sich der Satiriker ĂŒber die Mythen lustig machte. In diesem kurzen Text verhandelt Prometheus mit Zeus erfolgreich ĂŒber seine Freilassung.cite-ref-38[38]
Lateinische Literatur
Die Rezeption des Mythos in der lateinischen Literatur begann mit der Tragödie Prometheus des römischen Dichters Lucius Accius, der im 2. und frĂŒhen 1. Jahrhundert v. Chr. lebte. Von diesem Werk ist bis auf zwei winzige Fragmente nichts erhalten geblieben.cite-ref-40[40]
Der Gelehrte Marcus Terentius Varro verfasste in den siebziger oder sechziger Jahren des 1. Jahrhunderts v. Chr. eine menippeische Satire in Dialogform mit dem Titel Prometheus liber (Der freie Prometheus),cite-ref-41[41] von der vierzehn kurze Fragmente ĂŒberliefert sind. Ihnen lĂ€sst sich entnehmen, dass vor allem die Rolle des Titanen als Menschenschöpfer aus philosophischer und kulturkritischer Sicht thematisiert wurde. Varro lieĂ offenbar Prometheus das Schöpfungswerk erlĂ€utern und beschrieb den Kulturverfall, der nach seiner Ansicht spĂ€ter eingetreten war. Angesichts dieses Niedergangs erschien das Wirken des Prometheus dem römischen Schriftsteller als fragwĂŒrdig.cite-ref-42[42]
Im Jahr 45 v. Chr. erörterte Marcus Tullius Cicero in seinen Tusculanae disputationes die philosophische Frage, ob der Schmerz ein Ăbel sei, was von den Stoikern bestritten wurde. Dabei fĂŒhrte er unter anderem die Qual des Prometheus als Beispiel an und zitierte eine poetische Klage des Gefolterten. Es handelt sich um eine lateinische Wiedergabe einer Passage des Befreiten Prometheus des Aischylos. Wahrscheinlich hat Cicero die Verse selbst gedichtet.cite-ref-43[43]
Zur Zeit des Kaisers Augustus (27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) lebte der Gelehrte Gaius Iulius Hyginus, zu dessen Werken wahrscheinlich das mythographische Handbuch Genealogiae und das astronomisch-mythographische Handbuch De astronomia zĂ€hlen. Die Genealogiae wurden frĂŒher einem mutmaĂlichen spĂ€teren Autor gleichen Namens, den man âHyginus Mythographusâ nannte, zugeschrieben und sind auch unter dem Titel Fabulae bekannt. In beiden Schriften sind GrundzĂŒge der Sage zusammengefasst, in den Genealogiae sehr knapp, in De astronomia ausfĂŒhrlicher. Bei Hyginus ist eine AusschmĂŒckung der BefreiungserzĂ€hlung ĂŒberliefert, wonach Prometheus nach seiner Begnadigung auf Befehl des Göttervaters einen Fingerring aus Stein und Eisen als symbolische Fesselung zur Erinnerung an seine Strafe tragen musste.cite-ref-44[44] In den Genealogiae als einziger Quelle ist als Name des Adlers Aethon (griechisch AĂthĆn) genannt.cite-ref-45[45] Eine weitere Zusammenfassung des Stoffs stammt von dem spĂ€tantiken Grammatiker Maurus Servius Honoratus, der in seinem Kommentar zu Vergils Eklogen auf die Sage einging. Er stellte Prometheus als auĂerordentlich scharfsinnigen Kenner der Gestirne dar, der auf dem Kaukasus den Himmel studiert und dann den Assyrern seine Kenntnisse auf diesem Gebiet beigebracht habe. Wie Hyginus erzĂ€hlte auch Servius von dem Fingerring.cite-ref-46[46]
Der Dichter Ovid ging in seinen Metamorphosen, die er im ersten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts vollendete, nicht nĂ€her auf den Mythos ein. Er erwĂ€hnte aber bei der Behandlung der Weltentstehung eine Version, nach der Prometheus Erde, die âHimmelssamen bewahrteâ, mit Regenwasser vermischte und daraus die Menschen nach dem Bild der Götter formte.cite-ref-47[47]
In der zweiten HÀlfte des 1. Jahrhunderts ging der Dichter Gaius Valerius Flaccus in seinem Epos Argonautica, das die Argonautenfahrt schildert, auch auf das mythische Geschehen um Prometheus ein. Bei ihm werden die Argonauten aus der Ferne indirekt Zeugen der Befreiungstat des Herakles (lateinisch Hercules), deren spektakulÀre Auswirkungen in der umgebenden Natur sie wahrnehmen, ohne zu wissen, wer handelt und was vorgeht.cite-ref-48[48]
FĂŒr die Christen stellte die mythische Ăberlieferung eine Herausforderung dar, weil sie einer untergeordneten und ĂŒberdies widerspenstigen Gottheit eine wesentliche Rolle bei der Erschaffung des Menschen zuschrieb. Gegen diese Vorstellung wandte sich im Jahr 197 der Kirchenschriftsteller Tertullian, der Gott als den wahren Prometheus bezeichnete.cite-ref-49[49] Bei den spĂ€tantiken KirchenvĂ€tern hingegen galt Prometheus als Mensch. Im frĂŒhen 4. Jahrhundert bezeichnete ihn Laktanz in seiner Epitome divinarum institutionum als Urheber des abscheulichen Götzenkults; er habe das erste Götzenbild angefertigt. Sein plastisches Abbild des Menschen sei so lebensecht gewesen, dass schon seine Zeitgenossen und spĂ€ter die Dichter ihn fĂ€lschlich als Schöpfer âlebendigerâ Menschen bezeichnet hĂ€tten.cite-ref-50[50] Eine andere ErklĂ€rung der Schöpfungssage fĂŒhrte im frĂŒhen 5. Jahrhundert der Kirchenvater Augustinus an: Prometheus habe als so ĂŒberragender Weisheitslehrer gegolten, dass man ihm die FĂ€higkeit zugetraut habe, Menschen aus Lehm zu erschaffen. Dabei nahm Augustinus auf eine Ăberlieferung Bezug, der zufolge Prometheus ein Zeitgenosse des Propheten Moses war.cite-ref-51[51] Eine christliche Umdeutung der Sage nahm auch der spĂ€tantike Mythograph Fulgentius in seiner Schrift Mitologiae vor. Er interpretierte den sprechenden Namen des âVorausdenkersâ Prometheus als Bezeichnung fĂŒr die Vorsehung Gottes und deutete das vom Himmel heruntergeholte göttliche Feuer als die von der Gottheit eingehauchte menschliche Seele.cite-ref-52[52]
Kulturgeschichtliche HintergrĂŒnde
Die sprechenden Namen âPrometheusâ und âEpimetheusâ scheinen darauf zu deuten, dass der âVorausdenkerâ kein altertĂŒmlicher Gott war, sondern eine Personifikation des abstrakten Konzepts Voraussicht mit dem Bruder als Kontrastgestalt. Da ihm die Zukunft vor Augen stand, war er zugleich eine Verkörperung der SchlĂ€ue und Klugheit. Möglich ist aber auch, dass âPrometheusâ ursprĂŒnglich ein Beiname einer alten Gottheit war, der sich spĂ€ter durchsetzte, wĂ€hrend der eigentliche Name vergessen wurde.cite-ref-53[53]
Zum Ă€ltesten Bestand der Sage gehört die Bedeutung des Feuerraubs als Beginn der Zivilisation. Der Aspekt der Zivilisierung wurde im Lauf der Entwicklung herausgearbeitet und nahm innerhalb der mythischen Tradition an Gewicht zu; aus dem bloĂen Dieb wurde ein Wissender und AufklĂ€rer. Als jĂŒngeres Sondermotiv kam die Menschenschöpfung hinzu. Durch die Erweiterungen des Mythos nahm die Rolle des Protagonisten betrĂ€chtlich an Bedeutung zu.cite-ref-54[54]
In dem Mythos und seiner geschichtlichen Entwicklung sind zwei kontrĂ€re Tendenzen erkennbar: Einerseits erscheint Prometheus als betrĂŒgerischer und trotziger Widersacher der höchsten Gottheit, der zu Recht fĂŒr seine Auflehnung bestraft wird, andererseits als uneigennĂŒtziger WohltĂ€ter und Lehrmeister der Menschheit und als tragischer Held, der zum Opfer göttlicher Rachsucht und WillkĂŒr wird. Dementsprechend sind die antiken Bewertungen seiner Taten und seines Schicksals unterschiedlich und teils schroff gegensĂ€tzlich. Sie drĂŒcken verschiedenartige weltanschauliche Grundhaltungen aus und sind zugleich Symptome des kulturgeschichtlichen Wandels.cite-ref-55[55]
In der Ă€ltesten ĂŒberlieferten Darstellung des Mythos dominiert die fromme Ăberzeugung, dass es ein Frevel sei, sich gegen den göttlichen Weltherrscher zu stellen. Die Folgen eines solchen verhĂ€ngnisvollen Fehlers betrachteten die Zeitgenossen Hesiods mit Schauder, die Sichtweise der herrschenden olympischen Götter war die maĂgebliche. Diese Beurteilung des mythischen Geschehens wurde auch in weit spĂ€teren Zeiten noch vertreten; in der augusteischen Epoche artikulierte sie der Dichter Horaz.cite-ref-56[56] Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. machte sich jedoch auch die gegenteilige Einstellung, die Sympathie und Solidarisierung mit dem verfolgten MenschheitswohltĂ€ter Prometheus, nachdrĂŒcklich geltend. In dieser Entwicklung spiegelte sich das Erstarken einer religionskritischen Strömung und das Aufkommen einer eigenstĂ€ndigen Reflexion ĂŒber die GĂŒltigkeit ethischer Normen. Der Prometheus-Mythos bot Gelegenheit, die Gerechtigkeit der göttlichen Weltlenkung in Zweifel zu ziehen oder gar offen zu bestreiten. In der âklassischen Epocheâ der griechischen Kulturgeschichte galt das ĂŒberlieferte Verhalten der olympischen Götter in manchen Kreisen der gebildeten Oberschicht nicht mehr als ĂŒber menschliche Kritik erhaben. Der Autor des Gefesselten Prometheus scheute sich nicht, Zeus als Tyrannen zu bezeichnen. In seiner demokratisch regierten Heimatstadt Athen war der Tyrannisvorwurf die schĂ€rfste Form, in der man MachtausĂŒbung kritisieren konnte.cite-ref-57[57]
Ein wesentlicher Faktor bei der Distanzierung von herkömmlichen religiösen Anschauungen war in der zweiten HĂ€lfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. der Einfluss der als Bildungsbewegung auftretenden Sophistik, der auch im Gefesselten Prometheus spĂŒrbar ist. Hinzu kam in der BlĂŒtezeit Athens der Stolz auf die kulturellen Leistungen und Errungenschaften, deren AnfĂ€nge mit dem Namen des Prometheus assoziiert wurden. Wer in der Folgezeit â wie Platon im 4. Jahrhundert v. Chr. â am Konzept einer guten Weltordnung und einer weisen, wohlwollenden göttlichen Vorsehung festhalten wollte, musste den Konflikt zwischen Zeus und Prometheus abmildern oder herunterspielen. Im Rahmen des kulturellen Wandels wurde der mythische Stoff umgestaltet und neu interpretiert.cite-ref-58[58]
In manchen FĂ€llen spiegelt sich in der Bewertung des zivilisatorischen Aspekts das Geschichtsbild des Beurteilenden. Wer wie Hesiod kulturpessimistisch eingestellt war, an die heile Welt eines anfĂ€nglichen Goldenen Zeitalters glaubte und den Geschichtsverlauf in erster Linie als Verfallsprozess wahrnahm, der neigte zu einer ambivalenten oder negativen EinschĂ€tzung des Anfangs der Zivilisation. Ganz negativ fiel auch das Urteil der zivilisationsfeindlichen Kyniker aus. Sie sahen im Feuerraub den Beginn einer Fehlentwicklung, die zu Verweichlichung und Genusssucht gefĂŒhrt habe. Wer hingegen wie der Autor des Gefesselten Prometheus einen Fortschrittsoptimismus pflegte und den Urzustand der Menschheit fĂŒr armselig und tierartig hielt, der sah in Prometheus den groĂen WohltĂ€ter, dem alle bedeutenden Errungenschaften zu verdanken seien.cite-ref-59[59]
Unbekannt ist der Ursprung der Rolle des Prometheus als Kunsthandwerker und Schöpfer, der zuerst die Tiere und dann auch die ersten Menschen aus Lehm erschuf. Jedenfalls ist hier sehr altes Sagenmaterial verarbeitet, wobei die Funktion einer altertĂŒmlichen Schöpfergottheit auf Prometheus ĂŒbertragen wurde. Teils hieĂ es, er habe nur den menschlichen Körper geformt und fĂŒr die Beseelung habe die Göttin Athene gesorgt, teils galt er als alleiniger Schöpfer des ganzen Menschen. Die wohl frĂŒhesten Bezeugungen dieses Zweiges des Mythos finden sich in âĂ€sopischenâ â dem ErzĂ€hler Ăsop zugeschriebenen â Fabeln, die allerdings nur in spĂ€ter Ăberlieferung vorliegen und daher nicht in ihrer ursprĂŒnglichen Gestalt fassbar sind. Falls tatsĂ€chlich Ăsop der Urheber oder ErzĂ€hler zumindest einer der Fabeln war, war dieser Stoff bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. verbreitet; belegt ist er aber erst ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. In einer Ă€sopischen Fabel kommt das auch von Platon verwendete Motiv vor, dass zuerst die Tiere geformt wurden und dann nicht mehr genug Stoff fĂŒr die Menschen ĂŒbrig war. UnzulĂ€nglichkeiten der menschlichen Natur und das Vorkommen von HomosexualitĂ€t werden in der Fabelliteratur auf Unachtsamkeiten zurĂŒckgefĂŒhrt, die Prometheus bei der Schöpfung unterlaufen seien.cite-ref-60[60]
Kult
Kultische Verehrung scheint Prometheus nur in Athen in gröĂerem AusmaĂ genossen zu haben. Nach einer umstrittenen Hypothese war er der Schutzgott mancher Handwerker, insbesondere der Töpfer.cite-ref-61[61] In dem Akadážmeia genannten Hain im Nordwesten von Athen auĂerhalb der Stadtmauer befand sich im 5. Jahrhundert v. Chr. ein Prometheus-Altar. Von dort ging ein Fackellauf in die Stadt aus, der Wettkampfcharakter hatte und jĂ€hrlich am Festtag des Gottes stattfand. Die Festlichkeiten dienten der VergegenwĂ€rtigung und wohl auch der rituellen Erneuerung des Aktes, mit dem Prometheus das Feuer gebracht hatte.cite-ref-62[62]
Ikonographie
Griechische, etruskische und römische KĂŒnstler und Kunsthandwerker â vor allem Vasenmaler, Bildhauer und Gemmenschneider â schufen zahlreiche Abbildungen von Szenen aus der Prometheussage. FĂŒr gewöhnlich erscheint der Titan als Mann reifen Alters, meist bĂ€rtig. Als Gefesselter ist er in der Regel nackt. Die im Lauf der Zeit schwankende Beliebtheit einzelner Motive lĂ€sst Wandlungen des Publikumsgeschmacks erkennen. Die Ă€ltesten bildlichen Darstellungen stammen aus der Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. Sie alle zeigen die Bestrafung; der Adler fliegt oder verzehrt die Leber des Gefesselten. Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde das Sujet der Erlegung des Adlers sehr geschĂ€tzt, dann trat es fĂŒr lĂ€ngere Zeit in den Hintergrund. Beim römischen Kunstpublikum stieĂen Bestrafung und Befreiung auf betrĂ€chtliches Interesse.cite-ref-63[63]
Der Akt des Feuerdiebstahls fand in der bildenden Kunst sehr wenig Beachtung. HĂ€ufiger wurde Prometheus als Ăberbringer des Feuers dargestellt, und zwar gewöhnlich in einer wohl aus dem heute verlorenen Satyrspiel des Aischylos stammenden Szene: Er ĂŒbergibt das kostbare Gut nicht den Menschen, sondern den Satyrn.cite-ref-64[64]
Ein beliebtes Motiv war ab der Epoche des Hellenismus die SchöpfertÀtigkeit des Titanen. Man pflegte seine mÀchtige Gestalt zusammen mit einem oder mehreren kleinfigurigen Menschen wiederzugeben. Die ersten Abbildungen finden sich auf Gemmen der zweiten HÀlfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. In der römischen Kaiserzeit wurde die Komposition erweitert: Die Göttin Athene kam als Mitwirkende hinzu. Sie setzt die Seele in Gestalt eines Schmetterlings in den von Prometheus modellierten Menschenkörper ein.cite-ref-65[65]
In der kaiserzeitlichen römischen Sarkophagplastik war der Mythos ein geschĂ€tztes Thema, wobei die Erschaffung des Menschen im Vordergrund stand. Ein um 220 geschaffener Prometheussarkophag stellt die einzelnen Szenen des Ablaufs der Sagenhandlung dar.cite-ref-66[66] Auf einem Sarkophagfragment aus dem 3. Jahrhundert erweckt Prometheus eine Menschenfigur zum Leben, indem er sie mit ausgestrecktem Mittel- und Zeigefinger berĂŒhrt; diese Art der Beseelung wurde in einer Reliefdarstellung des biblischen Menschenschöpfungsakts auf einem christlichen Sarkophag der beginnenden SpĂ€tantike ĂŒbernommen. Auch sonst zeigen sich ikonographische Ăbereinstimmungen zwischen den Prometheussarkophagen und einer Gruppe von christlichen Sarkophagen des 4. Jahrhunderts.cite-ref-67[67]
Mittelalter und FrĂŒhrenaissance
Im Mittelalter wussten die Gebildeten West- und Mitteleuropas relativ wenig von dem Mythos, denn die Hauptquellen (Hesiod, Tragödie, Platon, Lukian) waren ihnen nicht zugĂ€nglich; immerhin kannten manche Gelehrte betrĂ€chtliche Teile des in antiken HandbĂŒchern ĂŒberlieferten Stoffs. Man fasste Prometheus als historische Person auf. Er galt als groĂer Entdecker, und ihm wurden die ersten plastischen Abbilder des menschlichen Körpers zugeschrieben. Seine Rolle als menschenfreundlicher Widersacher der Gottheit, die schlecht in das christliche Weltbild passte, wurde weitgehend ignoriert. In der Mythographie wurde die Sage symbolisch ausgelegt. Dort erscheint Prometheus als ĂŒberaus kluger Naturforscher, und der fressende Adler symbolisiert die MĂŒhsal ĂŒbermĂ€Ăiger Anstrengungen bei der Erforschung der Bewegungen der Himmelskörper. Man glaubte, die ErzĂ€hlung vom Feuerdiebstahl im Himmel sei entstanden, weil Prometheus die Ursache des Blitzschlags herausgefunden habe; dank seinem VerstĂ€ndnis dieses himmlischen Feuers habe er den Feuergebrauch eingefĂŒhrt.cite-ref-68[68]
Einen Sonderfall bildet der Gelehrte Alexander Neckam, der um 1200 ein grammatisches und lexikalisches Handbuch mit dem Titel Corrogationes Promethei (Sammlungen des Prometheus) verfasste. Dort bezeichnete er sich selbst als neuen Prometheus; er sah sich als Kulturbringer, der mit seinem Werk Ungebildeten vielfĂ€ltigen Unterricht erteile. Mit dieser Selbstbeschreibung nahm erstmals ein Mensch fĂŒr sich selbst die Rolle des Titanen in Anspruch. Hier zeigt sich der Beginn einer Entwicklung, die dazu fĂŒhrte, dass aus Prometheus eine Identifikationsfigur wurde, ein Muster fĂŒr die Menschheitsgeschichte und das aktuelle Leben der Menschen.cite-ref-69[69]
In der FrĂŒhrenaissance zeigten die italienischen Humanisten ab etwa der Mitte des 14. Jahrhunderts Interesse an dem Stoff. Francesco Petrarca (1304â1374) kannte eine Version des Mythos, in der Prometheus nicht von einem Adler, sondern von einem Geier gequĂ€lt wird; es handelt sich um eine Variante, die schon in der römischen Kaiserzeit bezeugt ist und in der Neuzeit öfters rezipiert wurde. Petrarca meinte, die Legende habe einen historischen Kern, der darin bestehe, dass Prometheus die Einsamkeit des Kaukasus aufgesucht habe, um in unermĂŒdlichem Forscherdrang die RĂ€tsel der Welt zu lösen. Der fressende Vogel symbolisiere die Anstrengung des Forschers, die ihn schwĂ€che.cite-ref-70[70] Dieser Ansicht war auch Petrarcas Freund Giovanni Boccaccio (1313â1375), der in seiner Schrift Genealogia deorum gentilium eine ausfĂŒhrliche Beschreibung und neuartige Auslegung des Mythos vorlegte. Boccaccio nahm einen âzweifachenâ Prometheus an, da in der mythischen Ăberlieferung zwei verschiedene Personen vermengt seien. Der erste Prometheus sei Gott als Schöpfer des ânatĂŒrlichenâ Menschen. Er habe seinem Geschöpf Leben und den Verstand eingehaucht, aber ihm keine Bildung vermittelt. Daher sei der natĂŒrliche Mensch unwissend gewesen und habe wie ein Tier gelebt. Der Urheber der Zivilisation sei der zweite Prometheus gewesen, ein weiser Mann, der beschlossen habe, die Barbarei der Menschheit zu beenden. Unter dem Feuer sei die Klarheit des Wissens zu verstehen, das dieser Kulturbringer von Gott bezogen und den Menschen gebracht habe. Mit der BegrĂŒndung der Zivilisation habe er den Menschen gleichsam neu erschaffen. Der zweite Prometheus sei in Wirklichkeit nicht nach der Beschaffung des âFeuersâ zur Strafe im Kaukasus angekettet worden, sondern habe sich vor seiner GroĂtat freiwillig dort aufgehalten, um einsam Studien zu treiben. Mit dem quĂ€lenden Adler seien die anstrengenden Gedanken gemeint, mit denen er sich dort geplagt habe.cite-ref-71[71] Boccaccios durchweg positives Bild des vermenschlichten Kulturhelden Prometheus erweist ihn als VorlĂ€ufer spĂ€terer Renaissance-Humanisten wie Giovanni Pico della Mirandola, die den Geist des weisen, kreativen und insofern gleichsam göttlichen Menschen verherrlichten. Ăhnlich dachte der Schriftsteller Filippo Villani, ein jĂŒngerer Zeitgenosse Boccaccios. Er sah in Prometheus das Sinnbild des bedeutenden KĂŒnstlers. Die bildende Kunst ahme die Natur nach und sei somit eine Nachschöpfung nach dem Vorbild von Gottes Werk. Dieser Gedanke liege der antiken Legende vom erschaffenden Prometheus zugrunde.cite-ref-72[72]
Der Philosoph Marsilio Ficino (1433â1499), der an die Tradition des antiken Platonismus anknĂŒpfte, deutete die Qual des vom Geier gepeinigten Prometheus als Symbol fĂŒr die generelle Lage des Menschen. Dieser sei als irdisches Wesen an die Materie gefesselt, bemĂŒhe sich vergeblich um die Lösung der WeltrĂ€tsel und leide unter seiner geistigen UnzulĂ€nglichkeit. Zwar sei der Mensch in den Besitz des himmlischen Feuers der Vernunft gelangt, doch gerade dies mache ihn unglĂŒcklich, da ihm die letzte Wahrheit dennoch verborgen bleibe. Ăhnlich Ă€uĂerte sich Ficinos MĂ€zen, der Florentiner Staatsmann und Dichter Lorenzo il Magnifico (1449â1492). Er verherrlichte das mythische Goldene Zeitalter, dem Prometheus ein Ende gesetzt habe, da er zu viel habe wissen wollen. Mit seinem unmĂ€Ăigen Forscherdrang habe er die Menschheit beunruhigt und um ihre frĂŒhere glĂŒckliche Daseinsweise gebracht.cite-ref-73[73]
FrĂŒhe Neuzeit
In der FrĂŒhen Neuzeit war die Rezeption der mythischen Ăberlieferung von einer stark erweiterten Quellenbasis und von der Auseinandersetzung mit der Symbolik des Kulturschöpfers und ZivilisationsbegrĂŒnders geprĂ€gt. Dabei spaltete sich die herkömmliche Deutungstradition durch Umformungen und Neuinterpretationen in verschiedenartige Zweige auf. In einer FĂŒlle von literarischen und kĂŒnstlerischen Bearbeitungen zeigte sich die fortdauernde Fruchtbarkeit des Stoffs.
Die Urteile ĂŒber Prometheus schwankten zwischen Verherrlichung seiner FĂ€higkeiten und Leistungen und scharfem Tadel an seinem Ăbermut und an den Folgen der ihm zugeschriebenen kulturhistorischen Weichenstellung. Kritik entzĂŒndete sich zum einen an seiner Rolle als Initiator eines als problematisch wahrgenommenen Zivilisationsprozesses, zum anderen an seinem selbstbewussten Auftreten gegenĂŒber der herrschenden Gottheit. In der Emblematik wurde die harte Bestrafung als Folge seiner Verwegenheit dargestellt und als abschreckendes Beispiel genutzt; die Lehre daraus sei, dass der Mensch nicht aus vermessener Neugier versuchen solle, in Gottes Geheimnisse einzudringen.cite-ref-74[74] Im spĂ€ten 18. Jahrhundert fĂŒhrte die Bewegung von Sturm und Drang zu einer neuen WertschĂ€tzung der Gestalt des Titanen, der nun als rebellisches Genie dem Zeitgeschmack entsprach und entsprechend verherrlicht wurde.cite-ref-75[75]
Einen bedeutenden, aber erst spĂ€t in die Breite wirkenden Impuls erhielt die neuzeitliche Rezeption durch die Wiederentdeckung des im Mittelalter auĂerhalb des Byzantinischen Reichs unbekannten Gefesselten Prometheus. Schon 1423 war die wichtigste Handschrift von Konstantinopel nach Florenz gelangt, 1518 erschien der erste Druck des griechischen Originaltextes. Es folgten ab 1555 lateinische Ăbersetzungen. Dennoch schenkten die Humanisten des 16. Jahrhunderts diesem Drama wenig Beachtung, es entsprach nicht ihrem Geschmack. Oft bezogen sie ihre Kenntnisse aus mythographischen HandbĂŒchern. Im 17. Jahrhundert nahm das Interesse an der Sage deutlich ab. Erst in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts wurde der Gefesselte Prometheus ins Italienische, Englische, Französische und Deutsche ĂŒbertragen.cite-ref-76[76]
Philosophie
Der humanistische Philosoph Charles de Bouelles prĂ€sentierte 1510/1511 in seiner Schrift De sapiente Prometheus als Urbild des Weisen, des Menschen im eigentlichen Sinne, der sich dank seinem Intellekt ĂŒber seinen ursprĂŒnglichen Naturzustand erhebe, die gesamte Welt erforsche und im Himmel â der geistigen Welt â das Kostbarste von allem erlange, das Feuer der Weisheit, das er dann zur Erde bringe. Auch Pietro Pomponazzi (1462â1525) identifizierte die mythische Figur mit dem Philosophen und Naturforscher, der sich ausschlieĂlich der Wissenschaft widme und beim Ringen um die Lösung der WeltrĂ€tsel Qualen erleide wie der antike Held, sowohl durch seine geistige MĂŒhsal als auch durch die Verachtung und die Verfolgungen, denen er in einer verstĂ€ndnislosen Umgebung ausgesetzt sei.cite-ref-77[77]
Giordano Bruno schrieb in einem 1585 veröffentlichten satirischen Dialog, Prometheus habe das Feuer entwendet, um das Licht in der Vernunft zu entzĂŒnden. Dieser Mythos sei Metapher fĂŒr dasselbe Thema wie die biblische ErzĂ€hlung von Adam, der die HĂ€nde ausgestreckt habe, um die verbotene Frucht vom Baum der Wissenschaft zu pflĂŒcken. Bruno war der Ăberzeugung, Wissen werde erlangt, indem man es âjageâ oder âstehleâ. Dazu sei erforderlich, dass der Mensch das göttliche Verbot ĂŒbertrete und der Gottheit den Anspruch auf exklusives Wissen streitig mache. Nicht die eselhafte Geduld und der Gehorsam der Christen, sondern die JĂ€gertugenden der Aufmerksamkeit und des schnellen Zugreifens fĂŒhrten zum Erfolg.cite-ref-78[78]
Francis Bacon widmete dem Titanen das Kapitel Prometheus oder Die Lage des Menschen in seiner 1609 publizierten Schrift ĂŒber antike Weisheit. AusfĂŒhrlich beschrieb er aus seiner Sicht die Bedeutung einzelner Episoden des Mythos, dessen Hauptziel es sei, den Menschen als Mittelpunkt und Zweck des ganzen Universums zu zeigen. Bacon ging von einer Version der Prometheussage aus, die in antiken Quellen ĂŒberliefert ist, aber erst durch das 1551 gedruckte mythographische Handbuch des Gelehrten Natale Conti einer breiteren Ăffentlichkeit bekannt geworden war. Nach Bacons Wiedergabe dieser Erweiterung der Legende erwiesen sich die Menschen als undankbar, nachdem Prometheus ihnen den Gebrauch des Feuers gezeigt hatte: Sie begaben sich zu Jupiter (Zeus) und klagten ihren WohltĂ€ter bei ihm an. Als der Göttervater und die ĂŒbrigen Götter von dem Diebstahl erfuhren, zĂŒrnten sie aber keineswegs, sondern waren sogar ĂŒber das Geschehene entzĂŒckt. Sie lieĂen den Menschen nicht nur das Feuer, sondern machten ihnen ein weiteres Geschenk: die ewige Jugend. In ĂŒbermĂ€Ăiger Freude luden die Menschen diese Gabe auf den RĂŒcken eines Esels, der sich damit auf den Heimweg machte. Unterwegs litt der Esel an groĂem Durst. Er gelangte zu einer Quelle, doch diese wurde von einer Schlange bewacht, die ihm das Trinken nur unter der Bedingung erlaubte, dass er ihr dafĂŒr das ĂŒberlieĂ, was er auf dem RĂŒcken trug. Der arme Esel willigte ein, und so verloren die Menschen die ewige Jugend. â Bacon sah im Prometheus-Mythos eine symbolische Darstellung der Lage des Menschen. Die bei Jupiter erhobene Anklage gegen den Feuerbringer deutete er als berechtigte Klage des Menschen ĂŒber die UnzulĂ€nglichkeit der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnis, die der Verbesserung bedĂŒrfe. Darin zeige sich die menschliche Unzufriedenheit mit dem bereits Erreichten, die Absage an den Stillstand und das fortdauernde Streben nach neuen Erfindungen. Dieser Wille zum Fortschritt habe Jupiter erfreut und zu der weiteren Gabe bewogen, denn eine solche Einstellung sei belohnenswert. Der Esel als trĂ€ges Tier symbolisiert fĂŒr Bacon die Langsamkeit eines auf bloĂem Erfahrungswissen ohne theoretische Einsicht beruhenden Fortschritts der Wissenschaft. Die Menschen hĂ€tten den Fehler begangen, das Geschenk der Götter einem schwerfĂ€lligen, stumpfsinnigen Lasttier aufzuladen.cite-ref-79[79]
Thomas Hobbes zog in der 1647 erschienenen zweiten Auflage seiner Schrift De cive den Mythos fĂŒr seine verfassungsgeschichtliche Argumentation heran. Er sah im Göttervater den ReprĂ€sentanten der ursprĂŒnglichen und ĂŒberlegenen Staatsform, der Monarchie. Mit dem Feuerdiebstahl und der SchöpfertĂ€tigkeit des Titanen sei die EinfĂŒhrung der jĂŒngeren Staatsformen Aristokratie und Demokratie gemeint. Diese seien dadurch zustande gekommen, dass der erfinderische menschliche Verstand (Prometheus) die Gesetzgebung und das Justizwesen der Monarchie (Jupiter) durch Nachahmung (den Feuerraub) entlehnt und mit diesem âFeuerâ ein aristokratisches oder demokratisches Kollektiv (das Geschöpf des Prometheus) erzeugt habe. Die Urheber und Förderer dieses Umsturzes wĂŒrden wie der Titan bestraft: Statt unter der natĂŒrlichen Königsherrschaft sicher und behaglich zu leben, mĂŒssten sie bestĂ€ndig unter den Sorgen und Konflikten leiden, die sich aus ihren Staatsordnungen ergĂ€ben.cite-ref-80[80]
Die französischen AufklĂ€rer des 18. Jahrhunderts hielten wenig von Mythologie und befassten sich daher relativ selten und nur beilĂ€ufig mit der Gestalt des Prometheus. Keiner von ihnen â mit Ausnahme von Voltaire â sah in dem Titanen den ReprĂ€sentanten eines revolutionĂ€ren Geistes.cite-ref-81[81]
Jean-Jacques Rousseau fĂ€llte 1750 in seiner zivilisationskritischen Abhandlung ĂŒber die Wissenschaften und die KĂŒnste ein vernichtendes Urteil ĂŒber die Tat des Prometheus. Er befand, der Fortschritt der Wissenschaften und KĂŒnste habe die Sitten korrumpiert und die Menschen durch Luxus und Verweichlichung geschwĂ€cht und unglĂŒcklich gemacht. Die fruchtlose Wissbegierde habe lauter Ăbel hervorgebracht. Statt der Tugenden wĂŒrden die Talente honoriert. Prometheus, der Erfinder der Wissenschaften, sei ein der MuĂe der Menschen feindlich gesinnter Gott, den die Griechen von den Ăgyptern ĂŒbernommen hĂ€tten. Sie hĂ€tten ihn ungĂŒnstig beurteilt, wie die Sage von seiner Bestrafung erkennen lasse.cite-ref-82[82]
Belletristik
Dichterische Rezeption im 16. und 17. Jahrhundert
In der Lyrik der Renaissance wurde die Sage gewöhnlich in konventionellem Sinn und nur beilĂ€ufig thematisiert, oft ohne Bezug zu einem symbolischen Hintergrund. Die Qual des bestraften Titanen diente als Gemeinplatz bei der Darstellung von Leiden aller Art. Insbesondere in der Liebeslyrik zog man sie heran, um die Not einer unerfĂŒllten Liebe durch einen drastischen Vergleich auszumalen, wobei dem Adler oder Geier die Rolle der quĂ€lenden Leidenschaft zufiel. Die begehrte Frau wurde mit der UnglĂŒcksbringerin Pandora oder mit dem gestohlenen Feuer verglichen. Zu den Dichtern, die den Stoff in diesem Kontext verwerteten, zĂ€hlen Pierre de Ronsard, Joachim du Bellay und Maurice ScĂšve. In einer anderen Interpretation setzte Ronsard Prometheus allegorisch mit dem biblischen Adam gleich, das heiĂt mit der menschlichen Natur, die von Christus erlöst worden sei wie der antike Dulder von Herakles. Den Adler identifizierte der Dichter hier mit dem unerbittlichen alttestamentlichen Gesetz, das von der Gnade Christi ĂŒberwunden worden sei. RĂ©my Belleau widmete der Klage des gefesselten Prometheus ĂŒber die Ungerechtigkeit seiner Bestrafung ein langes Gedicht.cite-ref-83[83]
Nur vereinzelt erscheint Prometheus in der Renaissance-Dichtung als Vorbild poetischer Schaffenskraft oder als BegrĂŒnder der Poesie. Nach der Schilderung des lateinisch dichtenden Humanisten Marco Girolamo Vida in seiner 1527 publizierten Poetik hat die Menschheit ihrem mythischen WohltĂ€ter nicht nur das Feuer zu verdanken, sondern auch die Dichtkunst.cite-ref-84[84] George Chapman griff dieses Motiv 1594 auf. Er stellte Prometheus als Schöpfer dar, der den Menschen ohne fremde Hilfe nach seinem eigenen Konzept geschaffen habe. Von solcher Art seien auch die genialen, ĂŒbermenschlichen Dichter, die aus ihrer Phantasie eine Welt hervorzaubern; sie seien âPromethean Poetsâ.cite-ref-85[85]
Ein dĂŒsteres Bild zeichnete hingegen LuĂs de CamĂ”es in seinem portugiesischen Epos Die Lusiaden (1572). Er warf Prometheus vor, er habe als Schöpfer dem Menschen ĂŒble Leidenschaften eingepflanzt, zu deren Folgen die Kriege zĂ€hlten. CamĂ”es beklagte, dass die prometheische AnmaĂung unter den Menschen nicht ausrottbar sei.cite-ref-86[86]
Edmund Spenser fĂŒhrte im 1590 gedruckten zweiten Buch seines Epos The Faerie Queene Prometheus als Menschenschöpfer ein, der einen Körper aus Teilen vieler verschiedener Tierarten zusammengesetzt habe. Dann habe er im Himmel das Feuer gestohlen, um seine Kreatur, die er Elfe nannte, damit zu beseelen.cite-ref-87[87]
Der spanische Dichter Pedro CalderĂłn de la Barca verarbeitete den Stoff in seiner Komödie La estatua de Prometeo (Die Statue des Prometheus), die 1677 erschien. Im Mittelpunkt steht der Gegensatz zwischen den BrĂŒdern Prometheus und Epimetheus. Epimetheus ist ein JĂ€ger, ein ungebildeter Kraftmensch, der die kriegerische Göttin Pallas verehrt. Prometheus hingegen strebt nach philosophischer Erkenntnis und widmet sich dem Kult der Weisheitsgöttin Minerva, der Schwester der Pallas. Nach dem Scheitern seines Vorhabens, auf die rohe Bevölkerung des Kaukasus belehrend und zivilisierend einzuwirken, zieht sich Prometheus in eine Höhle zurĂŒck und wendet sich der Kunst zu. Er schafft eine Statue der Minerva. Sein Bruder ist von der Schönheit der Skulptur begeistert und will dieser Göttin einen Tempel weihen. Damit erregt Epimetheus aber die Eifersucht der Pallas. Sie befiehlt ihm, die Statue zu zerstören. Epimetheus beschlieĂt jedoch, das bewunderte Kunstwerk nicht zu vernichten, sondern zu entwenden, zu verstecken und fĂŒr sich zu behalten. In der Höhle trifft er Prometheus. Dieser hat inzwischen dank Minervas Gunst den Himmel aufsuchen dĂŒrfen und dort einen Sonnenstrahl geraubt. Mit dem entwendeten himmlischen Licht erweckt er nun das Bildnis der Göttin zum Leben. Da greift Pallas zu einer List: Die belebte Statue, die den Namen Pandora trĂ€gt, erhĂ€lt das GefÀà des Unheils. Die Ăbel entweichen, und sogleich setzt Zwietracht ein. Unter den Kaukasiern bilden sich zwei feindliche Parteien, es droht ein Krieg. Epimetheus ist in Pandora verliebt, doch sie lehnt ihn ab, ihre Neigung gilt Prometheus. SchlieĂlich erscheint der Gott Apollon und fĂŒhrt eine Versöhnung herbei. Prometheus heiratet Pandora. â Mit diesem heiteren StĂŒck wollte CalderĂłn dem Publikum die Verwicklungen vor Augen fĂŒhren, die sich aus dem Streben nach höheren Werten und dessen SpannungsverhĂ€ltnis zur Leidenschaft ergeben.cite-ref-88[88]
Interpretationen und literarische Kontroversen der AufklÀrungszeit
Der einflussreiche frĂŒhe AufklĂ€rer Anthony Ashley Cooper, 3. Earl of Shaftesbury beschrieb 1710 sein Ideal eines Autors, der die Bezeichnung âDichterâ wirklich verdiene. Ein solcher Dichter sei âin der Tat ein zweiter Schöpfer, ein wahrer Prometheus unter Jupiterâ. Wie die Gottheit als höchster Werkmeister oder die allgemeine bildende Natur schaffe er ein stimmiges, wohlausgewogenes Ganzes.cite-ref-89[89] Die These vom Dichter als Prometheus und zweitem Schöpfer unter Jupiter wurde im 18. Jahrhundert gelĂ€ufig.cite-ref-90[90]
Jonathan Swift verfasste 1724 ein satirisches Gedicht mit dem Titel Prometheus. In Swifts Satire ist am himmlischen Thron Jupiters eine herabhĂ€ngende Goldkette befestigt, die bis zur Erde reicht und an deren unterem Ende alle menschlichen Belange hĂ€ngen. Prometheus stiehlt diese Kette, ersetzt sie durch eine Messingkette und prĂ€gt aus dem Gold MĂŒnzen. Von dieser Zeit an bringen die Menschen dem Zeus keine Opfer mehr dar. Darauf wird der ĂbeltĂ€ter auf Jupiters Befehl mit seiner eigenen Kette gefesselt und seine Leber den Geiern zum FraĂ gegeben. Den aktuellen Bezug enthĂŒllte Swift selbst: Mit Jupiter meinte er König Georg I. und mit Prometheus den korrupten MĂŒnzmeister William Wood, dem er eine Bestrafung wie die des Prometheus wĂŒnschte, wobei KrĂ€hen die Rolle der Geier ĂŒbernehmen sollten.cite-ref-91[91]
Voltaire verarbeitete den Stoff in seinem 1748 veröffentlichten âphilosophischenâ Opernlibretto Pandore, in dem Prometheus den Tyrannen Jupiter herausfordert. Der himmlische Machthaber weigert sich aus Missgunst, die von Prometheus angefertigte Statue der Pandora zu beseelen. Darauf beschafft sich der Titan das himmlische Feuer und fĂŒhrt damit selbst die Belebung durch. Sogleich verliebt sich Pandora in ihren Schöpfer. Der eifersĂŒchtige Jupiter lĂ€sst sie in sein Reich entfĂŒhren, aber es gelingt ihm nicht, ihre Gunst zu gewinnen. Prometheus rebelliert und versucht mit den Titanen den Himmel zu erstĂŒrmen, um die EntfĂŒhrte zu befreien. Das Vorhaben misslingt, doch Pandora darf zu ihrem Geliebten zurĂŒckkehren. Sie hat von Jupiter das verhĂ€ngnisvolle KĂ€stchen erhalten. Gegen den Willen des Prometheus öffnet sie es in seiner Abwesenheit, worauf die Ăbel entweichen. Das Unheil breitet sich aus, doch dem Paar bleiben Liebe und Hoffnung. Die Liebenden werden am Rande von AbgrĂŒnden leben, aber die Liebe wird die AbgrĂŒnde mit Blumen bedecken. Erde und Himmel bleiben fĂŒr immer getrennt. â Mit dem religionskritischen BĂŒhnenwerk wollte Voltaire seine vorsichtig optimistische EinschĂ€tzung der Zukunft einer selbstbestimmten Menschheit zum Ausdruck bringen.cite-ref-92[92]
Im Gegensatz zu Voltaire, der fĂŒr Emanzipation von religiöser Bevormundung warb, behandelten die zeitgenössischen BĂŒhnenautoren Pierre Brumoy und Jean-Jacques Lefranc de Pompignan den Stoff aus christlicher Sicht. Sie wollten anhand ihrer Versionen des mythischen Geschehens die ĂŒblen Folgen eigenwilliger Missachtung der göttlichen Weltordnung zeigen.cite-ref-93[93]
Christoph Martin Wieland bekĂ€mpfte mit literarischen Mitteln die Kulturtheorie Rousseaus. In seine 1770 veröffentlichten BeytrĂ€ge zur Geheimen Geschichte des menschlichen Verstandes und Herzens fĂŒgte er eine fiktionale ErzĂ€hlung ein: In einem Traum begegnet der Autor dem gefesselten Prometheus, der ihn befragt, was aus seinen Geschöpfen, den Menschen, geworden sei. Wieland berichtet ihm unter anderem von Rousseaus These, der Zustand der Menschheit werde sich erst bessern, wenn sie die Zivilisation aufgebe und in den âStand der Naturâ zurĂŒckkehre. DarĂŒber machen sich beide lustig. Prometheus enthĂŒllt den Grund, aus dem er den Menschen erschaffen hat: Er war auf den Einfall gekommen, die Erde zu bevölkern, weil er gerade nichts Besseres zu tun hatte. Es war ein bloĂes Spiel.cite-ref-94[94] Im Jahr 1779 behandelte Wieland dieselbe Thematik in seinem satirischen Singspiel Pandora, in dem er Prometheus die Rolle des Schöpfers zuwies, der âvor lauter Langeweileâ die Menschen zu seiner eigenen Unterhaltung geschaffen hat und spĂ€ter ĂŒber das Unheil erzĂŒrnt ist, in das sich seine Kreaturen verwickelt haben. Auch mit diesem Werk protestierte Wieland gegen die von Rousseau initiierte Idealisierung eines angeblich optimalen Urzustands der Menschheit. Sein Prometheus wollte den Menschen vollendete GlĂŒckseligkeit verschaffen, doch mit dieser Absicht machte er sie zu so gutmĂŒtigen, einfĂ€ltigen und gleichartigen Wesen, dass ihr Leben dumpf und eintönig verlief. Sie kannten keine Herausforderung und keine Entwicklung. Daher hielt er es bei ihnen vor Langeweile nicht mehr aus und verlieĂ sie.cite-ref-95[95]
Sturm und Drang
FĂŒr die Bewegung Sturm und Drang in der deutschen Literatur wurde Prometheus ab den 1760er Jahren zum herausragenden ReprĂ€sentanten ihres LebensgefĂŒhls. Als rebellisches Genie von gewaltiger Schöpferkraft verkörperte er das Ideal der GenieĂ€sthetik, das dieser von jugendlichem Aufbruchsgeist geprĂ€gten Strömung vorschwebte. Er galt als Vorbild fĂŒr eine Menschheit, die sich von traditionellen AutoritĂ€ten und deren MachtansprĂŒchen emanzipiert und sozial, politisch und geistig nach uneingeschrĂ€nkter Selbstbestimmung strebt. Zugleich betrachtete man ihn als Urbild der autonomen KĂŒnstler- oder Autorenpersönlichkeit, die sich selbstbewusst von den Fesseln herkömmlicher Ă€sthetischer Normen befreit, GroĂes wagt, ihrer individuellen Natur und Bestimmung treu bleibt und ihre Werke schöpferisch wie ein Gott hervorbringt. Nach der Ăberzeugung der âStĂŒrmer und DrĂ€ngerâ erschafft ein solcher genialer Autor oder KĂŒnstler seine eigene Kunstwelt wie Prometheus die Menschenwelt. Dabei dachte man in erster Linie an das Dichtergenie.cite-ref-96[96]
Den AnstoĂ zur Statuierung des Prometheus als Symbolfigur der neuen Strömung gab Johann Gottfried Herder 1766/67 in seinem Versuch einer Geschichte der lyrischen Dichtkunst, wo er erklĂ€rte, jedes Volk habe seinen Prometheus, der den Feuerfunken des Genies vom Himmel gestohlen habe; die Dichtkunst sei göttlichen Ursprungs und sie sei allen Nationen natĂŒrlich. Shaftesburys Gedanken aufgreifend konstatierte Herder 1769, ein echter Dichter erschaffe seine Werke âals zweiter Prometheusâ und sei als solcher ein âSchöpfer unsterblicher Götter und sterblicher Menschenâ.cite-ref-97[97]
Der junge Johann Wolfgang von Goethe wĂŒrdigte 1771 in seiner Rede Zum SchĂ€kespears Tag Shakespeare mit den Worten: âEr wetteiferte mit dem Prometheus, bildete ihm Zug vor Zug seine Menschen nach, nur in kolossalischer GröĂe.âcite-ref-98[98] Im Zeitraum zwischen 1773 und Anfang 1775cite-ref-99[99] verfasste Goethe zwei Werke, in denen er sein VerstĂ€ndnis des Mythos literarisch gestaltete: das Dramenfragment Prometheus und ein gleichnamiges Gedicht, das gewöhnlich als âHymneâ oder âOdeâ bezeichnet wird.cite-ref-100[100] Im Dramenfragment hat sich Prometheus im Trotz gegen seinen Vater Jupiter aus dem Götterhimmel entfernt, um die Statuen zu erschaffen, aus denen das Menschengeschlecht entstehen soll. Vergeblich versuchen ihn Merkur und Epimetheus nacheinander zum Gehorsam und zur RĂŒckkehr zu ĂŒberreden. Ein verlockendes Angebot der olympischen Götter lehnt er schroff ab, weil er niemandes Knecht sein will. Die Weisheitsgöttin Minerva tritt auf und will zunĂ€chst vermitteln, doch schlieĂlich lĂ€sst sie sich vom Freiheitsideal des Rebellen so tief beeindrucken, dass sie zu seiner Helferin wird: Sie fĂŒhrt ihn zum âQuell des Lebensâ, wo die Statuen beseelt werden. Merkur berichtet Jupiter empört von Minervas âHochverratâ und von der Erschaffung lebendiger Menschen, doch der Göttervater unternimmt nichts dagegen, denn er ist sich sicher, dass dieses âWurmgeschlechtâ ihm, dem Herrscher der Welt, kĂŒnftig unterworfen sein wird. Prometheus jedoch hĂ€lt Jupiter stolz und unbeugsam entgegen, er habe die Menschen nach seinem eigenen Bilde geformt â âzu leiden, weinen, zu genieĂen und zu freuen sich / und dein nicht zu achten / wie ich!â.cite-ref-101[101] Das Hauptmotiv des Dramas ist Prometheusâ Erfahrung seiner selbst als eines autonomen Subjekts. Sein Konflikt mit Jupiter wird als Konfrontation zwischen einem ungerechten, autoritĂ€ren Vater und seinem freiheitsliebenden Sohn inszeniert â eine im Sturm und Drang beliebte Thematik. Mit der Entlarvung und Demontage des tyrannischen Vatergotts verbindet sich die Selbstvergötterung des genialen, schöpferischen Sohnes. Dasselbe Gedankengut drĂŒckt Goethes Prometheus-Hymne aus. Seine Gestaltung des mythischen Stoffs war auch eine Absage an Gehorsam fordernde AutoritĂ€ten seiner Zeit, an das christliche Gottesbild und den Machtanspruch der FĂŒrsten.cite-ref-102[102] Allerdings ist im Dramenfragment auch Goethes hintergrĂŒndige Ironie erkennbar. Prometheus erstrebt zwar aus der Sicht des Autors mit Recht ein individuelles, freies Leben, ist aber â wie Jupiter â in der Einseitigkeit seines SelbstgefĂŒhls befangen. Mit seiner Selbstherrlichkeit und seiner Verachtung anderer isoliert er sich von der Ganzheit des Kosmos. Er distanziert sich von einem Ganzen, in das er sich frĂŒher oder spĂ€ter unvermeidlich wieder einordnen muss. Goethe ironisiert die sich absolut setzende schöpferische Selbstherrlichkeit.cite-ref-103[103]
FrĂŒhe Klassik und FrĂŒhromantik
Nach dem Ende der Epoche von Sturm und Drang kam Herder noch mehrmals auf den Mythos zurĂŒck. Im Jahr 1795 schrieb er den Dialog Voraussicht und ZurĂŒcksicht, in dem Prometheus und Epimetheus rĂŒckblickend ihre unterschiedlichen Haltungen und Vorgehensweisen besprechen. Sieben Jahre spĂ€ter schuf Herder das dramatische Gedicht Der entfesselte Prometheus, in dem er den Leidensweg des Titanen als Triumph der Beharrlichkeit darstellte. Hier findet das Werk des Rebellen schlieĂlich die Zustimmung der Götter, die âreine Menschlichkeitâ als gröĂtes Göttergeschenk wird verwirklicht.cite-ref-104[104]
Ein Nachklang von Herders Optimismus findet sich in August Wilhelm Schlegels 1797 entstandenem frĂŒhromantischem Gedicht Prometheus. Es beginnt mit wehmĂŒtiger Erinnerung an den Frieden und das GlĂŒck des vergangenen Goldenen Zeitalters, mit dessen Ende ein furchtbarer Niedergang eingesetzt hat. Da die alte Menschheit nicht mehr zu retten ist, schafft Prometheus eine neue. Nach seinen Worten darf die âgoldne Kindheitâ der Menschheit, die âim weichen SchooĂ der Lust verstrichâ, nicht wiederkehren. Gefragt ist jetzt kreative Anstrengung; im entbehrungsreichen Kampf gegen ĂŒbermĂ€chtig scheinende Hindernisse hat sich der Mensch, der auf seine innere Kraft vertraut, zu bewĂ€hren. Um sein Geschöpf zu beseelen, beschafft Prometheus das Feuer. Da tritt ihm seine kulturpessimistisch eingestellte Mutter Themis entgegen, warnt ihn vor den verhĂ€ngnisvollen Folgen seiner Tat und schildert ihm weissagend seine kĂŒnftige Bestrafung durch Zeus. Ihren dĂŒsteren Voraussagen stellt er seine Hoffnung auf die menschliche EntwicklungsfĂ€higkeit entgegen. Er sieht im Menschen das freie Wesen, das auf seinem Weg durch IrrtĂŒmer zur Vollendung schreitet und âsich zu schaffen nur geschaffen istâ.cite-ref-105[105]
Bildende Kunst
In der bildenden Kunst der FrĂŒhen Neuzeit war Prometheus ein sehr beliebtes Sujet. Gewöhnlich wurde eine der bekannten Szenen aus dem mythischen Geschehen herausgegriffen. Als Menschenschöpfer erscheint der Titan â teils mit dem Feuer, mit dem er seine Geschöpfe beseelt â unter anderem auf Fresken von Domenico Beccafumi (1524/25)cite-ref-106[106] und Giovanni Francesco Barbieri, genannt âil Guercinoâ (um 1616),cite-ref-107[107] einer Zeichnung von Parmigianino (um 1524/1527),cite-ref-108[108] einem DeckengemĂ€lde von Francisco Pacheco (1603)cite-ref-109[109] und ĂlgemĂ€lden von Pompeo Batoni (1740/43)cite-ref-110[110] und Franz Anton Maulbertsch (um 1788).cite-ref-111[111] Als FeuertrĂ€ger ist er auf einem GemĂ€lde von Jan Cossiers (um 1636/38) abgebildet.cite-ref-112[112] Weitaus am zahlreichsten sind Darstellungen der Bestrafung; dabei ist Prometheus manchmal mit Vulcanus (Hephaistos) zu sehen, am hĂ€ufigsten mit dem fressenden Adler. Motive dieser Art zeigen unter anderem ein Emblem im Emblembuch von Andrea Alciato (1531, mit Adler),cite-ref-113[113] ein Fresko von Benvenuto Tisi âil Garofaloâ (1540, mit Adler),cite-ref-114[114] ĂlgemĂ€lde von Gregorio MartĂnez y Espinosa (zwischen 1590 und 1596, mit Adler),cite-ref-115[115] Peter Paul Rubens (1618 vollendet; den Adler malte Frans Snyders),cite-ref-116[116] Dirck van Baburen (1623, Prometheus und Vulcanus),cite-ref-117[117] Jusepe de Ribera (um 1630/31, mit Adler),cite-ref-118[118] Theodoor Rombouts (vor 1637, mit Adler),cite-ref-119[119] Paulus Moreelse (um 1634/38, mit Adler),cite-ref-120[120] Jacob Jordaens (1642, mit Adler),cite-ref-121[121] Gioacchino Assereto (vor 1649, mit Adler),cite-ref-122[122] Jacques de lâAnge (um 1640/1650),cite-ref-123[123] Salvator Rosa (um 1648/1650, mit Adler),cite-ref-124[124] Frans Wouters (vor 1659, mit Adler),cite-ref-125[125] Luca Giordano (um 1660, mit Adler)cite-ref-126[126] und Francesco Foschi (vor 1780, mit Adler),cite-ref-127[127] Zeichnungen von George Romney (um 1778/1779),cite-ref-128[128] John Flaxman (1794)cite-ref-129[129] und Richard Cosway (um 1785/1800, mit Adler),cite-ref-130[130] Bronzeskulpturen von Philippe Bertrand (1703, mit Adler)cite-ref-131[131] und François Dumont (1710, mit Adler),cite-ref-132[132] eine Bronzestatuette von Giovanni Battista Foggini (vor 1716, Prometheus und Merkur mit Adler)cite-ref-133[133] und eine Marmorskulptur von Nicolas SĂ©bastien Adam (1762, mit Adler).cite-ref-134[134] Seltener wurde die Befreiung als Thema gewĂ€hlt; sie ist das Sujet von GemĂ€lden von Nicolas Bertin (1703)cite-ref-135[135] und Johann Heinrich FĂŒssli (1781/1785)cite-ref-136[136] sowie einer Bronzestatuette von François Lespingola (um 1675/1700).cite-ref-137[137] Mehrere Motive aus der Prometheussage vereinen zwei zwischen 1510 und 1515 entstandene Truhenbilder (cassoni) des Malers Piero di Cosimo.cite-ref-138[138] Auf einem Deckenfresko von Francesco Morandini âil Poppiâ (1570) ĂŒberreicht Natura, die Personifikation der Natur, Prometheus eine Gabe, mit der sie ihn wohl zum Herrn der KĂŒnste ernennt und ihm die Schöpferrolle ĂŒbertrĂ€gt.cite-ref-139[139] Wandteppiche des 16. Jahrhunderts prĂ€sentieren Prometheus nicht antikisierend, sondern in zeitgenössischem KostĂŒm.cite-ref-140[140]
Musik
In der Musik der FrĂŒhen Neuzeit war die Rezeption des Mythos gering. In der 1613 veröffentlichten Masque The Lords Maske von Thomas Campion wird die prometheische Menschenschöpfung thematisiert.cite-ref-141[141] 1669 wurde im kaiserlichen Palast in Wien Antonio Draghis Oper El Prometeo gespielt. Giovanni Battista Bassani schuf die 1683 uraufgefĂŒhrte Oper Prometeo liberato. Georg Christoph Wagenseil komponierte die Serenade Il Prometeo assoluto (Prometheus befreit, UrauffĂŒhrung 1762) und John Abraham Fisher die OuvertĂŒre fĂŒr die Pantomime Prometheus (UrauffĂŒhrung 1775).cite-ref-142[142] Zum Ausklang der FrĂŒhen Neuzeit kreierte Ludwig van Beethoven in den Jahren 1800/1801 seine Ballettmusik âDie Geschöpfe des Prometheusâ.
Moderne
Die moderne Rezeption des Mythos knĂŒpfte zunĂ€chst an die Sichtweise des Sturm und Drang an. Im 19. Jahrhundert, vor allem in der Epoche der Romantik, wurde die prometheische Auflehnung gegen den Machtanspruch einer fragwĂŒrdigen etablierten AutoritĂ€t verherrlicht und auf die jeweilige Gegenwart bezogen. Auch das damit verbundene Motiv der Emanzipation der Menschheit von ihrer anfĂ€nglichen Unwissenheit und Hilflosigkeit entfaltete eine starke Faszinationskraft. Philosophen, Dichter, Schriftsteller und KĂŒnstler nutzten die Interpretations- und Gestaltungsmöglichkeiten, die ihnen der Stoff bot. Der Name Prometheus stand fĂŒr wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, Wissen und Zivilisation, zugleich auch fĂŒr die ZurĂŒckweisung unterdrĂŒckerischer religiöser Dogmen und fĂŒr den politischen Kampf gegen Tyrannei. Die antike mythische Gestalt wurde zum Symbol fĂŒr den Menschen schlechthin, fĂŒr sein kraftvolles Aufbegehren und seinen Kampf gegen widrige MĂ€chte. Fortschrittsoptimisten feierten den Triumph des âprometheischenâ Menschen, der sich als autonomes Wesen konstituiert und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.cite-ref-143[143] FĂŒr manche Autoren war dabei Goethes Prometheusbild aus der Zeit von Sturm und Drang wegweisend. Die jungdeutsche Bewegung der 1830er Jahre berief sich darauf und zog daraus revolutionĂ€re politische Konsequenzen, vor denen Goethe selbst zurĂŒckgeschreckt war.cite-ref-144[144]
Daneben machten sich aber auch gegenlĂ€ufige Tendenzen bemerkbar, und ab dem spĂ€ten 19. Jahrhundert wurden vermehrt kritische Stimmen laut. Das prometheische Ideal des autoritĂ€tsfreien, schöpferischen Individuums, das dank seinem Wissen selbst die Rolle der entthronten Götter ĂŒbernimmt und eine glĂ€nzende Zukunft schafft, wurde angezweifelt. Skeptiker und Kulturpessimisten kritisierten das prometheische Bewusstsein als fragwĂŒrdige Selbstvergötterung und problematisches Streben nach grenzenloser Macht. Im 20. Jahrhundert wurde der von Prometheus verkörperte unbedingte Selbstverwirklichungswille verstĂ€rkt als zwiespĂ€ltig wahrgenommen. Man bemĂŒhte sich um Ausleuchtung der Chancen und der Gefahren, die in der Natur der prometheischen Revolte liegen.cite-ref-145[145]
Mythenforschung
In vielen Teilen der Welt sind ErzĂ€hlungen entstanden, denen zufolge der menschliche Feuergebrauch mit einem Diebstahl oder Betrug begann: Das Feuer wurde einer Gottheit gestohlen oder aus dem Himmel oder einem MĂ€rchenland entwendet, oder das Wissen ĂŒber seine Erzeugung wurde durch Ăberlistung des ursprĂŒnglichen Besitzers erlangt. Oft wird der Diebstahl als Tat eines legendĂ€ren Helden beschrieben, eines listigen Kulturheros vom Typus des Tricksters. Den Hintergrund solcher ErzĂ€hlungen bildet die Annahme eines antagonistischen VerhĂ€ltnisses zwischen Göttern und Menschen. Die Menschen sind nicht durch die Gunst des ursprĂŒnglichen göttlichen EigentĂŒmers des Feuers, sondern durch den Wagemut eines schlauen Helfers in den Besitz des kostbaren Guts gelangt.cite-ref-146[146]
In der Ă€lteren Forschung erregten die Ăbereinstimmungen zwischen den Feuersagen zahlreicher Ethnien groĂe Aufmerksamkeit. Schon 1859 untersuchte Adalbert Kuhn, ein Pionier der vergleichenden Mythenforschung, die Ăhnlichkeit des Prometheusstoffs mit indischem Sagengut.cite-ref-147[147] Seine Hypothese, dieser Befund deute auf AbhĂ€ngigkeit der Ă€ltesten griechischen Fassung von einem indischen Urmythos, fand betrĂ€chtliche Resonanz, unter anderem bei Louis SĂ©chan, stieĂ aber auf den Widerspruch von Georges DumĂ©zil. Eine umfangreiche Zusammenstellung und Untersuchung des Ăberlieferungsmaterials publizierte 1930 der Religionsethnologe James George Frazer.cite-ref-148[148] Die neuere Forschung ist von der Vermutung eines geschichtlichen Zusammenhangs zwischen der griechischen und der indischen Ăberlieferung abgekommen.cite-ref-149[149] Es wird aber mit der Möglichkeit gerechnet, dass die Ă€ltesten griechischen Gestalter des Mythos Rohmaterial aus dem vorderasiatisch-anatolischen Kulturraum vorfanden, das sie fĂŒr ihre Zwecke grundlegend umformten.cite-ref-150[150] AuĂerdem bestehen auffĂ€llige Ăbereinstimmungen zwischen der Prometheussage und Legenden aus der Kaukasusregion sowie der skandinavischen Loki-Sage. Dabei geht es um die Fesselung und Folterung eines Riesen bzw. Gottes, der bestraft wird. Ein historischer Zusammenhang gilt als wahrscheinlich, eine Ursage als gemeinsame Ausgangsbasis scheint plausibel, doch fehlt es an zuverlĂ€ssigen Anhaltspunkten fĂŒr eine Bestimmung der Entwicklung des Sagenmaterials.cite-ref-151[151]
Johann Jakob Bachofen brachte 1861 in seiner Untersuchung Das Mutterrecht den Wesensunterschied zwischen Prometheus und Epimetheus mit dem âGegensatz in der Denkweise der Muttervölker und der Vatergeschlechterâ in Zusammenhang. Aus Bachofens Sicht dominiert bei den matriarchal organisierten âMuttervölkernâ das stoffliche Prinzip der passiven, formlosen, ungestalteten Hyle, bei den Vatergeschlechtern das geistige Prinzip der formgebenden Idee, des Eidos. Der fremdbestimmte Epimetheus reprĂ€sentiert das matriarchale Ăbergewicht des Stoffs und der unbewussten Naturnotwendigkeit, wĂ€hrend der Menschenschöpfer Prometheus als Symbol mĂ€nnlicher Gestaltungskraft das geistige Prinzip vertritt. Das Vaterprinzip, das auf die Sonne hinweist, gelangt âdurch prometheische Leiden hindurch zum endlichen Siegeâ.cite-ref-152[152]
Hans-Georg Gadamer untersuchte die Geschichte und Symbolik der Sage 1946 in seinem Aufsatz Prometheus und die Tragödie der Kultur. Er meinte, im Prometheusmythos habe sich von frĂŒh an âdie abendlĂ€ndische Menschheit in ihrem eigenen KulturbewuĂtsein gedeutetâ. Die Geschichte der Deutung dieses âSchicksalsmythos des Abendlandesâ sei âdie Geschichte der abendlĂ€ndischen Menschheit selbstâ. Nach Gadamers Interpretation besteht das Wesentliche der Tat des Prometheus darin, dass er den Menschen, indem er ihnen die Kultur brachte, die FĂ€higkeit zur Selbsthilfe gab, die zuvor ein Vorrecht der Götter gewesen war. Somit war die Kultur selbst ein Frevel gegen die Götter. Die Problematik der dadurch entstandenen Lage der Menschheit zeigt sich in einem tragischen Widerspruch âim Herzen der menschlichen Kulturâ: Der âStolz des menschlichen Kulturwillensâ ist â so Gadamer â âunmĂ€Ăig und verzweifelt zugleichâ, weil der Mensch zwar Herrliches erschaffen, aber die VergĂ€nglichkeit nicht aufheben kann. Hierin sieht Gadamer den Hintergrund des Gefesselten Prometheus: âKulturbewuĂtsein ist immer schon Kulturkritikâ.cite-ref-153[153]
Der Religionswissenschaftler Karl KerĂ©nyi widmete der Gestalt des Prometheus 1946 eine Untersuchung, in der er die Sage in den Zusammenhang des Weltbilds der antiken Griechen am Anfang ihrer Geistesgeschichte einordnete und den Protagonisten als Sinnbild des Menschen auffasste. Nach seinen Worten wird im Mythos vom Handeln und Leiden des Feuerbringers âdas unvermeidliche Unrechttun als ein Grundzug der menschlichen Existenzâ dargestellt. Unvermeidlich ist es, weil die Menschheit ohne das Feuer zugrunde gegangen wĂ€re; Unrecht ist es, weil der Mensch auf ein Gut, das ihm nicht gehört, keinen Anspruch erheben kann. Das Bekenntnis des reuelosen Prometheus zu seiner bewusst und gern begangenen Tat und deren Folgen zeigt nach KerĂ©nyis VerstĂ€ndnis die Richtigkeit der âDeutung des prometheischen Schicksals als selbsterwĂ€hlte menschliche Existenzâ.cite-ref-154[154]
Ein wichtiges Forschungsthema ist die Frage nach der vorhesiodischen Urfassung des Mythos. Es wird angenommen, dass Hesiod fĂŒr seine Schilderung den Stoff einer Ă€lteren, heute verlorenen ErzĂ€hlung verwertete und umgestaltete. Dabei handelte es sich offenbar um eine naiv-lustige, wohl in epischer Form dargebotene Geschichte, in der Zeus eine unvorteilhafte Rolle spielte. Nach diesem alten Schwank wurde der Göttervater nicht nur beim Feuerraub bestohlen, sondern auch bei der Teilung des Opfers in Mekone von Prometheus hereingelegt. Das missfiel dem frommen Hesiod. Da Hesiod an der Ăbertölpelung des göttlichen Weltherrschers beim Opfer AnstoĂ nahm, behauptete er, Zeus habe von Anfang an durchschaut, dass List im Spiel war. Unproblematisch war fĂŒr ihn hingegen der Umstand, dass Zeus beim Feuerraub der Bestohlene war, denn ein solches GetĂ€uschtwerden durch heimlichen Frevel minderte in seinen Augen die göttliche GröĂe nicht. Eine Allwissenheit im Sinne des christlichen Begriffs schrieb er dem Göttervater nicht zu, nur als Betrogenen wollte er ihn nicht sehen.cite-ref-155[155]
Unterschiedlich gedeutet wird das Opfer des Prometheus bei Hesiod. Jean Rudhardt verwirft die gĂ€ngige Interpretation, nach der es sich um das erste Opfer handelt, das den Göttern dargebracht wurde. Vielmehr gehe es in Hesiods ErzĂ€hlung um die Trennung von Göttern und Menschen, die nach dem Mythos damals stattgefunden habe; das erste Opfer sei ein spĂ€terer Akt der WiederannĂ€herung der beiden getrennten Welten gewesen, den Deukalion nach der Flut vollzogen habe. Den Aspekt der Scheidung und Entfremdung von Göttern und Menschen betont auch Jean-Pierre Vernant, der aber in Prometheus den BegrĂŒnder der Opfer sieht.cite-ref-156[156]
Philosophie
Georg Wilhelm Friedrich Hegel legte in seinen Berliner Vorlesungen den Mythos aus. Prometheus habe den Menschen das âSittliche, Rechtlicheâ nicht gegeben, sondern ânur die List gelehrt, die Naturdinge zu besiegen und zum Mittel menschlicher Befriedigung zu gebrauchenâ. Als Titan habe er zu den âaltenâ Göttern gehört. Daher sei er im Gegensatz zu den neuen, olympischen Göttern unfĂ€hig gewesen, etwas âGeistigeres und Sittlicheresâ â die âStaatseinrichtungâ â zu vermitteln. Die Feuerverwendung sei zunĂ€chst nur âin den Dienst der Selbstsucht und des Privatnutzensâ gestellt worden. Der nie endende Schmerz, den der nagende Geier verursachte, drĂŒcke den Umstand aus, dass die bloĂe Befriedigung natĂŒrlicher BedĂŒrfnisse nie zur SĂ€ttigung fĂŒhre, denn das BedĂŒrfnis wachse immer fort wie die Leber des Prometheus.cite-ref-157[157]
Im Marxismus fand der Mythos in der Gestalt, die er im Gefesselten Prometheus erhalten hatte, von Anfang an hohe WertschĂ€tzung. Karl Marx schrieb 1841 in der Vorrede zu seiner Dissertation, Prometheus sei âder vornehmste Heilige und MĂ€rtyrer im philosophischen Kalenderâ; seine radikale Absage an die Götterwelt sei das eigene Bekenntnis der Philosophie, âihr eigener Spruch gegen alle himmlischen und irdischen Götter, die das menschliche SelbstbewuĂtsein nicht als die oberste Gottheit anerkennenâ.cite-ref-158[158]
Arthur Schopenhauer deutete 1851 Prometheus als Personifikation der menschlichen Vorsorge, des Denkens an morgen. Dieses Privileg habe der Mensch zwar gegenĂŒber den Tieren, doch mĂŒsse er dafĂŒr durch die unablĂ€ssige Qual der Sorge bĂŒĂen, die der nagende Geier verkörpere.cite-ref-159[159]
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (â 1854) Ă€uĂerte sich in einer spĂ€ten Vorlesung zur Bedeutung der Prometheus-Gestalt. Er betrachtete sie als Verkörperung des Gedankens, âin dem das Menschengeschlecht, nachdem es die ganze Götterwelt aus seinem Innern hervorgebracht, auf sich selbst zurĂŒckkehrend, seiner selbst und des eigenen Schicksals bewuĂt wurdeâ. Prometheus sei âin seinem Rechtâ, er habe nicht anders handeln können, denn er sei durch eine sittliche Notwendigkeit dazu getrieben worden. Doch auch seine Bestrafung sei notwendig gewesen, denn ânur um solchen Preis erkauft sich die Freiheit und UnabhĂ€ngigkeit von Gottâ. Dieser Widerspruch könne nicht aufgehoben werden; das Schicksal der Menschheit sei âvon Natur ein tragischesâ.cite-ref-160[160]
Friedrich Nietzsche befand 1872 in seiner Schrift Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, der innerste Kern der Prometheussage sei die dem titanisch strebenden Individuum gebotene Notwendigkeit des Frevels. Nach Nietzsches Deutung stellt der Feuerdiebstahl âeinen peinlichen unlösbaren Widerspruch zwischen Mensch und Gott hinâ und rĂŒckt ihn âwie einen Felsblock an die Pforte jeder Culturâ. Die Menschheit erkĂ€mpft sich selbst ihre Kultur; sie erringt das Beste und Höchste, dessen sie teilhaftig werden kann, durch einen Frevel und muss dann dessen Folgen, eine Flut von Leiden und KĂŒmmernissen, hinnehmen. Der Gefesselte Prometheus verherrlicht den herben Stolz und die aktive SĂŒnde des titanischen Schöpfers. Die âerstaunliche Schreckenstiefeâ dieser Tragödie liegt fĂŒr Nietzsche darin, dass âdie Werdelust des KĂŒnstlers, die jedem Unheil trotzende Heiterkeit des kĂŒnstlerischen Schaffens nur ein lichtes Wolken- und Himmelsbildâ ist, âdas sich auf einem schwarzen See der Traurigkeit spiegeltâ.cite-ref-161[161]
Der Schriftsteller Alfred Döblin befasste sich 1938 in seinem kulturphilosophischen Essay Prometheus und das Primitive mit dem âPromethismusâ, der âTechnik und Haltung des Feuermachens, der Werkzeuge und Waffenâ, die er als âAuĂentechnikâ den religiösen Praktiken und MaĂnahmen, der âInnentechnikâ, gegenĂŒberstellte. Die Innentechnik versuche die Verbindung der Individuen mit dem Urzustand, der vor der Individuation bestanden habe, herzustellen. Prometheus sei das Sinnbild des Menschen, der diesen Urzustand verlasse und dann als âprimitivâ abwerte. Mit seinem âforschenden technischen Triebâ eile er der Natur, die vor ihm zurĂŒckweiche, nach. Bei ihm mĂŒsse es zur Ăberhebung und zu Tragik kommen. Döblin analysierte in seinem Essay die psychischen und kulturgeschichtlichen Folgen der Vorherrschaft des âprometheischen Triebsâ.cite-ref-162[162]
Albert Camus stellte 1946 in seinem Essay PromĂ©thĂ©e aux enfers (Prometheus in der Hölle) die Frage nach der Bedeutung des Mythos fĂŒr die Gegenwart. Nach seinem Befund waren seine Zeitgenossen taub fĂŒr den groĂen Schrei der prometheischen Revolte. Der antike Held â so Camus â hat den Menschen zugleich das Feuer und die Freiheit gegeben, die Techniken und die KĂŒnste; aus seiner Sicht gehören Maschine und Kunst zusammen. Der moderne Mensch jedoch, der sich einseitig der Faszination der Technik hingibt und dabei seinen Geist sterben lĂ€sst, hat das nicht begriffen. Er begeht Verrat an seinem WohltĂ€ter Prometheus.cite-ref-163[163]
Herbert Marcuse beschrieb 1955 Prometheus als den âArchetypus des Helden des Leistungsprinzipsâ. Der Kulturheld zeige sich in dieser Gestalt wie in den meisten FĂ€llen als der schlaue BetrĂŒger und leidende Rebell gegen die Götter, âder die Kultur um den Preis dauernden Leids schafftâ. Er symbolisiere die ProduktivitĂ€t, die rastlose Anstrengung das Leben zu meistern. Aus solcher ProduktivitĂ€t resultiere ein Fortschritt, der mit MĂŒhsal und UnterdrĂŒckung unlösbar verflochten sei. In der Welt des Prometheus erscheine Pandora, das weibliche Prinzip, das fĂŒr SexualitĂ€t und Lust stehe, zersetzend und zerstörend. Den entgegengesetzten Pol zu dieser âArbeitswelt der Kulturâ bilde die alternative Wirklichkeit, fĂŒr die Orpheus und Narziss stĂŒnden: Freude und ErfĂŒllung. Diese beiden Gestalten hĂ€tten niemals Kulturhelden der westlichen Welt werden können.cite-ref-164[164]
Ernst Bloch ging 1959 in seinem Hauptwerk Das Prinzip Hoffnung auf den âunaufgeblĂŒhten Glauben an Prometheusâ ein. Der âPrometheusglaubeâ sei die Religion der griechischen Tragödie, dort sei sein Tempel und sein Kult. Der Gefesselte Prometheus sei die griechische Zentraltragödie. Alle griechischen Tragödienhelden seien zu Masken des Feuerbringers geworden. Allerdings sei dieser Glaube unaufgeblĂŒht geblieben, weil ihm ein sozialer Auftrag gefehlt habe und weil seine Stiftung in der Betrachtung des Schauspiels steckengeblieben sei.cite-ref-165[165]
Die marxistische, insbesondere von Bloch formulierte WertschĂ€tzung fĂŒr den prometheischen Impuls in der Menschheitsgeschichte bezog sich sowohl auf die Rebellion gegen inhumane Ideologien und unterdrĂŒckerische MachtverhĂ€ltnisse als auch auf den zivilisatorischen Aspekt. Das Feuerbringen wurde als Umgestaltung der menschlichen Lebenswelt durch wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn aufgefasst. Bloch sah im technischen âUmbau der Naturâ die materielle Basis der erhofften Verwirklichung seiner Utopie einer Optimierung der LebensverhĂ€ltnisse durch sozialistische Humanisierung.cite-ref-166[166] Als sich in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts die Debatten ĂŒber Chancen und Risiken der stĂŒrmischen technologischen Entwicklungen intensivierten, diente Prometheus als Symbol fĂŒr den wissenschaftlich-technischen Fortschritt und fĂŒr das Vertrauen auf dessen Segnungen. Auch Technikskeptiker wie Lewis Mumford, GĂŒnther Anders und Hans Jonas machten von dieser Symbolik Gebrauch, sie verbanden damit aber andere Bewertungen als die Fortschrittsoptimisten. Jonas eröffnete 1979 das Vorwort seines Hauptwerks Das Prinzip Verantwortung mit der Metapher vom endgĂŒltig entfesselten Prometheus, dem die Wissenschaft nie gekannte KrĂ€fte und die Wirtschaft den rastlosen Antrieb gebe. Diese Macht mĂŒsse von der Ethik gezĂŒgelt werden, sonst werde sie zum Unheil. Die VerheiĂung der modernen Technik sei in Drohung umgeschlagen.cite-ref-167[167] Im neueren technikkritischen Diskurs wird der âtechnische Prometheismusâ als Ausdruck einer ânaiv utopietrĂ€chtigen FortschrittsglĂ€ubigkeitâ angeprangert. Das âprometheische Prestigeâ der Technik fĂŒhre zur Verkennung der Gefahren der Hochtechnologie.cite-ref-168[168] GĂŒnther Anders prĂ€gte den Begriff der âprometheischen Schamâ. Diese sei Ausdruck der âAntiquiertheit des Menschenâ; der Mensch sei zum âHofzwerg seines eigenen Maschinenparksâ geworden und schĂ€me sich seiner UnzulĂ€nglichkeit angesichts der Perfektion seiner Apparaturen.cite-ref-169[169]
Hans Blumenberg legte 1979 in seinem Buch Arbeit am Mythos eine detaillierte Interpretation der Prometheussage und ihres Fortlebens vor. Er deutete sie als Versuch der menschlichen Selbstbehauptung gegenĂŒber dem âAbsolutismus der Wirklichkeitâ. Hinter der mythischen WelterklĂ€rung stehe die Absicht, das Entsetzen angesichts der Unheimlichkeit und Ungeheuerlichkeit der Welt zu bewĂ€ltigen und das Schreckliche ertrĂ€glich zu machen. Nach Blumenbergs Auslegung befriedigte der Mythos das GrundbedĂŒrfnis nach Selbstbehauptung, indem er verkĂŒndete, dass Zeus weder den Feuerraub rĂŒckgĂ€ngig machen noch den Willen des Titanen brechen konnte. Die Unumkehrbarkeit der Tat des Prometheus bot den Menschen eine gewisse Sicherheit. Sie verbĂŒrgte ihnen die Dauerhaftigkeit ihres Kulturbesitzes und milderte damit die Verzweiflung ĂŒber die Hilflosigkeit der Sterblichen und die Grausamkeit des Schicksals. Der VerstoĂ des Prometheus gegen die Weltordnung besteht fĂŒr Blumenberg darin, dass er die Aufwertung des zuvor verĂ€chtlichen Menschengeschlechts zu einer WeltgröĂe erzwungen hat.cite-ref-170[170]
Psychologie
Sigmund Freud veröffentlichte 1932 seinen Aufsatz Zur Gewinnung des Feuers, in dem er eine psychoanalytische Deutung der Prometheussage vortrug. Er sah den historischen Kern des Mythos in einer Niederlage des Trieblebens infolge eines notwendig gewordenen Triebverzichts, den die Hinwendung zur Kultur erfordert habe. Nach Freuds Auslegung ist Zeus hier der ReprĂ€sentant des eigentlich ĂŒbermĂ€chtigen, aber unter bestimmten UmstĂ€nden um seine Befriedigung betrogenen Trieblebens. Die harte Bestrafung des Prometheus drĂŒckt âunverhohlen den Groll aus, den die triebhafte Menschheit gegen den Kulturheros verspĂŒren muĂteâ, denn die Durchsetzung eines Triebverzichts ruft Aggressionslust hervor.cite-ref-171[171]
Eine andere Deutung vertrat Carl Gustav Jung. Seinem Ansatz zufolge ist psychisch jeder Schritt zu einem gröĂeren Bewusstsein eine Art prometheischer Schuld. Durch die Erkenntnis wird gewissermaĂen ein Feuerraub an den Göttern begangen, indem etwas, das Eigentum der unbewussten MĂ€chte war, aus diesem naturhaften Zusammenhang herausgerissen und der WillkĂŒr des Bewusstseins unterstellt wird. Die Verlassenheit des angeschmiedeten Prometheus im Kaukasus interpretierte Jung als die Einsamkeit desjenigen, der eine neue Erkenntnis gewonnen hat, die sein Bewusstsein erweitert: Ein solcher Entdecker hat sich zwar einem gottĂ€hnlichen Zustand angenĂ€hert, aber zugleich seiner menschlichen Umgebung entfremdet. Die Qual seiner Einsamkeit ist die Rache der Götter fĂŒr die âUsurpationâ von Erkenntnis, die â wie im biblischen Mythos vom SĂŒndenfall â eine Tabuverletzung darstellt.cite-ref-172[172]
Der Philosoph Gaston Bachelard erörterte 1937 in seiner Untersuchung Psychoanalyse des Feuers die sozialen und psychologischen Aspekte des Feuergebrauchs. Dabei versuchte er das Interesse begreiflich zu machen, âauf das der an sich recht dĂŒrftige Mythos vom Vater des Feuers noch immer stöĂtâ. Bachelard ging von der Beobachtung aus, dass fĂŒr die Kinder das Feuer âursprĂŒnglich Gegenstand eines allgemeinen Verbotesâ ist, und folgerte, das soziale Verbot sei âdie erste allgemeine Erkenntnis, die wir ĂŒber das Feuer habenâ. Die Ehrfurcht vor dem Feuer sei nicht natĂŒrlich, sondern erlernt, denn zuerst werde eine soziale Hemmschwelle geschaffen, die der natĂŒrlichen Erfahrung vorangehe. Daher werde das Problem der persönlichen Erkenntnis des Feuers zum Problem der listigen Ăbertretung, denn das Kind versuche hinter dem RĂŒcken seines Vaters das verbotene PhĂ€nomen zu erkunden. So entstehe der âPrometheuskomplexâ. Diesen definierte Bachelard als die Gesamtheit der Strebungen, âdie uns dazu drĂ€ngen, ebensoviel zu wissen wie unsere VĂ€ter, mehr zu wissen als unsere VĂ€terâ. Der Prometheuskomplex sei âder Ădipuskomplex des intellektuellen Lebensâ.cite-ref-173[173]
Nationalsozialismus
In der nationalsozialistischen Rezeption des Mythos stand die Verherrlichung der heroischen WillensstĂ€rke neben dem Aspekt des Schöpfertums im Vordergrund. Schon 1925 bezeichnete Adolf Hitler im ersten Band seiner Programmschrift Mein Kampf den Arier als den âPrometheus der Menschheit, aus dessen lichter Stirne der göttliche Funke des Genies zu allen Zeiten hervorsprangâ.cite-ref-174[174] In den 1930er Jahren schufen die Bildhauer Arno Breker und Willy Meller Prometheus-Skulpturen. Mellers FackeltrĂ€ger-Figur wurde in der NS-Ordensburg Vogelsang auf dem Sonnwendplatz aufgestellt. Diese muskulöse Prometheus-Gestalt wurde dem FĂŒhrungsnachwuchs der NSDAP als Verkörperung des nationalsozialistischen FĂŒhrerideals vor Augen gestellt. Das Theater feierte Hitler als neuen Prometheus. Nur als kraftvoller Held kam der Titan ins Blickfeld, die Bestrafung und der tragische Aspekt des Mythos wurden ausgeblendet.cite-ref-175[175]
Belletristik
In der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts griffen Dichter und Schriftsteller der Romantik das vom Sturm und Drang geprĂ€gte Motiv des Rebellen Prometheus auf und gestalteten es auf ihre Weise neu. Der Feuerbringer symbolisierte die Vergöttlichung des Menschen, die Entmachtung des mit Zeus gleichgesetzten biblischen Schöpfergottes und die Ăberwindung der Finsternis von Aberglauben und Furcht. AuĂerdem wurde der Widersacher der etablierten Weltordnung als Sozialreformer dargestellt. Diese Strömung setzte sich in der zweiten JahrhunderthĂ€lfte und um die Jahrhundertwende fort, der Gegenspieler des Göttervaters wurde als Sinnbild des militanten Atheismus und Materialismus aufgefasst. Daneben machten sich zwei andersartige StrĂ€nge der Rezeption geltend: In manchen Werken erschien ein bereuender, von den Ergebnissen seines Emanzipationsdrangs und seiner Wissbegier enttĂ€uschter Prometheus, in anderen wurde der Titan zum Muster der einsamen ĂŒberragenden Persönlichkeit, die in ihrem eigenen Reichtum ErfĂŒllung findet und keinen Gott benötigt. Ein Mittel zur Illustration der Problematik der menschlichen Daseinsbedingungen war die Schilderung der Verzweiflung des Prometheus, der alles durchgemacht hat und dann ĂŒber die Welt tief enttĂ€uscht ist.cite-ref-176[176] Im 20. Jahrhundert zersplitterte das ĂŒberlieferte Motivgut in eine Vielzahl von unterschiedlichen Neuinterpretationen und Weiterentwicklungen.cite-ref-177[177]
Eine Sonderform der Rezeption war der in der klassischen und romantischen Belletristik thematisierte Gedanke, dass Napoleon Bonaparte mit seinem titanischen Macht- und Gestaltungswillen und seinem dramatischen Scheitern der moderne Prometheus sei.cite-ref-178[178]
Dramatische Literatur
Jahrzehnte nach seinen ersten Bearbeitungen des mythischen Stoffs unternahm Goethe 1807/1808 mit seinem Festspielfragment Pandora â anfangs Pandoras Wiederkehr genannt â eine neue dramatische Umgestaltung der antiken Thematik, die er als ihm immer gegenwĂ€rtige âFixideeâ bezeichnete. Hier erscheint Prometheus als Kontrastfigur zu Epimetheus in negativem Licht und erweist sich als UnglĂŒcksbringer. Er ist ein auf Technik und materielle Produktion konzentrierter Tat- und Machtmensch, wĂ€hrend sich der trĂ€umerische Epimetheus den schöngeistigen Belangen widmet. Goethe wollte das SpannungsverhĂ€ltnis zwischen diesen gegensĂ€tzlichen Grundhaltungen demonstrieren.cite-ref-179[179]
Die bekannteste romantische Bearbeitung des mythischen Stoffs ist das lyrische Lesedrama in vier Akten Prometheus Unbound (Der entfesselte Prometheus), das der Dichter Percy Bysshe Shelley 1818/1819 verfasste und 1820 veröffentlichte. Im ersten Akt schildert der schon seit dreitausend Jahren angekettete Prometheus in einem Monolog seine Leiden. Er hat einst den Despoten Jupiter verflucht, aber dann im Lauf der Zeit Einsicht gewonnen und sich von seinem Rachedurst gelöst; sein eigenes Leid hat ihn belehrt. Nach einem grundlegenden Sinneswandel widerruft er nun den Fluch, da er keinem lebenden Wesen Leid wĂŒnscht. Er widersteht den Drohungen Merkurs, der ihn dazu drĂ€ngt, das Geheimnis der Jupiter drohenden Gefahr zu verraten. Im zweiten Akt wartet Asia, die Geliebte des Prometheus, auf seine Befreiung. Benötigt wird dafĂŒr das Eingreifen des Demogorgon, einer Macht der Unterwelt, die diejenigen VerĂ€nderungen des Weltzustands durchfĂŒhrt, die von den Erdenbewohnern durch geistige Akte vorbereitet und damit ermöglicht worden sind. Da Prometheus mit der RĂŒcknahme des Fluchs die Voraussetzung fĂŒr einen universalen Umschwung geschaffen hat, kann Demogorgon im dritten Akt Jupiter entmachten und den Kosmos von der Tyrannei erlösen. Prometheus wird von Herkules befreit und vereinigt sich mit Asia. Die Menschen bleiben zwar den Lebensrisiken und der VergĂ€nglichkeit sowie ihren eigenen Leidenschaften ausgesetzt, aber von nun an erleben sie die Nöte des Daseins im Bewusstsein ihrer Freiheit mit einer fundamental verĂ€nderten Haltung. Im vierten Akt feiern Elementarwesen mit Tanz und Gesang das Erlösungswerk. â Shelleys Prometheus verkörpert den Freiheitswillen der unterdrĂŒckten Menschheit und ihre Rebellion gegen tyrannische WillkĂŒr. Den Weg zur Befreiung bahnt aber nicht der Wille zum Umsturz und zur eigenen Machtergreifung, sondern die Erkenntnis, die dem Helden zuteilwird, seine Abwendung vom Hass und vom Vergeltungsprinzip. Zugleich wird mit der Darstellung der Rolle Jupiters dem strafenden und belohnenden christlichen Schöpfergott eine Absage erteilt.cite-ref-180[180]
In der Folgezeit schuf eine Vielzahl von Autoren Dramen, Dramenfragmente und dramatische Gedichte ĂŒber die mythische Thematik. Zu ihnen zĂ€hlen Hartley Coleridge (unvollendetes dramatisches Gedicht Prometheus, 1820), Alfred des Essarts (dramatisches Gedicht PromĂ©thĂ©e, 1835), Edgar Quinet (Versdramen-Trilogie: PromĂ©thĂ©e, inventeur du feu; PromĂ©thĂ©e enchaĂźnĂ©; PromĂ©thĂ©e dĂ©livrĂ©, 1838), Leopold Schefer (dramatisches Gedicht Prometheus und der NachtwĂ€chter, 1848), Paul Defontenay (Drama PromĂ©thĂ©e dĂ©livrĂ©, 1854), Ădouard Grenier (Versdrama PromĂ©thĂ©e dĂ©livrĂ©, 1857), Richard Henry Horne (lyrisches Drama Prometheus the Fire-Bringer, 1864), Richard Paul (Versdrama Der entfesselte Prometheus, 1875), Charles Grandmougin (dramatisches Gedicht PromĂ©thĂ©e, 1878), Alexandre Saint-Yves dâAlveydre (Versdrama Le mystĂšre du progrĂšs, 1878), Robert Bridges (Maskenspiel Prometheus the Firegiver, 1883), Eugen von Jagow (Versdrama Prometheus, 1894), JosĂ©phin PĂ©ladan (Versdramentrilogie La PromĂ©thĂ©ide, 1895), Christian von Ehrenfels (Versdramentetralogie Der Kampf des Prometheus, 1895), Adolf Schafheitlin (dramatisches Gedicht Das Zeitalter der Cyclopen, 1899), Iwan Gilkin (dramatisches Gedicht PromĂ©thĂ©e, 1899), Trumbull Stickney (Versdrama Prometheus Pyrphoros, 1900), William Vaugn Moody (Versdrama The Fire-Bringer, 1904), MĂ©cislas Golberg (Drama PromĂ©thĂ©e repentant, 1904), ĂlĂ©mir Bourges (Drama La Nef, 1904 und 1922), Bernard Drew (dramatisches Gedicht Prometheus delivered, 1907), Reinhard Sorge (dramatischer Entwurf Prometheus, 1911), Wjatscheslaw Iwanowitsch Iwanow (Tragödie Prometej, 1919), Victor Eftimiu (Verstragödie Prometeu, 1919), Alberto Casella (dramatisches Gedicht Prometeo, 1923), Nikos Kazantzakis (Versdramentrilogie Promitheas, 1943â1945), Max Garric (Tragödie PromĂ©thĂ©e Olympien, 1947), James McAuley (Maskenspiel Prometheus, 1947/1948), Erich Brock (Drama Prometheus, 1954) und Peter Hacks (Drama Pandora, 1979). In vielen dramatischen Werken der Moderne spiegelt das Prometheusbild die weltanschaulichen Ăberzeugungen des Autors. Das Spektrum reicht vom bereuenden Prometheus, der seinen Irrtum einsieht und sich reumĂŒtig der Gottheit unterwirft, bis zum unbeirrbaren und unbeugsamen Feind jeder Gottesverehrung.cite-ref-181[181]
Mit der kulturschöpferischen TĂ€tigkeit des Prometheus befasste sich der polnische Dichter Cyprian Kamil Norwid in seinem 1851 publizierten, zwei Versdialoge und einen Prosaepilog umfassenden Werk Promethidion. Dort legte Norwid seine Ăberzeugung dar, dass es die Aufgabe des KĂŒnstlers sei, mit seiner schöpferischen Kraft den Alltag des Volkes zu durchdringen und das soziale Leben umzugestalten.cite-ref-182[182]
Der schwedische Schriftsteller und Dichter Viktor Rydberg stellte 1877 in seinem Dialoggedicht Prometeus och Ahasverus (Prometheus und Ahasverus) den Titanen dem âEwigen Judenâ Ahasverus gegenĂŒber. Ahasverus besucht den gefesselten Prometheus. In dem Dialog der beiden UnglĂŒcklichen tritt Prometheus als Vertreter des Gerechtigkeitsprinzips auf, das er der Unrechtsherrschaft Jupiters entgegenstellt. In dieser Rolle findet er Halt und Trost. Er verlĂ€sst sich auf den âGott der Ewigkeitâ, der in seiner eigenen Brust spreche. Ahasverus hĂ€lt dem entgegen, das abstrakte Gerechtigkeitsprinzip sei âinhaltslos und leerâ. Er rĂ€t zur demĂŒtigen Unterwerfung, da nur MachtverhĂ€ltnisse real seien und das Recht vom Machthaber definiert werde.cite-ref-183[183]
Heiner MĂŒller schrieb 1967/1968 das Drama Prometheus, eine Bearbeitung des antiken Gefesselten Prometheus, die 1969 im Schauspielhaus ZĂŒrich uraufgefĂŒhrt wurde. MĂŒller lieĂ die WidersprĂŒche und SchwĂ€chen des Titanen hervortreten. Das Aushalten der Qualen, die sein Protagonist erleidet, fasste er als eine Form von âArbeitâ auf.cite-ref-184[184]
Epik
Der Schriftsteller Siegfried Lipiner schrieb bereits als Gymnasiast das Epos Der entfesselte Prometheus, das 1876 gedruckt wurde. Dieses Werk fand zeitweilig den Beifall von Nietzsche, der sich anfangs enthusiastisch Ă€uĂerte. Es brachte dem Autor eine Schar begeisterter AnhĂ€nger ein, darunter Gustav Mahler, der ihn fĂŒr ein Genie hielt. Lipiner verband ein prometheisches mit einem christlichen Motiv. Er lieĂ Prometheus in der Begegnung mit Christus bereit werden, durch gröĂtes Leid eine Wiedergeburt der gesamten Menschheit zu bewirken. Dahinter stand die Vorstellung eines nur AuserwĂ€hlten erfahrbaren Schmerzerlebnisses, das Lipiner als wirkendes Prinzip der Heilsgeschichte auffasste.cite-ref-185[185]
Der Schweizer Epiker Carl Spitteler griff auf das traditionelle mythologische Namensreservoir zurĂŒck, ohne sich inhaltlich an der antiken Ăberlieferung zu orientieren. Die Charaktere und Schicksale seiner Gestalten sind freie Schöpfungen seiner eigenen Phantasie. FĂŒr zwei seiner Figuren, ein BrĂŒderpaar, wĂ€hlte er die sprechenden Namen Prometheus und Epimetheus wegen deren Bedeutungen âVorausdenkerâ und âHintendreindenkerâ; auĂerdem machte er sich dabei die gĂ€ngigen affektiven Konnotationen dieser Namen zunutze. In seinem 1880â1881 veröffentlichten Erstlingswerk, dem Epos Prometheus und Epimetheus in frei rhythmisierter Prosa, schilderte er die Geschicke der beiden sehr unterschiedlich veranlagten BrĂŒder, die bei ihm keine Titanen, sondern Menschen sind. Erst 1924, im Todesjahr des Autors, erschien eine gekĂŒrzte und ĂŒberarbeitete Versfassung des Epos mit dem Titel Prometheus der Dulder.cite-ref-186[186]
In Spittelers Epos verlĂ€sst Prometheus in jugendlichem Ăbermut zusammen mit seinem Bruder die Menschengemeinschaft, denn er will âanders werden als die Vielen, die da wimmeln in dem allgemeinen Haufenâ. Die beiden bauen sich HĂ€user in einem stillen Tal. Sie nehmen keine Sitte an und folgen keiner Gottheit auĂer der eigenen Seele. Der Engel Gottes, der die Welt lenkt, hat die geistige Kraft des AuĂenseiters Prometheus erkannt und will ihn zum König der gesamten Menschheit machen. ZunĂ€chst fordert er den AuserwĂ€hlten auf, seine Selbstbestimmung aufzugeben, auf den Rat seiner Seele zu verzichten und stattdessen einem âGewissenâ zu folgen, das er ihm geben will. Dieses â bei Spitteler negativ bewertete â Gewissen soll ihm â-heitâ und â-keitâ â zu Normen erhobene Begriffe â beibringen, die ihm zur Richtschnur werden sollen. Prometheus lehnt das ab, er hĂ€lt sich lieber an das âgeliebte FlĂŒsternâ seiner Seele. Epimetheus hingegen bringt dem Engel das verlangte Opfer und empfĂ€ngt von ihm das Gewissen. Darauf verschafft ihm der Engel die Königsherrschaft, Prometheus muss ins Exil gehen. Der kurzsichtige Epimetheus ist seiner Aufgabe jedoch nicht gewachsen. Unter seiner Regierung treten Verwicklungen ein, welche die Welt in höchste Gefahr bringen, und es entsteht allgemeine Verwirrung. SchlieĂlich greift Prometheus als Retter ein. Er allein kann das Unheil abwenden, da seine Seele ihm die nötige Kraft verleiht. Nachdem dies gelungen ist, bietet ihm der Engel die Königsherrschaft an, doch Prometheus schlĂ€gt das Angebot aus und kehrt in seine Einsiedelei zurĂŒck. â Spittelers Anliegen war die Darstellung des SpannungsverhĂ€ltnisses zwischen einem weitsichtigen AuĂenseiter und der verblendeten Masse der UnfĂ€higen. Dieser Gegensatz fĂŒhrt im Epos weder zur Selbstverleugnung und Anpassung des ĂŒberlegenen Einzelnen noch zu seiner MachtĂŒbernahme und monarchischen Herrschaft; beides widersprĂ€che seiner Bestimmung. Prometheus kann beide Fehler vermeiden, weil er der Stimme seiner Seele folgt.cite-ref-187[187]
Ein Prometheus-Epos schuf auch der Philosoph, Schriftsteller und Dichter Rudolf Pannwitz. Sein 1902 veröffentlichter Prometheus in Hexametern, ein Jugendwerk in klassizistischem Stil, stellt den Titanen als Helden dar, der sein Schicksal ĂŒberwindet, indem er sich selbst ĂŒberwindet und verwandelt.cite-ref-188[188]
Lyrik
In der modernen Lyrik fanden die einprĂ€gsamen Motive der Prometheussage ein mannigfaltiges Echo. Insbesondere die Bestrafung des Titanen mit ihrer groĂen Symbolkraft wurde hĂ€ufig aufgegriffen. Viele Lyriker zogen den antiken Mythos im Kontext ihrer Auseinandersetzung mit modernen VerhĂ€ltnissen heran, beispielsweise bei der Charakterisierung der âprometheischenâ Persönlichkeit und TĂ€tigkeit Napoleons; andere orientierten sich stĂ€rker an der antiken Ăberlieferung. Oft diente Prometheus als poetisches Sinnbild, wenn Dichter die HĂ€rte und Ungerechtigkeit des Schicksals beklagten oder Tyrannei und religiösen Zwang anprangerten oder wenn sie den Fortschritt und die Emanzipation der Menschheit entweder feierten oder als fragwĂŒrdig hinstellten. Ein beliebtes Thema war die Absage an religiöse Bindungen und Hoffnungen und die Hinwendung zu einer rein irdischen Bestimmung des Menschen. Manche Dichter priesen diese Lebenseinstellung, andere stellten das Streben nach innerweltlicher ErfĂŒllung als vergeblich dar.cite-ref-189[189] Eine besondere Vorliebe fĂŒr den Prometheus-Mythos zeigte Victor Hugo (1802â1885). Er schĂ€tzte den Titanen als MĂ€rtyrer der Freiheit, als AufklĂ€rer und als Symbol des Fortschritts und des Vertrauens auf eine bessere Zukunft der Menschheit.cite-ref-190[190]
Zu den bekannteren lyrischen Werken der Moderne, in denen Prometheus im Mittelpunkt steht, zĂ€hlen Gedichte von George Gordon Byron (Prometheus, 1816), Friedrich von Sallet (Prometheus, 1835), James Russell Lowell (Prometheus, 1843), Henry Wadsworth Longfellow (Prometheus, or The Poetâs Forethought, 1855), Louise-Victorine Ackermann (PromĂ©thĂ©e, 1865), Olegario VĂctor Andrade (Prometeo, 1877), Richard Dehmel (Der befreite Prometheus, 1891) und Johannes R. Becher (Prometheus, 1940).cite-ref-191[191]
In der DDR, wo Goethes Hymne zum Schulstoff gehörte, bot der Mythos Lyrikern Gelegenheit, aktuelle Erfahrungen, Anschauungen und VorschlĂ€ge poetisch zu reflektieren. Teils wurde der Titan als ReprĂ€sentant des âmenschlichen Wesensâ aufgefasst, teils ging es um die Problematik des VerhĂ€ltnisses zwischen dem erfinderischen Individuum und der Gesellschaft oder um den Verlust der prometheischen Kraft im Alltag. WĂ€hrend in der FrĂŒhzeit konventionelle, affirmative Gedichte im Vordergrund standen und der Titan als proletarischer Held besungen wurde, kam spĂ€ter die Ambivalenz des technischen und gesellschaftlichen Fortschritts ins Blickfeld. Im Sinne solcher Skepsis dichtete Rainer Kirsch 1982: âGroĂ in GesĂ€ngen rĂŒhmten die Alten den Schaffer Prometheus, / Weil er das Feuer uns gab; wir heute schlucken den Rauch.âcite-ref-192[192]
Roman und ErzÀhlung
Der in der DDR lebende Schriftsteller Franz FĂŒhmann wollte die Prometheus-Legende im Rahmen einer Sagensammlung fĂŒr jugendliche Leser nacherzĂ€hlen. Aus diesem Vorhaben entwickelte sich das Projekt eines groĂen Jugendromans, das unvollendet blieb. Im Jahr 1974 erschien der erste Teil mit dem Titel Prometheus. Die Titanenschlacht. Im Nachlass des 1984 gestorbenen Autors fanden sich Texte zur geplanten Fortsetzung, Prometheus II, die 1996 veröffentlicht wurden. In dem Romanfragment wird Prometheus von Zeus aus dem Reich der Götter vertrieben, worauf er sich der Erde und der Erschaffung der Menschheit zuwendet. FĂŒhmanns Prometheus ist als mutiger Rebell gegen einen ungerechten Herrscher ein Held im Sinne des Realsozialismus. Seine Schöpfung ist ihm aber nicht gelungen, da die Menschen nicht bereit sind, Initiative zu entwickeln und Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Die Veröffentlichung des Romans stieĂ in der DDR auf Schwierigkeiten, da er als politisch brisant eingeschĂ€tzt wurde.cite-ref-193[193]
Der albanische Schriftsteller Ismail Kadare verfasste eine ErzĂ€hlung ĂŒber die Gefangenschaft und Befreiung des Prometheus. Am Ende beschleicht den Befreiten der Verdacht, dass die Menschen möglicherweise sein Opfer nicht verdient haben. Dies ist fĂŒr ihn die grausamste Folter, schlimmer als der Schnabel des Adlers.cite-ref-194[194]
Besondere Umgestaltungen des Stoffs
In manchen modernen literarischen Bearbeitungen bildet nicht die traditionelle Konzeption der antiken Sage die Grundlage. Stattdessen werden nur herausgegriffene Elemente der mythischen Ăberlieferung auf VerhĂ€ltnisse in anderen â modernen oder fiktiven â Zeiten ĂŒbertragen oder der mythische Diskurs wird als solcher durch Umformung diskreditiert. Verfremdungseffekte sollen zum Weiterdenken anregen.
Mary Shelley veröffentlichte 1818 ihren Schauerroman Frankenstein oder der moderne Prometheus. Shelleys neuer Prometheus ist der Chemiker Victor Frankenstein, der im Labor einen monströsen Menschen erzeugt und zum Leben erweckt und schlieĂlich seinem eigenen Geschöpf, das gegen ihn rebelliert, zum Opfer fĂ€llt. Frankenstein ist Zeus und Prometheus zugleich.cite-ref-195[195]
Unter einem anderen Gesichtspunkt beschĂ€ftigte sich Giacomo Leopardi mit der SchöpfertĂ€tigkeit des Prometheus. In seinem 1824 verfassten sarkastischen Dialog La scommessa di Prometeo (Die Wette des Prometheus) behauptet der Menschenschöpfer Prometheus, seine Geschöpfe seien die beste Erfindung aller Zeiten. Er meint dies beweisen zu können und schlieĂt darĂŒber mit dem skeptischen Gott Momos eine Wette ab. Zur KlĂ€rung der strittigen Frage durch Augenschein begeben sich die beiden zur Erde. Dort stoĂen sie dreimal auf Untaten, die so monströs sind, dass sich Prometheus geschlagen gibt.cite-ref-196[196]
Stark verfremdet ist der mythische Stoff in AndrĂ© Gides 1899 erschienenem Werk Le PromĂ©thĂ©e mal enchaĂźnĂ© (Der schlechtgefesselte Prometheus), das nach Angabe des Autors zur Literaturgattung âSotieâ zĂ€hlt. Es handelt sich um eine grotesk-satirische ErzĂ€hlung, die in einem phantastischen Milieu voller AbsurditĂ€ten spielt. Die Titelfigur Prometheus hat sich selbst von der schlechten Fesselung befreit und hĂ€lt sich nun im modernen Paris auf. Zeus, der hier ein Bankier ist, fĂŒhrt durch grundloses, aber folgenreiches Handeln (action gratuite) die Ausgangskonstellation herbei, eine Begegnung in einem Lokal, die das Leben der Beteiligten verĂ€ndert. Er löst eine Kette von Ereignissen aus, indem er einen ihm unbekannten Mann namens Kokles ohrfeigt und einem anderen Unbekannten, Damokles, dessen Anschrift er von Kokles erhalten hat, einen Briefumschlag, der eine 500-Franc-Banknote enthĂ€lt, anonym zukommen lĂ€sst. Damit setzt Zeus die Schicksale der beiden MĂ€nner in Bewegung: Kokles und Damokles, die sich â jeder auf seine Art â mit dem Geschehenen auseinandersetzen, treffen in dem Lokal auf Prometheus und kommen mit ihm ins GesprĂ€ch. FĂŒr alle drei hat die action gratuite des Zeus weitreichende Folgen. Kokles verliert ein Auge, das ihm der Adler des Prometheus, der ins Lokal hereingeflogen ist, ausschlĂ€gt. Damokles, der sein unbegreifliches Erlebnis bewĂ€ltigen und seine âSchuldâ begleichen will, wird von der RĂ€tselhaftigkeit des Vorgangs so gequĂ€lt, dass er an der Unlösbarkeit zugrunde geht; er erkrankt und stirbt. Prometheus macht einen Lernprozess durch und gibt seine Erkenntnisse weiter. Er erlĂ€utert die Funktion des fressenden Adlers im menschlichen Leben. Dieser ist demnach das, was eine Person begleitet und âverschlingtâ, was von ihr Besitz nimmt und zur fixen Idee wird. Jeder hat seinen persönlichen Adler, den er fĂŒttert, beispielsweise seinen Glauben an den Fortschritt, sein PflichtgefĂŒhl oder eine Leidenschaft. Der jeweilige Adler gibt der Lebensgeschichte ihre individuelle PrĂ€gung. Er wird zum Daseinszweck und verleiht dem Menschen Existenzberechtigung. Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der Adler. Das muss aber, wie Prometheus nun meint, nicht zwangslĂ€ufig so sein. Nachdem Prometheus seinen Adler lange hingebungsvoll genĂ€hrt hat, Ă€ndert er schlieĂlich seine Haltung grundlegend: Er tötet den Vogel und serviert dessen wohlschmeckendes Fleisch den GĂ€sten im Lokal. â Mit diesem Ausgang wendet sich AndrĂ© Gide gegen das traditionelle heroische Prometheusbild und ironisiert jede Form von sinngebender Weltdeutung, insbesondere das Weltbild der Christen und das der Fortschrittsoptimisten, die ihre Hoffnungen auf eine idealisierte Zukunft setzen.cite-ref-197[197]
Franz Kafka verfasste im Januar 1918 einen kurzen Prosatext, der erst postum veröffentlicht wurde und unter dem nicht authentischen Titel Prometheus bekannt ist. Kafka behauptete, es gebe vier ĂŒber Prometheus berichtende Sagen, und gab deren Inhalt knapp wieder. Die erste entspricht ungefĂ€hr dem antiken Bestrafungsmythos, allerdings ist von mehreren Adlern die Rede; die anderen drei sind Kafkas eigene Fiktion. Nach der zweiten Sage drĂŒckte sich Prometheus im Schmerz immer tiefer in den Felsen, bis er mit ihm eins wurde; nach der dritten wurde die Tat, fĂŒr die er bestraft wurde, im Lauf der Jahrtausende vergessen, auch von ihm selbst. Laut der vierten Sage wurde man des âgrundlos Gewordenenâ mĂŒde: Die Götter ermĂŒdeten, die Adler auch, âdie Wunde schloĂ sich mĂŒdeâ. â Mit der Aneinanderreihung seiner Versionen trat Kafka der Vorstellung entgegen, der âWahrheitsgrundâ des Mythos lasse sich durch korrekte Deutung aufdecken. Aus seiner Sicht sind alle Sagen zwangslĂ€ufig vergebliche Versuche, UnerklĂ€rliches zu erklĂ€ren. Bei Kafka wird der Mythos als möglicher TrĂ€ger eines erkennbaren Sinns entmachtet.cite-ref-198[198]
Heiner MĂŒller wandte sich 1972 in seinem TheaterstĂŒck Zement, das in der Sowjetunion spielt, erneut dem Mythos zu. Am Schluss der Szene Befreiung des Prometheus wird eine neue Version erzĂ€hlt. Hier kommt Herakles nach drei Jahrtausenden als Befreier zu Prometheus. Dieser ist vom Adlerkot, der seine einzige Nahrung bildet, bedeckt. Herakles hĂ€lt den betĂ€ubenden Gestank kaum aus, daher gelingt es ihm erst nach langen BemĂŒhungen, den Adler zu töten. Prometheus ist ihm jedoch nicht dankbar, sondern weint um den Vogel, der sein einziger GefĂ€hrte und ErnĂ€hrer war. Er beschimpft seinen Befreier als Mörder und wehrt sich brĂŒllend. Herakles muss ihn gewaltsam vom Gebirge schleppen. Vergeblich versuchen die Götter dies mit einem Wirbel von Gesteinsbrocken zu verhindern. Prometheus beteuert den Göttern, laut gegen den Himmel schreiend, seine Unschuld an der Befreiung. Nach dem Scheitern ihrer BemĂŒhungen bringen sich die Götter schlieĂlich um. Nun setzt sich Prometheus auf die Schultern seines Befreiers und nimmt eine Siegerpose ein.cite-ref-199[199]
Michael Scott lieĂ im 2010 veröffentlichten vierten Teil der Fantasyreihe Die Geheimnisse des Nicholas Flamel mit dem Titel Der unheimliche Geisterrufer den Menschenschöpfer Prometheus auftreten. Sein Prometheus zeigt nur entfernte Ăhnlichkeit mit der herkömmlichen Figur.
Bildende Kunst
In der bildenden Kunst der Moderne wurde der mythische Stoff weiterhin hĂ€ufig aufgegriffen. Im 19. Jahrhundert dominierten traditionelle Darstellungen, wobei die Bestrafung ein sehr beliebtes Sujet war. Daneben setzte aber bereits die Tendenz zur Neugestaltung und Verfremdung ein, die sich dann im 20. Jahrhundert ausbreitete. In der kĂŒnstlerischen Auseinandersetzung mit dem Motiv der Zivilisationsschöpfung kam die Ambivalenz des technischen Fortschritts in den Blick.cite-ref-200[200]
In seiner Eigenschaft als Kulturschöpfer wurde Prometheus zum VersatzstĂŒck fĂŒr die Dekoration der zahlreichen im Lauf des 19. Jahrhunderts gegrĂŒndeten Museen und Akademien. Vor allem in Deutschland bestand eine ausgeprĂ€gte AffinitĂ€t zu ihm als Patron der KĂŒnste und Initiator jeglicher Bildung. Darstellungen des Titanen gehörten zum Standardrepertoire der Museumsausstattung und zierten auch UniversitĂ€ten und Technische Hochschulen.cite-ref-201[201]
Im Bewusstsein der gebildeten Ăffentlichkeit war der Aspekt der Stiftung von KĂŒnsten und Wissenschaften eng mit dem der Menschenschöpfung verbunden. Bei der Erschaffung des Menschen wurde Prometheus manchmal zusammen mit Athene (Minerva) dargestellt. Zu den Kunstwerken, deren Sujet dieser Akt ist, zĂ€hlen DeckengemĂ€lde von Jean-Simon BerthĂ©lemy (1802)cite-ref-202[202] und Christian Griepenkerl (1878 vollendet),cite-ref-203[203] mehrere Reliefs von Bertel Thorvaldsen (1807â1808 und spĂ€ter),cite-ref-204[204] eine Kohlezeichnung und ein Fresko von Peter von Cornelius (1829/1830),cite-ref-205[205] eine Marmorskulptur von Ludwig Schaller (1840),cite-ref-206[206] zwei Zeichnungen (1908) und eine Lithographie (1924) von Ernst Barlachcite-ref-207[207] und ein ĂlgemĂ€lde von Otto Greiner (1909).cite-ref-208[208]
Der Feuerraub ist auf einem Deckenfresko von Giuseppe Collignon (1814)cite-ref-209[209] abgebildet. Den Feuerbringer zeigen GemĂ€lde von Heinrich Friedrich FĂŒger (1817),cite-ref-210[210] Jean Delville (1907, mit leuchtendem Stern statt Fackel),cite-ref-211[211] Maxfield Parrish (1919)cite-ref-212[212] und Ludwig Valentin Angerer (2011/2016),cite-ref-213[213] eine Zeichnung von William Rimmer (erste HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts)cite-ref-214[214] und eine Bronzeskulptur von Ossip Zadkine (1964).cite-ref-215[215] Auf einem WandgemĂ€lde von JosĂ© Clemente Orozco (1930) versucht Prometheus die von oben ĂŒber die Menschheit hereinbrechenden Flammen â moderne Folgen des Feuerraubs â abzuwenden.cite-ref-216[216] François Rude schuf 1837â1840 das Basrelief Prometheus belebt die KĂŒnste.cite-ref-217[217] Auf einem GemĂ€lde von Josef Abel (1814) ist Prometheus, der die Fackel hĂ€lt, mit Merkur (Hermes) und Pandora, die er zurĂŒckweist, zu sehen.cite-ref-218[218]
Besondere Bedeutung erlangte die monumentale vergoldete Bronzefigur des Feuerbringers von Paul Manship, die im 1934 eingeweihten Prometheus-Brunnen des Rockefeller Center in New York aufgestellt wurde. Sie war als Zeichen fĂŒr Demokratie, Fortschritt und VölkerverstĂ€ndigung gedacht und ist die nach der Freiheitsstatue bekannteste Skulptur New Yorks.cite-ref-219[219]
Ein betrĂ€chtlicher Teil der zahlreichen Darstellungen der Bestrafung des Titanen orientierte sich am Vorbild des GemĂ€ldes von Rubens, doch daneben machte sich schon im 19. Jahrhundert ein Bestreben zu neuartiger Auseinandersetzung mit dem Sujet geltend. Den gefesselten Prometheus zeigen unter anderem GemĂ€lde von Claude-FĂ©lix-ThĂ©odore Aligny (1837),cite-ref-220[220] Thomas Cole (1847),cite-ref-221[221] Joseph Lies (1850),cite-ref-222[222] Arnold Böcklin (drei GemĂ€lde: 1858, 1882 und 1885),cite-ref-223[223] Carl Rahl (vor Juli 1865),cite-ref-224[224] William Blake Richmond (1874 ausgestellt),cite-ref-225[225] Briton RiviĂšre (1889),cite-ref-226[226] Giorgio de Chirico (1909),cite-ref-227[227] Christian Rohlfs (um 1912),cite-ref-228[228] Franz von Stuck (mehrere AusfĂŒhrungen, die erste um 1926)cite-ref-229[229] und Max Beckmann (1942),cite-ref-230[230] ein WandgemĂ€lde von Pierre Puvis de Chavannes (1895/1896, Prometheus mit Okeaniden, im Vordergrund Aischylos),cite-ref-231[231] DeckengemĂ€lde von Anselm Feuerbach (1875, Prometheus mit Okeaniden)cite-ref-232[232] und Oskar Kokoschka (1950, Triptychon Prometheus),cite-ref-233[233] eine Zeichnung von Washington Allston (vor Juli 1843)cite-ref-234[234] sowie Skulpturen von Paul BourĂ© (1845, Bronze),cite-ref-235[235] Eduard MĂŒller (1868â1879, Marmor, mit Okeaniden),cite-ref-236[236] Reinhold Begas (um 1900, Marmor, mit Geier),cite-ref-237[237] Paul Landowski (1924, Gips),cite-ref-238[238] Gerhard Marcks (1948 und 1981, beide Bronze),cite-ref-239[239] Leonard Baskin (Bronzerelief, 1970)cite-ref-240[240] und Menashe Kadishman (mehrere AusfĂŒhrungen, eine davon 1986/1987, Cortenstahl).cite-ref-241[241] Die Szene der Fesselung des Prometheus durch Hephaistos, Kratos und Bia ist das Sujet einer Zeichnung von Johann Heinrich FĂŒssli (um 1800/1810).cite-ref-242[242]
Weniger zahlreich sind die Werke, deren Motiv die Befreiung des Gefesselten bildet. Zu ihnen zĂ€hlen ein Fresko von Peter von Cornelius und Joseph Schlotthauer (1830, mit Geier),cite-ref-243[243] ein DeckengemĂ€lde von Christian Griepenkerl (1878 vollendet),cite-ref-244[244] ein ĂlgemĂ€lde von William Blake Richmond (1882),cite-ref-245[245] eine Radierung von Max Klinger (1894)cite-ref-246[246] und eine Lithographie von Hans Erni (1980). Auf dem Felsen, aber ungefesselt ist Prometheus auf einem GemĂ€lde von George Frederic Watts (1904 beendet, mit Okeaniden)cite-ref-247[247] und einer Lithographie von Henry Moore (1950) zu sehen.
Manche KĂŒnstler wichen bei ihrer Gestaltung des Sagenstoffs erheblich von der Tradition ab. Zu ihnen gehört William Etty, der 1825/1830 ein GemĂ€lde schuf, das den gefesselten Prometheus zeigt, der statt des Adlers vom Pfeil des Herakles getroffen worden ist.cite-ref-248[248] Auf einem 1868 entstandenen GemĂ€lde von Gustave Moreau steht der gefesselte Prometheus aufrecht am Felsen und blickt in die Ferne, ohne den gefrĂ€Ăigen Geier neben sich zu beachten; ein weiterer Geier liegt erlegt am Boden, womit die bevorstehende Befreiung angedeutet ist. Hier ist Prometheus zur Erlöserfigur stilisiert.cite-ref-249[249] Ein Marmorkopf von Constantin BrĂąncuÈi (1911) zeigt Prometheus als schlafenden Knaben; das Kind symbolisiert die KreativitĂ€t des Kulturschöpfers.cite-ref-250[250] Eine Bronzeskulptur von Jacques Lipchitz, deren erste AusfĂŒhrung 1937 ausgestellt wurde, stellt Prometheus dar, der den Geier erwĂŒrgt. Negativ wird das Motiv des Zivilisationsschöpfers auf dem ĂlgemĂ€lde von Otto Dix Prometheus â Grenzen der Menschheit (1919) prĂ€sentiert: Hier ist Prometheus ein moderner Kriegsversehrter mit Blindenbrille; die Voraussicht, die sein Name ihm zuschreibt, ist ihm abhandengekommen.cite-ref-251[251]
Im 20. Jahrhundert verwendeten manche KĂŒnstler bei der Auseinandersetzung mit der Prometheus-Thematik ausschlieĂlich Gestaltungsmittel der abstrakten Kunst; so Ernst Wilhelm Nay (ĂlgemĂ€lde Prometheus I, Prometheus II und Prometheus III, 1948), Barnett Newman (GemĂ€lde Prometheus Bound, 1952, Kunstharz auf Leinwand), Jean Dewasne (GemĂ€lde Prometheus, 1952â1965, Lackfarbe auf Aluminium) und William Turnbull (Holzskulptur, 1961).cite-ref-252[252]
Sozialistische Karikaturisten des 19. Jahrhunderts griffen auf das Motiv des gefesselten Prometheus zurĂŒck, um die UnterdrĂŒckung der Pressefreiheit durch die Zensur und die Ausbeutung des Proletariats durch den Kapitalismus anzuprangern. Auch die Werbung machte sich den Mythos zunutze. Nachdem im spĂ€ten 19. Jahrhundert die elektrische Beleuchtung aufgekommen war, wurde aus dem Feuerbringer ein WerbetrĂ€ger. Plakate des frĂŒhen 20. Jahrhunderts zeigen ihn als Lichtbringer mit GlĂŒhlampe statt Fackel.cite-ref-253[253]
Musik
Auf betrĂ€chtliches Interesse stieĂ der Sagenstoff auch bei Komponisten. Manche nahmen direkt auf die antike Tragödie Bezug; daneben wurden auch das Gedicht von Herder und das Lesedrama von Shelley musikalisch interpretiert. Die starke Rezeption von Goethes Deutung des Mythos wirkte sich auch im musikalischen Bereich aus, seine Hymne wurde mehrfach vertont. Im Vordergrund standen Musik fĂŒr den BĂŒhnentanz und Chorwerke, ab 1900 entstand auch eine Reihe von Opern.cite-ref-254[254]
Oper, Ballett, Modern Dance
Salvatore ViganĂČ gestaltete die Choreographie des âheroisch-allegorischenâ Balletts Die Geschöpfe des Prometheus, einer sehr freien Bearbeitung des antiken Stoffs. Die Musik dazu komponierte Ludwig van Beethoven (Opus 43) auf Wunsch der Kaiserin Maria Theresia von Neapel-Sizilien, die bei der UrauffĂŒhrung in Wien am 28. MĂ€rz 1801 anwesend war. Das Ballett verherrlichte den als Schöpfer triumphierenden Titanen und sein Werk, insbesondere die Erziehung der Menschen zur Kultur. Im Jahr 1813 choreographierte ViganĂČ eine neue Version dieses Balletts mit teilweise anderer Musik fĂŒr die MailĂ€nder Scala.cite-ref-255[255]
Der englische Komponist John Barnett schuf die 1831 uraufgefĂŒhrte Burleske Olympic Revels, or Prometheus and Pandora, eine heitere Bearbeitung des Stoffs.
In der Oper erhielt der Titan verschiedentlich die Rolle des Protagonisten. Den Anfang machte Gabriel FaurĂ© mit der âlyrischen Tragödieâ Prometheus (UrauffĂŒhrung 1900, Opus 82). Weitere Opernkomponisten, die das mythische Geschehen auf die BĂŒhne brachten, waren Maurice Emmanuel (Der gefesselte Prometheus, Opus 16, 1916â1918, UrauffĂŒhrung 1959), Luigi Cortese (Prometheus, Opus 18, UrauffĂŒhrung 1951), Ramiro CortĂ©s (Prometheus, 1960), Jan HanuĆĄ (Die Fackel des Prometheus, Opus 54, UrauffĂŒhrung 1965), Carl Orff (Prometheus mit dem altgriechischen Text der antiken Tragödie, UrauffĂŒhrung 1968),cite-ref-256[256] Lazar Nikolov (Kammeroper Der gefesselte Prometheus, UrauffĂŒhrung 1974) und Bernadetta Matuszczak (Kammeroper Prometheus, 1981â1982).
Die Choreographie von Balletten und Werken des Modern Dance schufen Nicola Guerra (Ballett Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1913), Loïe Fuller (Modern Dance Prometheus, 1914), Max Terpis (heroisches Tanzspiel Prometheus, 1927), Albrecht Knust (Ballett Die Geschöpfe des Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1927), Serge Lifar (Ballett Die Geschöpfe des Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1929), Ted Shawn (Modern Dance Der gefesselte Prometheus mit Musik von Skrjabin, 1929), Aurel von Milloss (Ballett Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1933), Yvonne Georgi (Ballett Die Geschöpfe des Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1935), Pia und Pino Mlakar (Ballett Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1935), Ninette de Valois (Ballett Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1936), Tatjana Gsovsky (Ballett Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1949), Maurice Béjart (Ballett Prometheus, 1956), Elsa-Marianne von Rosen (Ballett Prometheus mit der Musik von Beethoven, 1958), Jean Erdman (Modern Dance Io and Prometheus mit Musik von Lou Harrison, 1959), Erich Walter (Ballett Die Geschöpfe des Prometheus, 1966) und Frederick Ashton (Ballett Die Geschöpfe des Prometheus, 1970).cite-ref-257[257]
Sonstige Werke der Kunstmusik
Eine Reihe von Komponisten vertonten Goethes Hymne. Zu ihnen zĂ€hlen Johann Friedrich Reichardt (Prometheus, 1809), Franz Schubert (Lied Prometheus, D 674, 1819), Adolph Bernhard Marx (Die Schmiede des Prometheus, Opus 6, 1841), Hugo Wolf (Klavierlied Prometheus, 1889; Fassung fĂŒr Singstimme und Orchester, 1890), Julius Röntgen (Lied Prometheus, Opus 99, 1928), Hanns Jelinek (Lied Prometheus, Opus 14, 1936) und Erich Sehlbach (Lied Prometheus, Opus 35, 1941).cite-ref-258[258]
Besonders zur Vertonung des mythischen Stoffs geeignet schien der Gesang mit Instrumentalbegleitung. Vor allem entstand eine Vielzahl von Chorwerken. Franz Schubert komponierte 1816 seine Prometheus-Kantate fĂŒr Solisten, Chor und Orchester, die verschollen ist. Fromental HalĂ©vy veröffentlichte 1849 seine Kantate Der gefesselte Prometheus, deren Libretto von seinem Bruder LĂ©on HalĂ©vy stammte. Dieses Werk bot ein romantisches, optimistisches Bild des Titanen als MĂ€rtyrer einer Ăberzeugung, die schlieĂlich triumphiere.cite-ref-259[259] Franz Liszt schuf 1850 Chöre zu Herders entfesseltem Prometheus und 1855â1859 eine ĂŒberarbeitete Fassung dieses Werks; aus der OuvertĂŒre machte er die symphonische Dichtung Prometheus, rein instrumentale Programmmusik, die 1855 uraufgefĂŒhrt wurde. Liszt folgte Herders Deutung der Sage und bemerkte zu seiner Musik, er habe darin die Stimmungen aufgehen lassen wollen, welche die Seele des Mythos bildeten: KĂŒhnheit, Leiden, Ausharren und Erlösung.cite-ref-260[260] Im Vorwort zur Partiturausgabe des Orchesterwerks schrieb Liszt: âEin tiefer Schmerz, der durch trotzbietendes Ausharren triumphiert, bildet den musikalischen Charakter dieser Vorlage.â Auch Camille Saint-SaĂ«ns griff den mythischen Stoff auf. In seiner Kantate Die Hochzeit des Prometheus (Opus 19, 1867) heiratet Prometheus HumanitĂ©, die personifizierte Menschheit, die ihm die Zivilisation verdankt. Weitere Werke schufen unter anderem Peter Benoit (Oratorium Prometheus, 1867), Hubert Parry (Kantate Der entfesselte Prometheus nach Shelleys Drama, 1880), Lucien LĂ©on Guillaume Lambert (Kantate Der gefesselte Prometheus, UrauffĂŒhrung 1885), Heinrich Hofmann (Chorkomposition Prometheus, Opus 110, 1892 veröffentlicht), Reynaldo Hahn (Oratorium Der triumphierende Prometheus, 1908), Josef Matthias Hauer (Lied Der gefesselte Prometheus, Opus 18, 1919), Granville Bantock (Chorkomposition Der entfesselte Prometheus nach Shelleys Drama, 1936), Frank Wohlfahrt (Oratorium Die Passion des Prometheus, UrauffĂŒhrung 1955), Alfred Koerppen (Oratorium Das Feuer des Prometheus, 1956), Carlos ChĂĄvez RamĂrez (Kantate Der gefesselte Prometheus, 1956) und Rudolf Wagner-RĂ©geny (Prometheus, szenisches Oratorium, UrauffĂŒhrung 1959).cite-ref-261[261]
Luigi Nono komponierte die 1984 uraufgefĂŒhrte âHörtragödieâ Prometeo. Tragedia dellâascolto, ein zweieinhalbstĂŒndiges, neunteiliges Werk, in dem er die theatralische Aktion in die Musik verlagerte und so das Konzept des Musiktheaters auf den Kopf stellte.cite-ref-262[262] Heiner Goebbels vertonte 1985 den Prosatext von Heiner MĂŒller aus dessen TheaterstĂŒck Zement in seinem HörstĂŒck Die Befreiung des Prometheus.
Auch in der Instrumentalmusik entstand eine Reihe von Bearbeitungen, darunter Werke von Joseph Lanner (Prometheus-Funken, GrĂ€tzer SoirĂ©e-Walzer, Opus 123, 1837), Woldemar Bargiel (OuvertĂŒre zu Prometheus, Opus 16, 1852), Karl Goldmark (OuvertĂŒre Der gefesselte Prometheus, Opus 38, 1889), Leopoldo Miguez (symphonische Dichtung Prometheus, Opus 21, 1891), Johan Peter Selmer (symphonische Dichtung Prometheus, Opus 50, 1898), Jean-Louis Martinet (Prometheus, symphonische Fragmente, 1947), Aleksandar Iwanow Rajtschew (Der neue Prometheus, Symphonie Nr. 2, 1958), Iain Hamilton (Orchesterwerk Die Fesselung des Prometheus, 1963) und Brian Ferneyhough (Kammermusik Prometheus, 1967).cite-ref-263[263]
Eine besonders wichtige Rolle spielte die Prometheus-Thematik fĂŒr den russischen Komponisten Alexander Nikolajewitsch Skrjabin, der selbst mit âprometheischemâ Sendungsbewusstsein auftrat. Skrjabin war von der reinigenden und erleuchtenden Macht seiner Kunst ĂŒberzeugt. Er wollte ein alle Sinne zugleich ansprechendes Gesamtkunstwerk schaffen. Wegen seines frĂŒhen Todes im Jahr 1915 konnte das groĂe Vorhaben nicht ĂŒber eine anfĂ€ngliche Probierphase hinausgefĂŒhrt werden. Einen ersten Schritt in die anvisierte Richtung bildete die 1908â1910 komponierte, 1911 in Moskau uraufgefĂŒhrte symphonische Dichtung PromĂ©thĂ©e. Le poĂšme du feu (Prometheus. Die Dichtung des Feuers, Opus 60). Mit ihr wandte sich Skrjabin an zwei Sinne zugleich, indem er seine Musik mit einem begleitenden Farbenspiel verband. Prometheus symbolisierte fĂŒr den Komponisten das schöpferische Prinzip des Universums, das die Menschheit aus ihrem Anfangszustand der Unbewusstheit befreit und mit der Gabe des Feuers die Schaffenskraft aufgeweckt hat. Skrjabin fĂŒhrte den sechstönigen âPrometheus-Akkordâ ein, in dem er nach seinen Worten âdas Licht in der Musikâ fand und dem er ein ekstatisches, rauschhaftes Erleben verdankte, das er als âAufflugâ und âatemloses GlĂŒckâ beschrieb.cite-ref-264[264]
Unterhaltungsmusik
Die Band EinstĂŒrzende Neubauten nahm in ihrem Lied Zerstörte Zelle im Album FĂŒnf auf der nach oben offenen Richterskala (1987) auf den Mythos Bezug. In ihrem Text verhungert der Adler und stĂŒrzt ab, da die Leber des Prometheus nicht nachwĂ€chst. Die norwegische Black-Metal-Band Emperor prĂ€sentierte 2001 mit dem Album Prometheus â The Discipline of Fire & Demise eine moderne Version des Mythos. Das Lied Abschiedsbrief des Prometheus auf dem Album Rasluka Part II von Nargaroth (2002) handelt von der unheilbaren Wunde. Im deutsch gesungenen Lied Feuer Overture/Prometheus Entfesselt auf dem Album Lemuria der schwedischen Gruppe Therion (2004) wird das mythische Geschehen knapp aus optimistischer Perspektive dargestellt. Die deutsche Mittelalter-Rock-Band Saltatio Mortis thematisierte die Rolle des Feuerbringers im Song Prometheus auf dem 2007 veröffentlichten Album Aus der Asche. Das Album Pandora (2013) der deutschen Mittelalterband Reliquiae enthĂ€lt den Song Pandora, der die Geschichte von Prometheus und Pandora behandelt. Die griechische Death-Metal-Band Septicflesh widmete dem Mythos den Song Prometheus auf ihrem 2014 erschienenen Album Titan.
Film, Fernsehen, Videospiel
Der englische Dichter und BĂŒhnenautor Tony Harrison schuf 1998 den Film Prometheus, in dem der Mythos den Hintergrund zu einer Darstellung des Niedergangs der englischen Arbeiterklasse im spĂ€ten 20. Jahrhundert bildet. Harrison ĂŒbertrug die Konstellation der antiken Tragödie Der gefesselte Prometheus verfremdend auf die modernen VerhĂ€ltnisse.cite-ref-265[265]
FĂŒr den Film 2001: Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick (1968) wird in der Forschungsliteratur eine AnknĂŒpfung an die Prometheussage, insbesondere an deren Rezeption bei Nietzsche, angenommen.cite-ref-266[266] Explizit ausgesprochen ist die Anlehnung an den Mythos im Science-Fiction-Film Prometheus â Dunkle Zeichen von Ridley Scott aus dem Jahr 2012. Dieser ist nach dem Raumschiff Prometheus benannt, dessen Mannschaft eine Expedition zur Kontaktaufnahme mit den auĂerirdischen Konstrukteuren des Menschen unternimmt. Der Filmtitel erinnert an die antike Sage, die im Film auch kurz erzĂ€hlt wird. Den Konstrukteuren weist Scott die Rolle des Menschenschöpfers zu. Allerdings ist die von ihm konzipierte Handlung von der mythischen sehr verschieden.cite-ref-267[267]
In der Science-Fiction-Serie Stargate â Kommando SG-1 wird das erste von Menschen gebaute GroĂraumschiff, das menschliche und auĂerirdische Technologie kombiniert, Prometheus genannt. In der Mystery-Fernsehserie Supernatural kommt es in der Staffel 8 nach der Befreiung des Prometheus zum Kampf zwischen ihm und Zeus, der mit dem Tod beider endet.
Im Videospiel God of War II versucht ein Widersacher des Zeus, den angeketteten Prometheus zu befreien. Es gelingt ihm schlieĂlich, die Fesselung zu lösen, doch fĂŒhrt dies zum Sturz des Prometheus. Der Titan kommt dabei ums Leben und wird so von der Folter erlöst.
Naturwissenschaft
Die antike Sagengestalt fungiert in der Naturwissenschaft verschiedentlich als Namengeber. Nach ihr benannt wurden unter anderem das 1945 entdeckte chemische Element Promethium, die 1948 erstmals wissenschaftlich erwÀhnte Vormenschenart Australopithecus prometheus, der 1960 entdeckte Asteroid (1809) Prometheus, der 1980 entdeckte Saturnmond Prometheus, die Marsebene Promethei Planum sowie ein Vulkan auf dem Jupitermond Io. Prometheus wurde auch eine Langlebige Kiefer genannt, die rund 5000 Jahre alt war, als sie 1964 gefÀllt wurde.cite-ref-268[268]
Literatur
Ăbersichtsdarstellungen
âą DNP-Gruppe Kiel: Prometheus. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 10, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01480-0, Sp. 402â406.
âą Elisabeth Frenzel, Sybille Grammetbauer: Stoffe der Weltliteratur. Ein Lexikon dichtungsgeschichtlicher LĂ€ngsschnitte (= Kröners Taschenausgabe. Band 300). 10., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-30010-9, S. 761â767.
âą Hans-Karl LĂŒcke, Susanne LĂŒcke: Antike Mythologie. Ein Handbuch. Marix, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-046-3, S. 673â691.
âą Olga Raggio: The Myth of Prometheus. Its survival and metamorphoses up to the eighteenth century. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes. 21, 1958, S. 44â62.
âą Philipp Theisohn: Prometheus. In: Maria Moog-GrĂŒnewald (Hrsg.): Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 5). Metzler, Stuttgart/Weimar 2008, ISBN 978-3-476-02032-1, S. 605â621.
âą Raymond Trousson: Prometheus. In: Pierre Brunel (Hrsg.): Companion to Literary Myths, Heroes and Archetypes. Routledge, London/New York 1992, ISBN 0-415-06460-0, S. 968â981.
Gesamtdarstellungen
âą Carol Dougherty: Prometheus. Routledge, London/New York 2006, ISBN 0-415-32406-8.
⹠Jacqueline Duchemin: Prométhée. Histoire du Mythe, de ses Origines orientales à ses Incarnations modernes. Les Belles Lettres, Paris 1974.
⹠Raymond Trousson: Le thÚme de Prométhée dans la littérature européenne. 3., korrigierte Auflage, Droz, GenÚve 2001, ISBN 2-600-00519-6. (Standardwerk)
Allgemeine Aufsatzsammlungen
âą François Flahault (Hrsg.): LâidĂ©al promĂ©thĂ©en (= Communications, Nr. 78). Ăditions du Seuil, Paris 2005, ISBN 2-02-083379-4.
âą Edgar Pankow, GĂŒnter Peters (Hrsg.): Prometheus. Mythos der Kultur. Fink, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-7705-3381-X.
âą Maria Pia Pattoni (Hrsg.): Forum. Prometeo. Percorsi di un mito tra antichi e moderni (= Aevum antiquum, Faszikel 12/13). Vita e Pensiero, Milano 2015, ISBN 978-88-343-3025-8.
âą Claus Leggewie, Ursula Renner, Peter Risthaus (Hrsg.): Prometheische Kultur. Wo kommen unsere Energien her? Fink, Paderborn 2013, ISBN 978-3-7705-5601-4.
Antike
âą Jean-Robert Gisler: Prometheus. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Band 7.1, Artemis, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1994, ISBN 3-7608-8751-1, S. 531â553 (Text) und Band 7.2, S. 420â430 (Abbildungen). NachtrĂ€ge in den ErgĂ€nzungsbĂ€nden Supplementum 2009: Supplementband 1, Artemis, DĂŒsseldorf 2009, ISBN 978-3-538-03520-1, S. 436 f. (Text) und Supplementband 2, S. 208 f. (Abbildungen)
âą Jean-Robert Gisler: Die Ikonographie des Prometheus in der Antike. In: Freiburger UniversitĂ€tsblĂ€tter. Jahrgang 39, Heft 150, 2000, S. 61â74.
⹠Eckard LefÚvre: Studien zu den Quellen und zum VerstÀndnis des Prometheus Desmotes. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-82524-2.
âą Irmela KĂŒhnrich-Chatterjee: Prometheusbilder. Vorstellungen von Prometheus in den schriftlichen und bildlichen Zeugnissen von den AnfĂ€ngen im 7. Jh. v. Chr. bis in hellenistische Zeit. Dissertation UniversitĂ€t Freiburg 2019. (Digitalisat)
Mittelalter und FrĂŒhe Neuzeit
âą Reinhard Steiner: Prometheus. Ikonologische und anthropologische Aspekte der bildenden Kunst vom 14. bis zum 17. Jahrhundert. Boer, Grafrath 1991, ISBN 3-924963-42-8.
Moderne und Rezeption
âą Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. From Myth to Symbol. Legenda, London 2013, ISBN 978-1-907975-52-3.
âą Paul Goetsch: Die Prometheusmythe in der englischsprachigen Literatur nach 1945. In: Martin Brunkhorst u. a. (Hrsg.): Klassiker-Renaissance. Modelle der Gegenwartsliteratur. Stauffenburg, TĂŒbingen 1991, ISBN 3-923721-79-X, S. 31â51.
âą Diethard Heinze: Entfesselte Gefangenschaft â Prometheus im 20. Jahrhundert. In: Dietmar Jacobsen (Hrsg.): Kreuzwege. Transformationen des Mythischen in der Literatur. Peter Lang, Frankfurt 1999, ISBN 3-631-32660-2, S. 35â60.
⹠Christian Kreutz: Das Prometheussymbol in der Dichtung der englischen Romantik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1963.
âą David S. Landes: The unbound Prometheus: technological change and industrial development in Western Europe from 1750 to the present. 1969. deutsch: Der entfesselte Prometheus : technolog. Wandel u. industrielle Entwicklung in Westeuropa von 1750 bis zur Gegenwart. MĂŒnchen: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1983 (dtv ; 4418 : dtv-Wissenschaft). (Lizenz d. Kiepenheuer-und-Witsch-Verl., Köln).
âą Laurent PrĂ©mont: Le mythe de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature française contemporaine (1900â1960). Les Presses de lâUniversitĂ© Laval, QuĂ©bec 1964.
âą Percy Bysshe Shelley: Der entfesselte Prometheus. engl. Original: London (C. and J. Ollier) 1820.
âą Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Prometheus in der bildenden Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. VDG, Weimar 2005, ISBN 3-89739-482-0.
âą Theodore Ziolkowski: Mythologisierte Gegenwart. Deutsches Erleben seit 1933 in antikem Gewand. Fink, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-7705-4670-1, S. 99â126. (ĂŒber die marxistische Rezeption des Mythos)
Musik
âą Paul A. Bertagnolli: Prometheus in Music. Representations of the Myth in the Romantic Era. Ashgate, Aldershot 2007, ISBN 978-0-7546-5468-1.
âą Laurenz LĂŒtteken (Hrsg.): Der entfesselte Prometheus. Der antike Mythos in der Musik um 1900. BĂ€renreiter, Kassel 2015, ISBN 978-3-7618-2156-5.
Literarische Rezeption
⹠Wolfgang Storch, Burghard Damerau (Hrsg.): Mythos Prometheus. Texte von Hesiod bis René Char. Reclam, Leipzig 1995, ISBN 3-379-01528-8.
Weblinks
Wiktionary: Prometheus
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: Prometheus
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Wikisource: Prometheus
â Quellen und Volltexte
âą Literatur zu Prometheus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Werke ĂŒber Prometheus in der Deutschen Digitalen Bibliothek
⹠EintrÀge zu Prometheus in der archÀologischen Datenbank Arachne
âą Datensatz âPrometheusâ im Mythoskop, dem Webportal zu antiken Mythen
âą Ursula Renner: Prometheus-Bibliographie (2012; PDF)
âą Prometheus (Bilder auf der Website von Hedwig Abraham: Kunst und Kultur in Wien)
Anmerkungen
cite-note-11. â Hesiod, Theogonie 507â616
cite-note-22. â Hesiod, Werke und Tage 42â105
cite-note-33. â Zur Vorgehensweise Hesiods siehe Ernst Heitsch: Das Prometheus-Gedicht bei Hesiod. In: Ernst Heitsch (Hrsg.): Hesiod. Darmstadt 1966, S. 419â435; Jens-Uwe Schmidt: Die Einheit des Prometheus-Mythos in der âTheogonieâ des Hesiod. In: Hermes. 116, 1988, S. 129â156, hier: S. 134.
cite-note-44. â Hesiod, Theogonie 507â516; 521; 546 f.; 559 f.; 614; vgl. 362â366; Werke und Tage 48,54. Vgl. Walter Marg (Kommentator): Hesiod: SĂ€mtliche Gedichte. ZĂŒrich/Stuttgart 1970, S. 220â224.
cite-note-55. â Zur Titanomachie siehe Walter Marg (Kommentator): Hesiod: SĂ€mtliche Gedichte. ZĂŒrich/Stuttgart 1970, S. 242â264.
cite-note-66. â Eine Interpretation dieser Konstellation bietet Jean-Pierre Vernant: Sacrificial and alimentary codes in Hesiodâs myth of Prometheus. In: Richard L. Gordon (Hrsg.): Myth, religion and society. Cambridge 1981, S. 57â79, hier: S. 60â66.
cite-note-77. â Hesiod, Theogonie 535â564; Werke und Tage 47â50. Zur Interpretation siehe die AufsĂ€tze von Jean-Pierre Vernant: The myth of Prometheus in Hesiod. und Sacrificial and alimentary codes in Hesiodâs myth of Prometheus. In: Richard L. Gordon (Hrsg.): Myth, religion and society. Cambridge 1981, S. 43â56 und 57â79.
cite-note-88. â Hesiod, Theogonie 565â569; Werke und Tage 50â55. Siehe dazu Walter Marg (Kommentator): Hesiod: SĂ€mtliche Gedichte. ZĂŒrich/Stuttgart 1970, S. 233â235.
cite-note-99. â Die gĂ€ngige Ăbersetzung âHoffnungâ ist hier unpassend, wahrscheinlich ist mit elpĂs die FĂ€higkeit gemeint, die Zukunft vorauszusehen; siehe Noriko Yasumura: Challenges to the Power of Zeus in Early Greek Poetry. London 2011, S. 112â116.
cite-note-1010. â Hesiod, Theogonie 570â612; Werke und Tage 53â105. Die Interpretation ist stark umstritten; siehe dazu Immanuel MusĂ€us: Der Pandoramythos bei Hesiod und seine Rezeption bis Erasmus von Rotterdam. Göttingen 2004, S. 13â41.
cite-note-1111. â Hesiod, Theogonie 521â534; 614â616. Vgl. Walter Marg (Kommentator): Hesiod: SĂ€mtliche Gedichte. ZĂŒrich/Stuttgart 1970, S. 226â229.
cite-note-1212. â Hesiod, Frauenkatalog Fragmente 2 und 4; Text bei Reinhold Merkelbach, Martin Litchfield West (Hrsg.): Fragmenta Hesiodea. Oxford 1967, S. 4 f.
cite-note-1313. â Reimar MĂŒller: Die Entdeckung der Kultur. DĂŒsseldorf/ZĂŒrich 2003, S. 30â41.
cite-note-1414. â Siehe hierzu Franz Stoessl: Der Prometheus des Aischylos als geistesgeschichtliches und theatergeschichtliches PhĂ€nomen. Stuttgart 1988, S. 20â22; Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003, S. 159â169; Manfred Joachim Lossau: Aischylos. Hildesheim 1998, S. 44â47; Alan H. Sommerstein: Aeschylean Tragedy. London 2010, S. 224â228; Paolo Cipolla: Il Prometeo satiresco di Eschilo: Pyrkaeus o Pyrphoros? In: Maria Pia Pattoni (Hrsg.): Forum. Prometeo. Percorsi di un mito tra antichi e moderni. Milano 2015, S. 83â112.
cite-note-1515. â Einen Ăberblick ĂŒber die Forschungsgeschichte bietet Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003, S. 11â19. Vgl. Alan H. Sommerstein: Aeschylean Tragedy. London 2010, S. 228â232.
cite-note-1616. â Zur Dauer der Folterung siehe Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003, S. 58â60.
cite-note-1717. â Zum mutmaĂlichen Ablauf, ĂŒber den es verschiedene Hypothesen gibt, siehe Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003, S. 69â95; Piero Totaro: Prometeo, incatenato e liberato. In: Maria Pia Pattoni (Hrsg.): Forum. Prometeo. Percorsi di un mito tra antichi e moderni. Milano 2015, S. 71â81.
cite-note-1818. â Aischylos, Der gefesselte Prometheus 1â87. Siehe dazu Robert Bees: Aischylos. Interpretationen zum VerstĂ€ndnis seiner Theologie. MĂŒnchen 2009, S. 260â270; Rose Unterberger: Der gefesselte Prometheus des Aischylos. Eine Interpretation. Stuttgart 1968, S. 22â33.
cite-note-1919. â Aischylos, Der gefesselte Prometheus 88â396. Siehe dazu Robert Bees: Aischylos. Interpretationen zum VerstĂ€ndnis seiner Theologie. MĂŒnchen 2009, S. 270â286; Rose Unterberger: Der gefesselte Prometheus des Aischylos. Eine Interpretation. Stuttgart 1968, S. 33â66.
cite-note-2020. â Aischylos, Der gefesselte Prometheus 397â560. Siehe dazu Robert Bees: Aischylos. Interpretationen zum VerstĂ€ndnis seiner Theologie. MĂŒnchen 2009, S. 286â290; Rose Unterberger: Der gefesselte Prometheus des Aischylos. Eine Interpretation. Stuttgart 1968, S. 67â87.
cite-note-2121. â Aischylos, Der gefesselte Prometheus 561â940. Siehe dazu Robert Bees: Aischylos. Interpretationen zum VerstĂ€ndnis seiner Theologie. MĂŒnchen 2009, S. 290â304; Rose Unterberger: Der gefesselte Prometheus des Aischylos. Eine Interpretation. Stuttgart 1968, S. 88â121.
cite-note-2222. â Aischylos, Der gefesselte Prometheus 941â1093. Siehe dazu Robert Bees: Aischylos. Interpretationen zum VerstĂ€ndnis seiner Theologie. MĂŒnchen 2009, S. 304â309; Rose Unterberger: Der gefesselte Prometheus des Aischylos. Eine Interpretation. Stuttgart 1968, S. 121â131.
cite-note-2323. â Siehe dazu Robert Bees: Aischylos. Interpretationen zum VerstĂ€ndnis seiner Theologie. MĂŒnchen 2009, S. 260â309; Suzanne SaĂŻd: Sophiste et tyran. Paris 1985, S. 284â325.
cite-note-2424. â Siehe dazu Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003, S. 82â85, 93â95, 172 f.
cite-note-2525. â Ein ausfĂŒhrliches PlĂ€doyer gegen die Echtheit ist die Untersuchung von Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003. Die Gegenposition begrĂŒnden C. John Herington: The Author of the Prometheus Bound. Austin 1970 und Suzanne SaĂŻd: Sophiste et tyran. Paris 1985, S. 27â80. Eine kritische Erörterung der Argumente fĂŒr die Echtheit bietet Robert Bees: Zur Datierung des Prometheus Desmotes. Stuttgart 1993, S. 73â132.
cite-note-2626. â Stephanie West: Prometheus Orientalized. In: Museum Helveticum. 51, 1994, S. 129â149, hier: S. 132â134.
cite-note-2727. â Aristophanes, Die Vögel 1494â1552. Siehe dazu Nan Dunbar (Hrsg.): Aristophanes: Birds. Oxford 1995, S. 693â710 (Kommentar).
cite-note-2828. â Platon, Protagoras 320câ322d. Vgl. Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. 5. Auflage, Frankfurt 1990, S. 359â366. Kurz erwĂ€hnt werden Prometheus und das Feuer auch in Platon, Philebos 16c.
cite-note-2929. â Bernd Manuwald: Platon: Protagoras. Ăbersetzung und Kommentar. Göttingen 1999, S. 168 f., 177 f., 183â191. Vgl. Dieter Bremer: Prometheus. Die Formation eines Grundmythologems. In: Edgar Pankow, GĂŒnter Peters (Hrsg.): Prometheus. Mythos der Kultur. MĂŒnchen 1999, S. 35â41, hier: S. 39â41.
cite-note-3030. â Apollonios von Rhodos, Argonautika 2,1246â1259
cite-note-3131. â Apollonios von Rhodos, Argonautika 3,843â866; 3,1246â1258. Vgl. dazu Gyburg Radke: Die Kindheit des Mythos. MĂŒnchen 2007, S. 117â124.
cite-note-3232. â Diodor 1,19,1â4
cite-note-3333. â Diodor 5,67,2
cite-note-3434. â Walther Kraus, Lothar Eckhart: Prometheus. In: Paulys RealencyclopĂ€die der classischen Altertumswissenschaft. Band 23/1, Stuttgart 1957, Sp. 653â730, hier: Sp. 685; Hans-Karl LĂŒcke, Susanne LĂŒcke: Antike Mythologie. Wiesbaden 2005, S. 684.
cite-note-3535. â Bibliotheke des Apollodor 1,2,3
cite-note-3636. â Bibliotheke des Apollodor 1,7,2
cite-note-3737. â Siehe dazu Fabio Berdozzo: Götter, Mythen, Philosophen. Berlin 2011, S. 141â161.
cite-note-3838. â Siehe dazu Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. 5. Auflage, Frankfurt 1990, S. 379â381.
cite-note-3939. â Julian, Gegen die ungebildeten Hunde 182câd. Siehe dazu Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. 5. Auflage, Frankfurt 1990, S. 369â373.
cite-note-4040. â Henry David Jocelyn: Greek poetry in Ciceroâs prose writing. In: Yale Classical Studies. 23, 1973, S. 61â111, hier: S. 90 f.
cite-note-4141. â Zum Titel siehe Ingeborg Steinbach: Varros Menippea âPrometheus liberâ. Köln 1979, S. 7â11.
cite-note-4242. â Varro, Saturae Menippeae Fragmente 423â436. Siehe dazu Ingeborg Steinbach: Varros Menippea âPrometheus liberâ. Köln 1979, S. 336â338.
cite-note-4343. â Cicero, Tusculanae disputationes 2,23â25. Siehe dazu Henry David Jocelyn: Greek poetry in Ciceroâs prose writing. In: Yale Classical Studies. 23, 1973, S. 61â111, hier: S. 91â111.
cite-note-4444. â Hyginus, Genealogiae 144 (siehe auch 54 und 142); De astronomia 2,15
cite-note-4545. â Hyginus, Genealogiae 31
cite-note-4646. â Servius, Commentarius in Vergilii eclogas 6,42. Vgl. Immanuel MusĂ€us: Der Pandoramythos bei Hesiod und seine Rezeption bis Erasmus von Rotterdam. Göttingen 2004, S. 171â174 und zum Ring Walther Kraus, Lothar Eckhart: Prometheus. In: Paulys RealencyclopĂ€die der classischen Altertumswissenschaft. Band 23/1, Stuttgart 1957, Sp. 653â730, hier: Sp. 701.
cite-note-4747. â Ovid, Metamorphosen 1,76â88. Zu Ovids Rezeption der mythischen Ăberlieferung siehe Costantino Moro: Le nobili spoglie di un mito: Prometeo nella poesia latina da Cicerone a Claudiano. In: Maria Pia Pattoni (Hrsg.): Forum. Prometeo. Percorsi di un mito tra antichi e moderni. Milano 2015, S. 141â215, hier: S. 175â185; Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 105â107.
cite-note-4848. â Valerius Flaccus, Argonautica 5,154â176. Siehe dazu Hans JĂŒrgen Tschiedel: Prometheus und die Argonauten. In: Ulrich Eigler, Eckard LefĂšvre (Hrsg.): Ratis omnia vincet. MĂŒnchen 1998, S. 293â305, hier: S. 293â296.
cite-note-4949. â Tertullian, Apologeticum 18,2
cite-note-5050. â Laktanz, Epitome divinarum institutionum 20. Vgl. Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 28â32.
cite-note-5151. â Augustinus, De civitate Dei 18,8
cite-note-5252. â Fulgentius, Mitologiae 2,6. Siehe dazu den Kommentar von Ătienne Wolf, Philippe Dain (Hrsg.): Fulgence: Mythologies. Villeneuve dâAscq 2013, S. 159â161. Allgemein zur christlichen Rezeption des Mythos Joachim Dalfen: Parmenides â Protagoras â Platon â Marc Aurel. Stuttgart 2012, S. 292 f.; Dieter Bremer: Prometheus-Variationen. In: Wiener Studien. 104, 1991, S. 261â284, hier: S. 265â267, 271 f.
cite-note-5353. â Walter Marg (Kommentator): Hesiod: SĂ€mtliche Gedichte. ZĂŒrich/Stuttgart 1970, S. 221 f.; Hans-Karl LĂŒcke, Susanne LĂŒcke: Antike Mythologie. Wiesbaden 2005, S. 681 f.
cite-note-5454. â Hans-Karl LĂŒcke, Susanne LĂŒcke: Antike Mythologie. Wiesbaden 2005, S. 680â683.
cite-note-5555. â Einen Ăberblick gibt Philipp Theisohn: Prometheus. In: Mythenrezeption (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 5). Stuttgart 2008, S. 605â621, hier: S. 605â607.
cite-note-5656. â Horaz, Carmina 1,3,25â40
cite-note-5757. â Dieter Bremer (Hrsg.): Aischylos: Prometheus in Fesseln. Frankfurt 1988, S. 125, 141â143; Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003, S. 97, 99 f.
cite-note-5858. â Eckard LefĂšvre: Studien zu den Quellen und zum VerstĂ€ndnis des Prometheus Desmotes. Göttingen 2003, S. 111 f., 121â128. Vgl. Robert Bees: Zur Datierung des Prometheus Desmotes. Stuttgart 1993, S. 142â147, 162â166, 248â250.
cite-note-5959. â Siehe dazu Robert Bees: Das Feuer des Prometheus. Mythos des Fortschritts und des Verfalls. In: Edgar Pankow, GĂŒnter Peters (Hrsg.): Prometheus. Mythos der Kultur. MĂŒnchen 1999, S. 43â61.
cite-note-6060. â Walther Kraus, Lothar Eckhart: Prometheus. In: Paulys RealencyclopĂ€die der classischen Altertumswissenschaft. Band 23/1, Stuttgart 1957, Sp. 653â730, hier: Sp. 685, 696â698; Noriko Yasumura: Challenges to the Power of Zeus in Early Greek Poetry. London 2011, S. 111 f.; Jacqueline Duchemin: PromĂ©thĂ©e. Paris 1974, S. 38 f., 51â53, 83â86.
cite-note-6161. â Siehe dazu Paola Pisi: Prometeo nel culto attico. Rom 1990, S. 9â20, 51.
cite-note-6262. â Paola Pisi: Prometeo nel culto attico. Rom 1990, S. 21â51; Walther Kraus, Lothar Eckhart: Prometheus. In: Paulys RealencyclopĂ€die der classischen Altertumswissenschaft. Band 23/1, Stuttgart 1957, Sp. 653â730, hier: Sp. 654â657, 701.
cite-note-6363. â Jean-Robert Gisler: Prometheus. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Bd. 7.1, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1994, S. 548â550; Philipp Theisohn: Prometheus. In: Mythenrezeption (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 5). Stuttgart 2008, S. 605â621, hier: 607 f.; Raffaella Viccei: Fuoco e fango. Il mito di Prometeo nella documentazione archeologica greca e romana. In: Maria Pia Pattoni (Hrsg.): Forum. Prometeo. Percorsi di un mito tra antichi e moderni. Milano 2015, S. 217â272.
cite-note-6464. â Jean-Robert Gisler: Prometheus. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Bd. 7.1, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1994, S. 551.
cite-note-6565. â Helga Kaiser-Minn: Die Erschaffung des Menschen auf den spĂ€tantiken Monumenten des 3. und 4. Jahrhunderts. MĂŒnster 1981, S. 32â37.
cite-note-6666. â Paris, Louvre, Ma 355.
cite-note-6767. â Olga Raggio: The Myth of Prometheus. Its survival and metamorphoses up to the eighteenth century. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes. 21, 1958, S. 44â62, hier: S. 47 f; Helga Kaiser-Minn: Die Erschaffung des Menschen auf den spĂ€tantiken Monumenten des 3. und 4. Jahrhunderts. MĂŒnster 1981, S. 38â62.
cite-note-6868. â Jane Chance: Medieval Mythography. Bd. 1, Gainesville 1994, S. 181â183, 324â327 und Bd. 2, Gainesville 2000, S. 182, 244 f., 282, 291; Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur. 10., ĂŒberarbeitete Auflage, Stuttgart 2005, S. 762; Jean-Claude Margolin: Le mythe de PromĂ©thĂ©e dans la philosophie de la Renaissance. In: Luisa Rotondi Secchi Tarugi (Hrsg.): Il mito nel Rinascimento. Milano 1993, S. 241â269, hier: S. 241.
cite-note-6969. â Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 34 f., 118 f.
cite-note-7070. â Petrarca, De vita solitaria 2,12. Vgl. Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 37 f.
cite-note-7171. â Giovanni Boccaccio, Genealogia deorum gentilium 4,44
cite-note-7272. â Siehe dazu Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 128â133, 144, 167; Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 41â43; Olga Raggio: The Myth of Prometheus. Its survival and metamorphoses up to the eighteenth century. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes. 21, 1958, S. 44â62, hier: S. 53â55; Dieter Bremer: Prometheus-Variationen. In: Wiener Studien. 104, 1991, S. 261â284, hier: S. 267â272; August Buck: Die humanistische Tradition in der Romania. Bad Homburg 1968, S. 93 f.; Susanna Barsella: The Myth of Prometheus in Giovanni Boccaccioâs Decameron. In: Modern Language Notes. Bd. 119, Nr. 1 (Supplement), S. S120âS141, hier: S. S128âS133.
cite-note-7373. â August Buck: Die humanistische Tradition in der Romania. Bad Homburg 1968, S. 97â101; Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 145â147, 182 f.
cite-note-7474. â Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 84â86.
cite-note-7575. â Joachim Heimerl: Systole und Diastole. MĂŒnchen 2001, S. 26â29.
cite-note-7676. â Eine ausfĂŒhrliche wissenschaftsgeschichtliche Darstellung bietet Jan Albert Gruys: The Early Printed Editions (1518â1664) of Aeschylus. Nieuwkoop 1981, S. 17 ff., eine neuere Ăbersicht Manfred Landfester (Hrsg.): Geschichte der antiken Texte (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 2). Stuttgart 2007, S. 16â21.
cite-note-7777. â Olga Raggio: The Myth of Prometheus. Its survival and metamorphoses up to the eighteenth century. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes. 21, 1958, S. 44â62, hier: S. 54 f.; Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 148, 151â154.
cite-note-7878. â Giordano Bruno, Cabala del cavallo pegaseo Erster Dialog. Hrsg. von Sergius Kodera (= Giordano Bruno: Werke., Bd. 6), Hamburg 2009, S. 66; vgl. die Einleitung des Herausgebers S. LXXXIVâXC und Olivia Catanorchi: Prometeo. In: Michele Ciliberto (Hrsg.): Giordano Bruno. Parole, concetti, immagini. Bd. 2, Pisa/Firenze 2014, S. 1594 f.; Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 91 f.
cite-note-7979. â Francis Bacon, De sapientia veterum 26. Vgl. Jean-Claude Margolin: Le mythe de PromĂ©thĂ©e dans la philosophie de la Renaissance. In: Luisa Rotondi Secchi Tarugi (Hrsg.): Il mito nel Rinascimento. Milano 1993, S. 241â269, hier: S. 259â267.
cite-note-8080. â Thomas Hobbes, De cive 10,3. Siehe dazu Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. 5. Auflage, Frankfurt 1990, S. 408â410.
cite-note-8181. â Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 298 f.
cite-note-8282. â Jean-Jacques Rousseau, Discours sur les sciences et les arts Teil 2 (Anfang). Siehe dazu Michaela Rehm: AufklĂ€rung ĂŒber Fortschritt: Die systematischen Ursachen der Zivilisation. In: Johannes Rohbeck, Lieselotte SteinbrĂŒgge (Hrsg.): Jean-Jacques Rousseau: Die beiden Diskurse zur Zivilisationskritik. Berlin 2015, S. 47â61.
cite-note-8383. â Michael J. Giordano: The Art of Meditation and the French Renaissance Love Lyric. Toronto 2010, S. 317â320; Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 168â180.
cite-note-8484. â Marco Girolamo Vida, Poeticorum libri tres 1,516â529
cite-note-8585. â Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 185 f.
cite-note-8686. â Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 184.
cite-note-8787. â Edmund Spenser, The Faerie Queene 2,10,70 f. Siehe dazu Philip J. Gallagher: Prometheus. In: Albert Charles Hamilton (Hrsg.): The Spenser Encyclopedia. Toronto 1990, S. 557 f.
cite-note-8888. â Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 223â237.
cite-note-8989. â Shaftesbury, Soliloquy 1,3. Vgl. Christian Kreutz: Das Prometheussymbol in der Dichtung der englischen Romantik. Göttingen 1963, S. 7â11.
cite-note-9090. â Heinz Gockel: Mythos und Poesie. Frankfurt am Main 1981, S. 220; Manuela Helga Schulz: Metaphysische Rebellen. WĂŒrzburg 2010, S. 14 f.
cite-note-9191. â Siehe dazu Francis Erlington Ball: Swiftâs Verse. London 1929, S. 178â187.
cite-note-9292. â Manuel Couvreur: Pandore. In: Raymond Trousson, Jeroom Vercruysse (Hrsg.): Dictionnaire gĂ©nĂ©ral de Voltaire. Paris 2003, S. 910â912; Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 282â285.
cite-note-9393. â Pierre Brumoy: La BoĂ«te de Pandore ou La curiositĂ© punie. Veröffentlicht 1741; Jean-Jacques Lefranc de Pompignan: PromĂ©thĂ©e. Veröffentlicht 1784. Siehe dazu Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 269â274.
cite-note-9494. â Christoph Martin Wieland: BeytrĂ€ge zur Geheimen Geschichte des menschlichen Verstandes und Herzens. Drittes Buch. In: Hans-Peter Nowitzki (Hrsg.): Wielands Werke. Bd. 9.1, Berlin 2008, S. 183â214, hier: S. 202â210. Vgl. Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. 5. Auflage, Frankfurt 1990, S. 417â421.
cite-note-9595. â Siehe zu Wielands Pandora John Parker: Christoph Martin Wielands dramatische TĂ€tigkeit. Bern/MĂŒnchen 1961, S. 116â120.
cite-note-9696. â Manuela Helga Schulz: Metaphysische Rebellen. WĂŒrzburg 2010, S. 47; Joachim Heimerl: Systole und Diastole. MĂŒnchen 2001, S. 26â29.
cite-note-9797. â Manuela Helga Schulz: Metaphysische Rebellen. WĂŒrzburg 2010, S. 15 f.; Joachim Heimerl: Systole und Diastole. MĂŒnchen 2001, S. 24 f.
cite-note-9898. â Siehe dazu Joachim Heimerl: Systole und Diastole. MĂŒnchen 2001, S. 30â38.
cite-note-9999. â Zur Datierung siehe Joachim Heimerl: Systole und Diastole. MĂŒnchen 2001, S. 73; Silke HeckenbĂŒcker: Prometheus, Apollo, Zeus/Jupiter â Goethe-Bilder von 1773 bis 1885. Frankfurt 2008, S. 21.
cite-note-100100. â Zur Bezeichnung siehe Konrad Rahe: Religionskritik in Goethes Prometheus-Hymne, in den Venezianischen Epigrammen und in der Ballade Die Braut von Corinth. Hamburg 2014, S. 34â36.
cite-note-101101. â Goethe, Prometheus 245â247
cite-note-102102. â Siehe dazu Joachim Heimerl: Systole und Diastole. MĂŒnchen 2001, S. 49â72, 84â100; Silke HeckenbĂŒcker: Prometheus, Apollo, Zeus/Jupiter â Goethe-Bilder von 1773 bis 1885. Frankfurt 2008, S. 21â35; Manuela Helga Schulz: Metaphysische Rebellen. WĂŒrzburg 2010, S. 47â89.
cite-note-103103. â Siehe dazu Rolf Christian Zimmermann: Das Weltbild des jungen Goethe. Bd. 2, MĂŒnchen 1979, S. 132â139.
cite-note-104104. â Siehe zur Entwicklung von Herders Prometheus- und Epimetheusbild Harro MĂŒller-Michaels: âIch bin Epimetheusâ. Der Mythos der Bildung. In: Martin Bollacher (Hrsg.): Johann Gottfried Herder. WĂŒrzburg 1994, S. 167â176.
cite-note-105105. â Heinz Gockel: Mythos und Poesie. Frankfurt am Main 1981, S. 223â227.
cite-note-108108. â Parmigianinos Zeichnung, Morgan Library & Museum, New York.
cite-note-111111. â Maulbertschs GemĂ€lde in der Sammlung Reuschel, Bayerisches Nationalmuseum, MĂŒnchen.
cite-note-112112. â Museo del Prado, Madrid.
cite-note-113113. â Siehe dazu Philipp Theisohn: Prometheus. In: Mythenrezeption (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 5). Stuttgart 2008, S. 605â621, hier: S. 616.
cite-note-115115. â Museo del Prado, Madrid.
cite-note-116116. â Philadelphia Museum of Art, Philadelphia. Siehe dazu Peter Sutton: âTutti finiti con amoreâ: Rubensâ âPrometheus Boundâ. In: Anne-Marie Logan (Hrsg.): Essays in Northern European Art Presented to Egbert Haverkamp-Begemann on His Sixtieth Birthday. Doornspijk 1983, S. 270â275.
cite-note-117117. â Rijksmuseum, Amsterdam.
cite-note-118118. â The Barbara Piasecka Johnson Collection, Monte-Carlo. Siehe dazu Silke Kurth: Das Antlitz der Agonie. Weimar 2009, S. 144â147.
cite-note-119119. â Königliche Museen der Schönen KĂŒnste, BrĂŒssel.
cite-note-121121. â Wallraf-Richartz-Museum, Köln.
cite-note-122122. â MusĂ©e de la Chartreuse, Douai.
cite-note-123123. â Im Jahr 2007 in Köln verkauft, heutiger Standort unbekannt.
cite-note-124124. â Silke Kurth: Das Antlitz der Agonie. Weimar 2009, S. 152â156.
cite-note-126126. â SzĂ©pmƱvĂ©szeti MĂșzeum, Budapest. Siehe dazu Silke Kurth: Das Antlitz der Agonie. Weimar 2009, S. 157 f.
cite-note-127127. â Im Jahr 2008 vom Auktionshaus Hampel (MĂŒnchen) verkauft, heutiger Standort unbekannt.
cite-note-129129. â Flaxmans Zeichnung in der Royal Academy of Arts, London.
cite-note-130130. â New York Public Library, New York City.
cite-note-132132. â Dumonts Skulptur in der Royal Collection, Windsor Castle.
cite-note-133133. â Victoria and Albert Museum, London.
cite-note-134134. â Louvre, Paris.
cite-note-137137. â GrĂŒnes Gewölbe, Dresden.
cite-note-138138. â Alte Pinakothek, MĂŒnchen. Vgl. Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 125â165.
cite-note-139139. â Palazzo Vecchio, Florenz. Siehe dazu Mechthild Modersohn: Natura als Göttin im Mittelalter. Berlin 1997, S. 68 f.
cite-note-140140. â Reinhard Steiner: Prometheus. Grafrath 1991, S. 168â176.
cite-note-141141. â Kevin Curran: Marriage, Performance, and Politics at the Jacobean Court. Farnham 2009, S. 103 f., 107.
cite-note-142142. â Siehe zur musikalischen Rezeption Peter Andraschke: Schöpferisches Feuer. Kompositorische Prometheus-Fantasien. In: Freiburger UniversitĂ€tsblĂ€tter. Jahrgang 39, Heft 150, 2000, S. 75â88, hier: S. 75 f.
cite-note-143143. â Ăbersichtsdarstellungen: Raymond Trousson: Prometheus. In: Pierre Brunel (Hrsg.): Companion to Literary Myths, Heroes and Archetypes. London 1992, S. 968â981, hier: S. 978â980; Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur. 10., ĂŒberarbeitete Auflage, Stuttgart 2005, S. 763â765. Analyse: Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. 5. Auflage, Frankfurt 1990, S. 607â616.
cite-note-144144. â Silke HeckenbĂŒcker: Prometheus, Apollo, Zeus/Jupiter â Goethe-Bilder von 1773 bis 1885. Frankfurt 2008, S. 205â208.
cite-note-145145. â Siehe die Ăbersichtsdarstellungen von Raymond Trousson: Prometheus. In: Pierre Brunel (Hrsg.): Companion to Literary Myths, Heroes and Archetypes. London 1992, S. 968â981, hier: S. 980 f. und Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur. 10., ĂŒberarbeitete Auflage, Stuttgart 2005, S. 763â767.
cite-note-146146. â Carol Dougherty: Prometheus. London/New York 2006, S. 33â35; Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage. GenĂšve 2001, S. 28 f. Vgl. James George Frazer (Hrsg.): Apollodorus: The Library. Bd. 2, Cambridge (Massachusetts)/London 1921, S. 326â350.
cite-note-147147. â Adalbert Kuhn: Die Herabkunft des Feuers und des Göttertranks. Berlin 1859, S. 16â20.
cite-note-148148. â James George Frazer: Myths of the Origin of Fire. London 1930 (zu Prometheus S. 193â197).
cite-note-149149. â Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 27â30. Walter Burkert nahm als Hintergrund einen Mythos âmit orientalischem Einschlagâ an (Burkert: Griechische Religion der archaischen und klassischen Epoche. Stuttgart 1977, S. 267 und Anm. 24), entfernte diese Hypothese aber in der zweiten Auflage seiner Monographie (Stuttgart 2011, S. 264).
cite-note-150150. â Siehe dazu die Untersuchung von Kurt Raaflaub: Zeus und Prometheus: Zur griechischen Interpretation vorderasiatischer Mythen. In: Monika Bernett u. a. (Hrsg.): Christian Meier zur Diskussion. Stuttgart 2008, S. 33â60, hier: S. 51â60. Vgl. Jacqueline Duchemin: PromĂ©thĂ©e. Paris 1974, S. 33â46.
cite-note-151151. â William Hansen: Prometheus and Loki: The Myth of the Fettered God and his Kin. In: Classica et Mediaevalia. 58, 2007, S. 65â117.
cite-note-152152. â Johann Jakob Bachofen: Das Mutterrecht. Erste HĂ€lfte (= Karl Meuli (Hrsg.): Johann Jakob Bachofens gesammelte Werke, Band 2). 3. Auflage, Basel 1948, S. 437â439.
cite-note-153153. â Hans-Georg Gadamer: Prometheus und die Tragödie der Kultur. In: Gadamer: Gesammelte Werke. Bd. 9, TĂŒbingen 1993, S. 150â161.
cite-note-154154. â Karl KerĂ©nyi: Prometheus. Die menschliche Existenz in griechischer Deutung. Hamburg 1959 (Erstausgabe ZĂŒrich 1946), S. 82â84, 103 f.
cite-note-155155. â Hans-Georg Gadamer: Ăsthetik und Poetik. Bd. 2, TĂŒbingen 1993, S. 153. Vgl. Fritz Wehrli: Theoria und Humanitas. ZĂŒrich 1972, S. 50â55; Walter Burkert: Griechische Religion der archaischen und klassischen Epoche. 2., ĂŒberarbeitete Auflage, Stuttgart 2011, S. 95 f.; Jens-Uwe Schmidt: Die Einheit des Prometheus-Mythos in der âTheogonieâ des Hesiod. In: Hermes. 116, 1988, S. 129â156.
cite-note-156156. â Siehe dazu die Darstellung der Forschungsgeschichte von Francesca Prescendi: PromĂ©thĂ©e fonde-t-il le sacrifice grec? En relisant Jean Rudhardt. In: Ueli Dill, Christine Walde (Hrsg.): Antike Mythen. Berlin 2009, S. 81â95.
cite-note-157157. â Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Werke. Hrsg. von Eva Moldenhauer, Karl Markus Michel, Bd. 14, Frankfurt 1970, S. 54â57 und Bd. 17, Frankfurt 1969, S. 107â109.
cite-note-158158. â Karl Marx: Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie, Vorrede. Siehe dazu Leonard P. Wessell: Prometheus Bound. The Mythic Structure of Karl Marxâs Scientific Thinking. Baton Rouge 1984, S. 65â67; Theodore Ziolkowski: Mythologisierte Gegenwart. MĂŒnchen 2008, S. 102; Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 105â108.
cite-note-159159. â Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena 2, § 199
cite-note-160160. â Manfred Schröter (Hrsg.): Schellings Werke. Hauptband 5, MĂŒnchen 1927, S. 664â668.
cite-note-161161. â Friedrich Nietzsche: Gesammelte Werke. Bd. 3, MĂŒnchen 1920, S. 68â71. Siehe dazu Jochen Schmidt: Kommentar zu Nietzsches Die Geburt der Tragödie. Berlin 2012, S. 202â207.
cite-note-162162. â Alfred Döblin: Schriften zur Politik und Gesellschaft. Olten 1972, S. 346â367. Siehe dazu Matthias Luserke-Jaqui: Alfred Döblins Essay Prometheus und das Primitive im kultur- und literaturgeschichtlichen Kontext. In: Sabine Becker, Robert Krause (Hrsg.): Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Emmendingen 2007. Bern 2008, S. 173â184.
cite-note-163163. â Albert Camus: Essais. Paris 1965, S. 841â844. Vgl. Joachim Dalfen: Parmenides â Protagoras â Platon â Marc Aurel. Stuttgart 2012, S. 300â302.
cite-note-164164. â Herbert Marcuse: Eros und Kultur. Stuttgart 1957 (amerikanische Originalausgabe 1955), S. 158.
cite-note-165165. â Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Bd. 3, Frankfurt 1959, S. 1427â1432.
cite-note-166166. â Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Bd. 2, Frankfurt 1959, S. 924â929; vgl. Bd. 3, Frankfurt 1959, S. 1623â1628.
cite-note-167167. â Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung. Frankfurt 1979, S. 7.
cite-note-168168. â Siehe dazu die Ăbersichtsdarstellung von Dietrich Böhler in seinem einleitenden Kommentar zu Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung. Teilband 1, Freiburg u. a. 2015, S. XVâLIX, hier: S. XXIVâXXIX.
cite-note-169169. â GĂŒnther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen. Bd. 1, 5. Auflage, MĂŒnchen 1980 (Erstveröffentlichung 1956), S. 23â30.
cite-note-170170. â Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. 5. Auflage, Frankfurt 1990, S. 329â340.
cite-note-171171. â Sigmund Freud: Gesammelte Werke. Bd. 16, 3. Auflage, Frankfurt 1968, S. 1â9, hier: S. 5â7.
cite-note-172172. â Carl Gustav Jung: Gesammelte Werke. Bd. 7, ZĂŒrich/Stuttgart 1964, S. 171 f.
cite-note-173173. â Gaston Bachelard: Psychoanalyse des Feuers. MĂŒnchen 1985 (französische Originalausgabe Paris 1937), S. 16â20. Vgl. Ted Hiebert: In Praise of Nonsense. MontrĂ©al 2012, S. 131â133.
cite-note-174174. â Adolf Hitler: Mein Kampf. 855. Auflage, MĂŒnchen 1943, S. 317.
cite-note-175175. â Johann Chapoutot: Der Nationalsozialismus und die Antike. Darmstadt 2014, S. 42â44; Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 180â184.
cite-note-176176. â So etwa bei Richard Dehmel: Der befreite Prometheus. (1891, mit dennoch optimistischem Ausklang) und EdmĂ©e Delebecque: La Mort de PromĂ©thĂ©e. (1905, mit pessimistischem Ausklang); in Ă€hnlichem Sinn Alec Derwent Hope: Prometheus Unbound. (1966, online).
cite-note-177177. â Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 393â404, 585 f.
cite-note-178178. â Manuela Helga Schulz: Metaphysische Rebellen. WĂŒrzburg 2010, S. 180â188; Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 403 f., 421â429.
cite-note-179179. â Siehe dazu Karina Becker: Der andere Goethe. Frankfurt 2012, S. 331â346.
cite-note-180180. â Siehe dazu Stuart M. Sperry: Shelleyâs Major Verse. Cambridge (Massachusetts) 1988, S. 65â126; Karen A. Weisman: Imageless Truths. Philadelphia 1994, S. 81â112; Jennifer Wallace: Shelley and Greece. Basingstoke 1997, S. 162â177; Christian Kreutz: Das Prometheussymbol in der Dichtung der englischen Romantik. Göttingen 1963, S. 81â135.
cite-note-181181. â Eine Liste von Werken mit knappen Angaben bietet Jane Davidson Reid: The Oxford Guide to Classical Mythology in the Arts, 1300â1990s. Bd. 2, New York 1993, S. 924â926, 928â930, 932â937. Zu einzelnen Werken und allgemein zur Rezeption in der modernen dramatischen Literatur siehe Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 345 ff.
cite-note-182182. â Siehe zu diesem Werk Christophe Potocki: Le âPromethidionâ de Cyprian Norwid. In: Communications. 78, 2005, S. 129â138.
cite-note-183183. â Siehe dazu Gunnar Svanfeldt: Schweden. In: Mogens BrĂžndsted (Hrsg.): Nordische Literaturgeschichte. Bd. 2, MĂŒnchen 1984, S. 72â104, hier: S. 78.
cite-note-184184. â Patrick Primavesi: Prometheus. In: Hans-Thies Lehmann, Patrick Primavesi (Hrsg.): Heiner MĂŒller Handbuch. Stuttgart 2003, S. 268â271, hier: S. 268 f.; Fernando SuĂĄrez SĂĄnchez: Individuum und Gesellschaft. Die Antike in Heiner MĂŒllers Werk. Frankfurt 1998, S. 117â143.
cite-note-185185. â Herbert Zeman (Hrsg.): Die österreichische Literatur. Teil 2, Graz 1989, S. 1230â1237, 1244â1246, 1439â1441.
cite-note-186186. â Philipp Theisohn: TotalitĂ€t des Mangels. WĂŒrzburg 2001, S. 94 f.; Cornelia Hermanns: Mensch und Göttin âSeeleâ. Carl Spittelers âPrometheusâ-Dichtungen. Stuttgart 1994, S. 46â55.
cite-note-187187. â Philipp Theisohn: TotalitĂ€t des Mangels. WĂŒrzburg 2001, S. 95â97, 113â117; Cornelia Hermanns: Mensch und Göttin âSeeleâ. Carl Spittelers âPrometheusâ-Dichtungen. Stuttgart 1994, S. 63 ff.
cite-note-188188. â LĂĄszlĂł V. SzabĂł: Renascimentum europaeum. Studien zu Rudolf Pannwitz. Berlin 2016, S. 222â224.
cite-note-189189. â Zahlreiche Beispiele fĂŒr die unterschiedlichen Rezeptionsweisen bietet Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 375 ff.
cite-note-190190. â Raymond Trousson: Quelques aspects du mythe de PromĂ©thĂ©e dans lâĆuvre poĂ©tique de Victor Hugo. In: Bulletin de lâAssociation Guillaume BudĂ©. 1963, S. 86â98; Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 70â78.
cite-note-191191. â Eine Liste von Werken, darunter lyrische Dichtung, mit knappen Angaben bietet Jane Davidson Reid: The Oxford Guide to Classical Mythology in the Arts, 1300â1990s. Bd. 2, New York 1993, S. 923â937. Zu einzelnen Gedichten und allgemein zur Rezeption des Mythos in der modernen Lyrik siehe Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 345 ff.
cite-note-192192. â Klaus Krippendorf: Verwandlung des Prometheus in der Lyrik der DDR. In: Ernst Schmutzer (Hrsg.): Das zwanzigste Jahrhundert im Dialog mit dem Erbe. Jena 1990, S. 87â96; Theodore Ziolkowski: Mythologisierte Gegenwart. MĂŒnchen 2008, S. 111â116 (vgl. S. 121â126); Volker Riedel: Antikerezeption in der deutschen Literatur vom Renaissance-Humanismus bis zur Gegenwart. Stuttgart 2000, S. 368â380. Vgl. zum politischen Hintergrund Hans Joachim Kertscher: âPrometheus verlĂ€sst das Theaterâ. Zur Geschichte eines Mythos in der DDR-Kultur. In: Germanica. 45, 2009, S. 59â72.
cite-note-193193. â Franz FĂŒhmann: Prometheus. Die Zeugung. Hrsg. von Sigurd Schmidt, Rostock 1996, S. 95â99 (Nachwort des Herausgebers); Theodore Ziolkowski: Mythologisierte Gegenwart. MĂŒnchen 2008, S. 119â121.
cite-note-194194. â Text in deutscher Ăbersetzung bei Wolfgang Storch, Burghard Damerau (Hrsg.): Mythos Prometheus. Leipzig 1995, S. 218â227. Siehe dazu Joachim Dalfen: Parmenides â Protagoras â Platon â Marc Aurel. Stuttgart 2012, S. 304â306.
cite-note-195195. â Siehe dazu Hans-JĂŒrgen Schings: Aufstieg und Krise des modernen Prometheus. In: Julia Bertschik u. a. (Hrsg.): ProduktivitĂ€t des GegensĂ€tzlichen. TĂŒbingen 2000, S. 55â68, hier: S. 58â61; Christian Kreutz: Das Prometheussymbol in der Dichtung der englischen Romantik. Göttingen 1963, S. 136â152.
cite-note-196196. â Giacomo Leopardi: La scommessa di Prometeo. In: Leopardi: Opere. Bd. 1, hrsg. von Sergio Solmi, Milano 1956, S. 504â513. Siehe dazu Raymond Trousson: Le thĂšme de PromĂ©thĂ©e dans la littĂ©rature europĂ©enne. 3. Auflage, GenĂšve 2001, S. 383â385.
cite-note-197197. â Siehe dazu Karlheinz Stierle: Mythos als âbricolageâ und zwei Endstufen des Prometheusmythos. In: Manfred Fuhrmann (Hrsg.): Terror und Spiel. MĂŒnchen 1971, S. 455â472, hier: S. 467â472; Marcel Gutwirth: Le âPromĂ©thĂ©eâ de Gide. In: Revue des Sciences humaines. 1964, S. 507â519; GĂŒnter Peters: Literarisches Philosophieren mit dem Mythos âPrometheusâ. In: Richard Faber, Barbara Naumann (Hrsg.): Literarische Philosophie. Philosophische Literatur. WĂŒrzburg 1999, S. 39â62, hier: S. 55â60 sowie die Monographie von Kurt Weinberg: On Gideâs PromĂ©thĂ©e. Princeton 1972.
cite-note-198198. â Ulrich Stadler: Subversive Arbeit am Mythos. In: Verena Ehrich-Haefeli u. a. (Hrsg.): Antiquitates Renatae. WĂŒrzburg 1998, S. 271â283, hier: S. 276â283.
cite-note-199199. â Heiner MĂŒller: StĂŒcke. Berlin 1975, S. 343 f. Siehe dazu Patrick Primavesi: Prometheus. In: Hans-Thies Lehmann, Patrick Primavesi (Hrsg.): Heiner MĂŒller Handbuch. Stuttgart 2003, S. 268â271, hier: S. 269 f.
cite-note-200200. â Eine Ăbersicht bietet Philipp Theisohn: Prometheus. In: Mythenrezeption (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 5). Stuttgart 2008, S. 605â621, hier: S. 619â621.
cite-note-201201. â Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 39â94.
cite-note-202202. â Louvre, Paris; 1826 von Jean-Baptiste Mauzaisse restauriert.
cite-note-203203. â Griepenkerls GemĂ€lde im Treppenhaus des Augusteums, Oldenburg. Siehe dazu Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 61 f.
cite-note-204204. â Thorvaldsen-Museum (Kopenhagen), Hearst Castle (San Simeon, Kalifornien) u. a.
cite-note-205205. â Kohlezeichnung in den Staatlichen Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett. Das Fresko in der MĂŒnchener Glyptothek wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
cite-note-206206. â Nischenfigur an der Glyptothek, MĂŒnchen.
cite-note-207207. â Barlachs Lithographie.
cite-note-208208. â National Gallery of Canada, Ottawa.
cite-note-209209. â Palazzo Pitti, Florenz.
cite-note-210210. â Palais Liechtenstein, Wien.
cite-note-211211. â Delvilles GemĂ€lde in der UniversitĂ© libre de Bruxelles, BrĂŒssel. Siehe dazu Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 124 f.
cite-note-212212. â Im Jahr 1989 versteigert, heutiger Standort unbekannt.
cite-note-213213. â Angerers GemĂ€lde.
cite-note-214214. â Rimmers Zeichnung im Fogg Art Museum, Cambridge (Massachusetts).
cite-note-215215. â UniversitĂ€tsbibliothek Frankfurt, Eingang zu den LesesĂ€len.
cite-note-216216. â Pomona College, Claremont, Kalifornien.
cite-note-217217. â Rudes Relief an der Fassade des Palais Bourbon, Paris.
cite-note-218218. â Im Jahr 2005 in Wien versteigert, heutiger Standort unbekannt.
cite-note-219219. â Siehe dazu Manfred Beller: The Fire of Prometheus and the Theme of Progress in Goethe, Nietzsche, Kafka, and Canetti. In: Colloquia Germanica. 17, 1984, S. 1â13, hier: S. 11; Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 184â186.
cite-note-220220. â Alignys GemĂ€lde im Louvre, Paris.
cite-note-221221. â Fine Arts Museums, San Francisco. Siehe dazu GĂŒnter Schnitzler: Manierierte BrutalitĂ€t und die Resignation des Scheiterns. In: Olaf Hildebrand, Thomas Pittrof (Hrsg.): â... auf klassischem Boden begeistertâ. Freiburg 2004, S. 75â109, hier: 97â109.
cite-note-222222. â Das GemĂ€lde von Joseph Lies in den Königlichen Museen der Schönen KĂŒnste, BrĂŒssel.
cite-note-223223. â Siehe dazu Hubertus Kohle: Mythos als Verfahren. Arnold Böcklins Imaginationen. In: Roger Paulin, Helmut Pfotenhauer (Hrsg.): Die Halbschlafbilder in der Literatur, den KĂŒnsten und den Wissenschaften. WĂŒrzburg 2011, S. 165â181, hier: S. 170 f. (mit Abbildungen); Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 143â146.
cite-note-224224. â Im Jahr 2012 versteigert, heutiger Standort unbekannt.
cite-note-225225. â FrĂŒher Birmingham Museum and Art Gallery, Birmingham; heute verschollen. Siehe dazu Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 157.
cite-note-226226. â RiviĂšres GemĂ€lde im Ashmolean Museum, Oxford.
cite-note-227227. â Das GemĂ€lde von Giorgio de Chirico. Privatbesitz, Standort unbekannt.
cite-note-228228. â Das GemĂ€lde von Rohlfs im Landesmuseum fĂŒr Kunst und Kulturgeschichte, Schloss Gottorf, Schleswig.
cite-note-229229. â Eines der GemĂ€lde von Franz von Stuck. Standort unbekannt.
cite-note-230230. â Privatbesitz, Standort unbekannt.
cite-note-232232. â Feuerbachs GemĂ€lde in der Akademie der bildenden KĂŒnste, Wien. Siehe dazu Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 62â64.
cite-note-233233. â Courtauld Institute of Art, London.
cite-note-234234. â Allstons Zeichnung im Museum of Fine Arts, Boston.
cite-note-235235. â Königliche Museen der Schönen KĂŒnste, BrĂŒssel.
cite-note-236236. â Alte Nationalgalerie, Berlin. Siehe dazu Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 57 f.
cite-note-237237. â Akademie der KĂŒnste, Berlin.
cite-note-238238. â Bestandteil von Landowskis âMauer des Prometheusâ, MusĂ©e-jardin Paul Landowski, Boulogne-Billancourt.
cite-note-239239. â Gerhard-Marcks-Haus, Bremen.
cite-note-240240. â Im Jahr 2012 versteigert, heutiger Standort unbekannt.
cite-note-241241. â AusfĂŒhrung von 1986/1987 im Israel-Museum, Jerusalem.
cite-note-242242. â Auckland Art Gallery, Auckland.
cite-note-243243. â Kleines VestibĂŒl der Glyptothek, MĂŒnchen; heute zerstört.
cite-note-244244. â Augusteum, Oldenburg.
cite-note-246246. â Siehe dazu Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 146â152 (mit Abbildung).
cite-note-248248. â Ettys GemĂ€lde in der Lady Lever Art Gallery, Port Sunlight. Siehe dazu Philipp Theisohn: Prometheus. In: Mythenrezeption (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 5). Stuttgart 2008, S. 605â621, hier: 619; Manuela Helga Schulz: Metaphysische Rebellen. WĂŒrzburg 2010, S. 167.
cite-note-249249. â MusĂ©e Gustave Moreau, Paris. Siehe dazu Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 132â140.
cite-note-250250. â Philadelphia Museum of Art, Philadelphia.
cite-note-251251. â Philipp Theisohn: Prometheus. In: Mythenrezeption (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 5). Stuttgart 2008, S. 605â621, hier: 620; Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 170â172.
cite-note-252252. â Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 196â201, 204 f.
cite-note-253253. â Bettina Vaupel: Göttergleich â gottverlassen. Weimar 2005, S. 98â101, 157â161.
cite-note-254254. â Eine Ăbersicht bieten Eric M. Moormann, Wilfried Uitterhoeve: Lexikon der antiken Gestalten von Alexander bis Zeus. Stuttgart 2010, S. 573 f.
cite-note-255255. â Constantin Floros: Beethovens Eroica und Prometheus-Musik. 2., erweiterte Auflage, Wilhelmshaven 2008, S. 39â54; Paul A. Bertagnolli: Prometheus in Music. Aldershot 2007, S. 27â29; Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 51 f.
cite-note-256256. â Siehe dazu Werner Thomas: Carl Orff â Prometheus. Ein Werkkommentar in Beschreibung und Deutung. MĂŒnchen 2012.
cite-note-257257. â Angaben zu einzelnen Werken bietet Jane Davidson Reid: The Oxford Guide to Classical Mythology in the Arts, 1300â1990s. Bd. 2, New York 1993, S. 924â935.
cite-note-258258. â Siehe dazu Paul A. Bertagnolli: Prometheus in Music. Aldershot 2007, S. 93â139.
cite-note-259259. â Paul A. Bertagnolli: Prometheus in Music. Aldershot 2007, S. 190â203.
cite-note-260260. â Caroline Corbeau-Parsons: Prometheus in the Nineteenth Century. London 2013, S. 81 f.; GĂŒnter Peters: Fremdheit und NĂ€he des Mythos in Literatur und Musik. In: Sandra Kersten, Manfred Frank Schenke (Hrsg.): Spiegelungen. Berlin 2005, S. 377â402, hier: S. 377â380, 392â401.
cite-note-261261. â Angaben zu einzelnen Werken befinden sich in den einschlĂ€gigen Artikeln in Die Musik in Geschichte und Gegenwart und im New Grove Dictionary of Music and Musicians.
cite-note-262262. â Stefan Drees: Prometeo. In: Elisabeth Schmierer (Hrsg.): Lexikon der Oper. Bd. 2, Laaber 2002, S. 412 f.; Peter Andraschke: Schöpferisches Feuer. Kompositorische Prometheus-Fantasien. In: Freiburger UniversitĂ€tsblĂ€tter. Jahrgang 39, Heft 150, 2000, S. 75â88, hier: S. 80â84.
cite-note-263263. â Angaben zu einzelnen Werken bieten die einschlĂ€gigen Artikel in Die Musik in Geschichte und Gegenwart und im New Grove Dictionary of Music and Musicians.
cite-note-264264. â Sebastian Widmaier: Skrjabin und Prometheus. Weingarten 1986, S. 29â35, 42â48, 78â81, 88 f., 103â110, 119â124.
cite-note-265265. â Eine ausfĂŒhrliche Analyse bietet Carol Dougherty: Prometheus. London/New York 2006, S. 124â141.
cite-note-266266. â Philipp Theisohn: Prometheus. In: Mythenrezeption (= Der Neue Pauly. Supplemente, Bd. 5). Stuttgart 2008, S. 605â621, hier: S. 621.
cite-note-267267. â Peter Tepe: Mythos Prometheus. In: Mythos-Magazin. 2012, S. 10â12, 15 f. (online; PDF).
cite-note-268268. â Michael P. Cohen: Oldest Living Tree Tells All. In: Terrain.org., Nr. 14, 2004 (online).